Ja, ich weiß, meine Kinder werden mich dafür lynchen, doch zum Glück lesen sie ja meinen Blog nicht. 🙂 Ich plaudere mal wieder aus dem Nähkästchen. Doch bei uns häufen sich gerade Diskussionen mit zwei pubertierenden Wesen, in denen es nicht immer leicht fällt, wertschätzend und mitfühlend zu argumentieren. Das kostet Nerven und Schokolade. 🙂 (Soll ja bekanntlich die Nerven stärken…na ja…stärkt eher meine Hüften). Jedoch habe ich dabei Feldstudie betrieben und folgende No-Gos entdeckt:

 

Wertschätzung ist die Basis jeglicher Kommunikation – auch ohne Worte.

 

1. Wertschätzung lässt andere Meinungen zu

Klingt so banal, doch auch ich erwische mich dabei, wie ich partout meine Meinung durchboxen will. Ich habe schlicht und weg keine Lust, mich mit einer anderen Meinung auseinander zu setzen. Dabei vergesse ich, dass mein Gegenüber eine komplett andere Wahrnehmung hat als ich. Diese gilt es zu wertschätzen. Beobachtet euch selbst in Gesprächen: Wie oft seid ihr in der Lage, zu erkennen, dass der andere gar nicht denken und fühlen kann wie ihr, weil er die Welt durch eine andere Linse sieht? Könnt ihr dieses berücksichtigen?

 

2. Wertschätzung beinhaltet die Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen

„Erfahrene Wertschätzung ist oft verbunden mit dem Erlebnis von Respekt, Achtung und Wohlwollen. Sie zeigt sich in Zuwendung, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. Bereits ein Lächeln kann Wertschätzung verbreiten.“

www.schuleundgesundheit.hessen.de

Zeit für endlose Diskussionen habe ich irgendwie nie. Und gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit scheint mir ohnehin alles viel zu schnell zu gehen, da kann ich kaum mithalten. Dieser innere Druck, diese Hast und Eile färbt entsprechend meine Gespräche. Schnell, schnell, schnell.  Da meine Kinder jedoch dazu neigen, einen ohne Punkt und Komma in Grund und Boden zu reden, muss ich mir Zeit nehmen. Die Zeit, die ich selbstverständlich auch von ihnen einfordere. Pausen in Gesprächen sind wertvoll. Pausen ermöglichen uns, zu spüren, welche Energien sich entwickeln, ob Resonanz besteht. Nicht selten bedarf es einer Pause, um sich wieder anzunähern. Also: Gerduld!

 

3. Wertschätzung beginnt dort, wo man auch Fehler eingesteht

„Die erste und wichtigste Frage, die Sie bei jeder Begegnung klären sollten: welche Einstellung haben Sie zu Ihrem Gegenüber? Wer ist er für Sie, für wen halten Sie ihn?“

www.gmv-prinzip.de

Meine Tochter und ich haben beide die nette Angewohnheit, erst auf unseren Meinungen zu bestehen, dann verärgert zu schweigen und nach höchstens fünf Minuten unsere Fehler reuevoll einzugestehen. Das ist meist emotional etwas aufreibend, doch im Endeffekt zeigt es wie sehr wir den anderen wertschätzen. Wie weit seid ihr bereit, euch selbst infrage zu stellen? Ich denke, jedes Eingestehen von Schwachstellen beziehungsweise negativen Angewohnheiten ist immer auch ein Zeichen: Ich sehe dich, du bist mir wichtig, ich zeige mich dir so, wie ich bin.

 

4. Wertschätzung entfaltet sich auf einer Ebene

Mit meinem Mann habe ich meist das Problem, dass er die Probleme, die wir diskutieren, zu sehr abstrahiert. Er betrachtet sie nüchtern von außen und ich emotional von innen. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht. Testet selbst in Gesprächen, von welcher Perspektive aus ihr selbst und euer Gegenüber argumentiert. Manchmal hilft es, erst die Perspektiven auf einen Nenner zu bringen, damit sich jeder gesehen und wertgeschätzt fühlt und das Gespräch damit eine neue Richtung bekommt.

 

5. Wertschätzung scheitert beim Dichtmachen

„Wertschätzende Kommunikation ist eine Sprache die verbindet, die Beziehungen so gestaltet, dass jeder davon profitiert.“

www.beatebrueggemeier.de

Und jetzt kriegt mein Sohnemann auch noch eins mit. 🙂 Er neigt nämlich dazu, einfach dicht zu machen. Liegt am Alter. Wie gehe ich damit um? Ich fühle mich gekränkt, nicht respektiert und schlecht behandelt. Hier habe ich leider auch noch keine richtig gute Lösung gefunden. Außer der, ihm und mir Zeit zu geben. Habt ihr da vielleicht noch einen guten Tipp? Dann her damit, kann ich gut gebrauchen. Denn ehrlich gesagt bin ich es Leid, sämtliche Diskussionen mit kalorienreicher Nervennahrung zu kompensieren. 🙂

 

 

dtmg

  • Bevor ich mich auf ein Streitgespräch einlasse versuche ich zu erkennen, durch welche Linse mein Gegenüber die Welt gerade betrachtet.
  • Statt alles schnell zwischen Tür und Angel klären zu wollen nehme ich mir zukünftig mehr Zeit für Gespräche.
  • Ich gestatte mir in Gesprächen Pausen, um zu spüren, was sich energetisch gerade zwischen mir und meinem Gegenüber abspielt. Viel zu oft werden Kränkungen und Verletzungen einfach „überredet“.

 


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