Gastbeitrag von Beatrix Schulte:

Meine-Schreibbar-Bloggerin und Autorin des Buches „Die Seelenfeder“.

 

Der Gehirnforscher Gerald Hüther hat es mal wieder in einem Interview auf den Punkt gebracht, warum das mit den guten Vorsätzen so schwierig ist. Die meisten hören innerhalb der ersten zwei Wochen im Januar auf mit ihren Zielen und bleiben bei dem, was sie eigentlich nicht mehr wollen, auch wenn sie sich noch so unwohl dabei fühlen. Das muss aber nicht sein.

 

Wir dürfen unsere Vorhaben nicht so halbherzig angehen, sondern es muss uns ein Anliegen sein, das Wert hat.

 

Warum ist es so schwer, Veränderungen umzusetzen?

Gerald Hüther sagt: „Die Aufgabe des Hirns ist nicht das Denken, sondern über seine Verbindungen nach innen und außen dafür zu sorgen, dass wir am Leben bleiben. Damit es das kann, muss im Hirn möglichst alles gut zusammenpassen. Den Zustand nennt man Kohärenz.“ Wenn wir uns wie jedes Jahr etwas vornehmen zu verändern, ist der Energieverbrauch des Gehirns einfach zu hoch. Da das Gehirn allein im Ruhestand 20 Prozent der vom Körper zur Verfügung gestellten Energie verbraucht, schnellt der Energieverbrauch bei Veränderungen natürlich in himmelweite Höhen. Und das überlegt sich das Gehirn gut, ob es denn wirklich nötig ist, jetzt früher aufzustehen und Joggen zu gehen, wo man sich doch noch einmal im warmen Bett umdrehen kann. Die Schmerzen und das Unwohlsein danach sind dem Gehirn egal.

 

5 Punkte, die bei Veränderungen zu beherzigen sind:

1. Nicht lange fackeln, sondern machen! Je länger das Gehirn Zeit hat, Gegenargumente zu finden, haben wir schon verloren. Also der Sport sollte direkt nach der Arbeit gemacht werden, bevor wir auch nur das Sofa sehen. Oder direkt morgens joggen, wobei man förmlich über die Joggingschuhe stolpert, weil man sie sich abends ans Bett gestellt hat. Und wer abnehmen will, sollte nicht ums Essen kreisen, sondern möglichst viel Neues machen, was Spaß macht.

2. Wir brauchen Gemeinschaft. Wir schaffen sowas nicht alleine. Also Freunde, Kollegen, FB-Gruppen mit den gleichen Interessen sind eine große Hilfe, wenn es darum geht, neue Gewohnheiten einzuüben. Es hilft schon, möglichst vielen von seinem Vorhaben zu erzählen, damit die Motivation höher ist.

3. Wir dürfen unsere Vorhaben nicht so halbherzig angehen, sondern es muss uns ein Anliegen sein, das Wert hat. Dafür ist es wichtig, zu wissen, was uns wichtig ist. Für was stehen wir denn früh auf? Wenn wir sonst unseren Job verlieren, ist das schon Motivation. Aber ich meine, eine Ideologie, einen Herzenswunsch wie Lebensfreude, Frieden, Liebe zu sich selbst (und da gehört Abnehmen und Sport definitiv rein, denn wenn wir ständig ungesundes Essen in uns reinschaufeln und träge auf dem Sofa liegen, wird das nichts mit der Selbstliebe, da können wir meditieren bis wir high werden). Den Herzenswunsch erkennen wir, wenn wir fragen: Wozu will ich das Ziel erreichen?

4. Unser Gehirn erzeugt verschiedene Arten von Gehirnwellen. Alle Veränderungen müssen auf den Alpha Wellen im Gehirn ankommen, also auf der geistig entspannten und ruhigeren Ebene. Das heißt, wer abnehmen will, sollte jeden Tag auf Youtube eine Hypnose mitmachen oder Suggestionen hören beim Essen kochen. Keine Sorge, man kippt nicht um oder sowas, Hypnose ist wie eine tiefer gehende Meditation. Diese Hypnosen sorgen auch dafür, dass uns das Unbewusste kein Beinchen stellt, denn ein Teil von uns will keine Veränderung, sondern Stillstand, weil es für ihn Ruhe und Sicherheit bedeutet. Oder ein Teil von uns will fülliger sein, weil es das Fettpolster als Schutzmauer sieht. Viele reden von emotionalem Hunger (wonach hungert es dich eigentlich?)

5. Alles, was wir uns vornehmen, muss 3 Wochen täglich ausgeführt werden, sonst ist unser Gehirn ganz schnell wieder auf der Autobahn, die es kennt. Diesen Prozess unterstützt ihr am besten, wenn ihr ein Erfolgstagebuch schreibt. Also jeden Abend eure Erfolge notieren, was hat sich verbessert, worauf seid ihr stolz?

 

In diesem Sinne viel Erfolg

Eure Beatrix

 

 

 

dtmg

  • Führt zu dem Erfolgstagebuch auch ein Wunschtagebuch, denn dort werdet ihr angeleitet, warum ihr überhaupt diese Veränderungen anstoßen wollt. Das hilft, die Willensstärke auszubauen. Auch werden darin negative Aspekte der Veränderung beachtet und untersucht, die uns unbewusst in die Quere kommen.
  • Findet auf Youtube eine geeignete Hypnose oder Meditation morgens und abends. Hört sie euch regelmäßig an, das hilft so sehr! Mir gefällt die von Jan Becker besonders gut.
  • Findet Freunde oder Kollegen, die mitmachen oder sucht eine Community auf Facebook, mit der man zu jeder Stunde chatten kann. Beim Abnehmen z.B. gibt es einige zum Intervallfasten.

 


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