Der November ist nicht gerade der Monat, der vor Energie strotzt 🙂 Die Sonne ist etwas fahl und blass und ebenso farblos fühlen wir uns. Kein Wunder, nasskalt und trübe ist es draußen, doch warum nehmen wir es nicht einfach so, wie es ist? Statt in den Novemberblues mit einzustimmen, sollten wir uns laut Hildegard von Bingen lieber uns selbst zuwenden. Recht hat sie, denn …

 

Fahl und blass ist der November. Doch mit wohlwollender Selbstannahme und Selbstfürsorge könnt ihr einem Stimmungstief entgegenwirken.

Fahl und blass ist der November. Doch mit wohlwollender Selbstannahme und Selbstfürsorge könnt ihr einem Stimmungstief entgegenwirken.

 

1. Lasst euch vom November nicht in die Knie zwingen

„So ist auch dieser Monat, der fern von den Freuden des Sommers lauter kalte Tage hat, den Knien des Menschen vergleichbar, die der Greis in Traurigkeit beugt, wenn er sich seines Anfangs erinnert, als er im Schoß seiner Mutter mit angewinkelten Knien wie gefangen saß. Genauso stöhnt die Seele in ihrem Gefäß, dem Leib, den sie bewohnt.“

aus: „Liber divinorum opera – Buch der göttlichen Werke

Vielleicht zieht euch die Tristesse des Novembers runter, ihr fühlt euch angeschlagen, ein Schnupfen hier, Halsschmerzen dort und euer Körper scheint antriebslos und schwer. Kein Wunder, dass man dann unzufrieden ist und klagt. Doch ich verstehe Hildegard von Bingens  Sätze auch als eine Aufforderung. Schließlich ist die Embryohaltung auch etwas wunderbar Geborgenes. Schenkt euch selbst diese Geborgenheit, indem ihr gerade jetzt gut für euch sorgt, euch selbst verwöhnt und bildlich gesprochen „zusammenrollt“ und selber Wärme und Heimeligkeit schenkt.

 

2. Vertreibt die dunklen Wolken mit Bewegung

„Der elfte Monat kommt gebückt. … Keine Sommerfreuden hat er aufzuweisen. Er bringt die Schwermut des Winters. Die Kälte bricht aus ihm heraus, fällt über die Erde und wühlt den Schmutz auf. Dem gleicht der Mensch, wenn er die Knie beugt, damit die Kälte ihn nicht durchdringe. Beugt er so in Trauer seine Knie, dann häuft er in seinem Herzen schmerzvolle Gedanken, hält sich für nichtigen Schmutz und findet nicht mehr den Aufschwung zur Freude.“

Hildegard von Bingen

Ein Tief unserer Seele drückst sich immer körperlich aus. Spürt einmal hinein, wie ihr automatisch gebückter durch den tag geht, hängende Schultern, der Kopf verschwindet mehr und mehr zwischen den Schultern. Dagegen hilft auf jeden Fall Bewegung. Strecke euch und reckt euch so oft es geht. Achtet bewusst auf einen aufrechten Gang: Brust raus, Schultern runter und ein wenig nach hinten ziehen und Kopf aufrecht halten. Sobald ihre eure körperliche Haltung verändert wirkt dieses sofort auf eure Stimmung. Hüpft beispielsweise den „Hampelmann“ aus Kindertagen oder stellt schüttelt alle Glieder aus. Das regt den Energiefluss an und löst energetische Blockaden auf.

Mehr dazu: siehe www.zapchen.de

 

3. Badet nicht in Selbstmitleid, schenkt euch lieber Selbstmitgefühl

„Aber wenn der Mensch sich in die Finsternis seiner schlechten taten hineinwählt wie ein Wurm in das Bohrloch des Dreckes, dann ermatten die Kräfte der Seele in den Adern, dem Mark und den Gelenken, weil sie nicht erwärmt wird vom Feuer des heiligen Geistes.“

aus: „Liber divinorum opera – Buch der göttlichen Werke

Euer Weltschmerz in trüben Stunden malt schnell das ganze Leben in tiefstes Grau. dann baden wir in Selbstmitleid und hadern mit unserem Leben. Oh je, was wir alles falsch gemacht und wo wir nicht gereicht haben. Niemand ist perfekt und statt in Hoffnungslosigkeit zu stranden und uns selbst zu zermürben, nehmt euch liebevoll selbst in den Arm. Zweifelt nicht an euch selbst. So wie ihr seid reicht ihr vollkommen. Schenkt euch Selbstmitgefühl und seid nachsichtig im Urteil über euch selbst. Nicht umsonst spricht Hildegard von Bingen davon, dass etwas Größeres (der heilige Geist) die Seele erwärmt. lasst diese Wärme zu.

 

4. Nehmt euer Traurigkeit an und lasst sie los

Für eure seelische Gesundheit ist es wichtig, dass ihr auch Traurigkeit, Verzagtkeit und Hoffnungslosigkeit zulassen könnt. Gönnt euch die Zeit, um solchen Gefühlen nachzuspüren. Manchmal reicht ein langer Spaziergang durch feuchtes Herbstlaub, bei dem ihr die Schwermut der Jahreszeit spürt und dadurch auch Raum für eure eigene Schwermut findet. Spürt diesen Gefühlen nach, lasst sie in die Natur fließen und stärkt euch, indem ihr die frische Luft tief und bewusst einatmet. Danach werdet ihr euch leichter und mehr eins mit euch fühlen.

 

5. Vertraut auf den natürlichen Wandel

„Sind doch in der ganzen Natur […] bestimmte verborgene Geheimnisse Gottes verhüllt, die kein Mensch, auch kein anderes Geschöpf, kennen oder empfinden kann, es sei denn, daß es ihm von Gott besonders geschenkt wird.“

Hildegard von Bingen

Dieses Hildegard von Bingen-Zitat finde ich sehr tröstlich. Die Natur zeigt uns doch mit ihren Jahreszeiten deutlich, wie vergänglich und wandelbar alles ist. Und so ist es auch mit unseren trübsinnigen Stimmungen. So wie jetzt die Bäume kahler werden und die Wiesen längst ihr sattes Grün verloren haben, so können wir mit wundersamer Gewissheit sagen, dass sich schon bald alles wieder wandelt und uns die Natur mit Saft und Kraft mitreißen wird.

Und vielleicht sollten wir es wie der französische Maler Henri de Toulouse-Lautrec sehen:

                                               „Der Herbst ist der Frühling des Winters.“

 

 

dtmg

  • Spüre ich Niedergeschlagenheit und Traurigkeit, gehe ich hinaus in die Natur, um meinen Gefühlen dort den Raum zu geben, den sie brauchen, um sich von mir zu lösen.
  • Statt in Selbstmitleid zu baden schaue ich lieber: Was tut mir jetzt gut, wie kann ich meine traurige Seele wärmen und ein wenig verwöhnen?
  • Ich werde auf meine Haltung achten und ebenso durch kleine körperliche Bewegungspausen dafür sorgen, dass ich frische Energie tanke und negative Emotionen sich nicht verfestigen.

 


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