„Leben ist das, was dir passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.“ Treffend, nicht wahr? Den Satz soll John Lennon gesagt haben. Passen wir nicht auf, überholen wir uns schnell selbst. Wir eilen durch den Alltag und sind gedanklich uns selbst meist schon einen Schritt voraus. Puh, dabei kommt man seelisch und auch körperlich ganz schön aus der Puste. Doch es gibt einfache Möglichkeiten, das Hamsterrad zu drosseln:

 

Enschleunigen bedeutet nicht zwangsläufig, den Terminkalender abzuspecken. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und eine klare Haltung sind viel entscheidender.

Enschleunigen bedeutet nicht zwangsläufig, den Terminkalender abzuspecken. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und eine klare Haltung sind viel entscheidender.

 

1. Entschleunigen mithilfe einer einfachen Frage:

Wollt ihr oder müsst ihr? Nehmt euch einen Augenblick Zeit und schreibt alle eure Pflichten (eure „ ich muss“ ) auf. Dann ersetzt das „ich muss“ durch ein „ich will“. Und jetzt spürt achtsam in die Sätze hinein. Müsst ihr beispielsweise morgens früh vor der Arbeit zum Zahnarzt, dann ist es eure Entscheidung, weil ihr euch bewusst entschlossen habt, auf die Gesundheit eurer Zähne zu achten. Macht euch klar:

              Die Realität ist eine Folge von Entscheidungen, die ihr getroffen habt.

Streicht nun alle Sätze, die euch, nachdem ihr sie mit einem „ich will“ modifiziert habt, überflüssig und sinnlos erscheinen. Schon ist euer Alltag ein wenig entzerrt.

 

2. Entschleunigen durch klare Unterscheidungen

Der Volksmund sagt: Wer will, der findet Möglichkeiten. Wer nicht will, der findet Gründe. Wenn ihr gerne mehr Zeit nur für euch selbst haben würdet, jedoch immer etwas anderes dazwischen kommt, dann hinterfragt euch sehr ehrlich: Warum findet ihr immer Gründe, die diesem Wunsch in die Quere kommen? Vielleicht wollt ihr in Wirklichkeit etwas ganz anderes, ansonsten würdet ihr eine Möglichkeit finden.

 

3. Entschleunigen mit dem Blick nach vorne

Viel zu viel Energie verwenden wir auf Hader und Zweifel: „Hätte ich doch….könnte ich nur… würde es nicht…..“ Fehler oder ungenutzt Chancen der Vergangenheit sind geschehen. Je mehr ihr darüber nachdenkt, desto frustrierter werdet ihr. Und Frust führt in der Regel dazu, dass ihr den Alltag als stressig wahrnehmt. Schließt ab mit dem, was war. Erwischt ihr euch beim Grübeln atmet tief ein und aus, sagt innerlich „Stopp“ und richtet den Blick auf das Jetzt.

„Mit deinem damals zur Verfügung stehenden Wissen hast du wahrscheinlich nach bestem Gewissen entschieden, vielleicht warst du aber auch nicht ganz bei der Sache oder hast dir nicht bewusst gemacht, welche Konsequenzen deine Entscheidung haben kann.
Strafe dich jedoch nicht dafür, sondern überlege stattdessen, wie du das beste aus dem machen kannst, was jetzt im Augenblick wichtig ist.“

www.evidero.de

 

4. Entschleunigen mithilfe der Zehner-Regel:

Im größten Stress ist immer Zeit für achtsames Atmen. So viel Zeit müsst ihr euch selbst wert sein. Haltet inne, atmet tief und bewusst und stellt euch dabei vor, wie ihr frische Energie ein- und verbrauchte Energie ausatmet. Dabei zählt ihr in Gedanken ganz ruhig von Eins bis Zehn. Interessant ist, wie deutlich ihr plötzlich eure innere Anspannung und Unruhe fühlt, die euch zuvor vielleicht gar nicht bewusst war. Und ebenso interessant, wie ihr diese Unruhe lediglich mithilfe eures Körpers (eurem Atem) selbst regulieren könnt.

„Ein Weg um bewusst in Achtsamkeit zu leben ist die richtige Atmung. Die Konzentration auf deine Atmung ist gleichzeitig bewusster Umgang mit der Gegenwart.“

www.taste-of-power.de

Ein bewusster Umgang mit der Gegenwart bedeutet automatisch Entschleunigung. Denn das Tempo machen wir selbst mit unserem Geist (Gedanken).

 

5. Entschleunigen durch das Einbauen von Zeitpuffern

Der letzte Tipp ist genial und für mich als „Perfektionistin“ enorm erleichternd. Natürlich stresst es mich, immer möglichst pünktlich zu sein. Also bin ich am Hetzen und Eilen und treibe gnadenlos meine Kinder an. Der Trick ist jedoch, Zeitpuffer einzubauen. Notiert euch jeden Termin 15 Minuten früher. Zum Beispiel tragt ihr den Frisörtermin um 16.00 Uhr dann mit der Zeitangabe 15.45 Uhr in eurem Kalender. Das entzerrt den Ablauf und falls ihr zu früh da seid und warten müsst, gewinnt ihr wertvolle Leerzeiten, um achtsam zu spüren.

 

 

dtmg

  • Stöhne ich mal wieder, weil ich die Kinder irgendwohin fahren muss, erinnere ich mich daran: Halt, ich habe mich für Kinder entschieden, habe Kinder gewollt. damit fühlt sich alles gleich selbstbestimmter und positiver an.
  • Damit ich das achtsame Atmen nicht vergesse, lege ich mir morgens drei Kastanien auf den Schreibtisch. Nach jeder Atemübung nehme ich eine davon weg.
  • Ich schaue, ob es in meiner Stadt „Silent Reading Partys“ gibt: Menschen sitzen zusammen in einem Café, sprechen nicht, alle Handys ausgeschaltet und jeder liest sein mitgebrachtes Buch. Ein wenig wie in einer Bibliothek. Die Ruhe aller überträgt sich auf einen selbst.

 


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