Ich weiß, ich weiß, erst letzte Woche habe ich über Achtsamkeitsübungen geschrieben, über Meditation. Doch ich bin derart begeistert, ich kann gar nicht an mich halten. Und ich möchte – nein, ich muss :-) – meine Begeisterung mit euch teilen. Ich lese gerade die Autobiographie der berühmten Performance-Künstlerin Marina Abramovic´ „Durch Mauern gehen“. In den frühen 1990er-Jahren unterrichtete sie und gab Workshops in Paris, Mailand, Rom, Bern, Kopenhagen, Hamburg, Berlin und auch in Braunschweig. Hier entwickelte sie Übungen, die zum einen die Konzentration, Willenskraft und das Durchhaltevermögen trainieren sollten, gleichzeitig aber auch die Wahrnehmung wesentlich bewusster machen, sie weiten und für neue Ideen öffnet.

„Wir wollen nur Dinge tun, die wir mögen. Doch wer immer den Weg des geringsten Widerstandes geht, ändert nichts in seinem Leben und dreht sich im Kreis.“

Marina Abramović – Interview aus sz-magazin
Je mehr wir unsere Wahrnehmung mithilfe von Achtsamkeitsübungen weiten, desto offener wird unser Erlebnisradius.

Je mehr wir unsere Wahrnehmung mithilfe von Achtsamkeitsübungen weiten, desto offener wird unser Erlebnisradius.

 

1. Wahrnehmung des Körpers und der Erde

Legt euch mit dem Rücken lang auf den Boden, haltet den Atem an und presst dabei euren Körper mit aller Kraft auf die Erde. Haltet diese Position so lange es geht, dann atmet tief durch und entspannt. Spürt nach und wiederholt die Übung mehre Male.

2. Wahrnehmung von Farben und Gedanken

Nehmt ein Blatt Papier in einer der Grundfarben (Blau, Gelb, Rot) in die Hand, setzt euch bequem auf einen Stuhl und schaut nun 20 Minuten auf das Blatt Papier. Danach wiederholt ihr die Übung mit den beiden anderen Grundfarben. Beobachtet dabei genau eure Gedanken und Gefühle. Ebenso eure Widerstände und unterschiedlichen Wahrnehmungen in Bezug auf die verschiedenen Farben.

3. Wahrnehmung der Orientierung

Geht mit einem Spiegel in der Hand eine halbe Stunde lang rückwärts durch eure Wohnung. Beobachtet dabei die Realität, die ihr als Spiegelbild wahrnehmt. Nehmt achtsam euer Körpergefühl wahr.

4. Wahrnehmung der Verbundenheit

Gehr raus in die Natur, sucht euch einen Baum und umarmt ihn. Nun klagt ihr diesem Baum circa 15 Minuten all euer „Leid“ (Sorgen, Trauer, Wut etc.). Spürt in euch hinein und spürt auch den Baum dabei – die Verbindung zum Baum.

5. Wahrnehmung der Energie

Hierfür braucht ihr einen Partner. Stellt euch zu zweit gegenüber und beginnt: Streckt mit geschlossenen Augen eure Hände nach dem anderen aus ohne ihn zu berühren. Bewegt dabei eure Hände über seine verschiedenen Körperbereiche und spürt seine Energie. Danach wechselt ihr und der jeweils andere ist an der Reihe.

Vielleicht kommen euch diese Übungen (zum Teil etwas abgewandelt) erst komisch vor. Lasst ihr euch drauf ein, werdet ihr jedoch schnell merken, wie unglaublich intensiv sie auf eure Wahrnehmung wirken, wie viel positive Energie sie freisetzen. Marina Abramovic´ geht es in ihren Arbeiten um die Erlangung eines höheren Bewusstseins für physisches und mentales Empfindungen. Und letztendlich um Achtsamkeit in allem, was wir tun. Abschließend noch ein Link mit zwei weiten Achtsamkeitsübungen der Künstlerin.

 

 

dtmg

  • Am Wochenende werde ich mir Zeit für die beschriebenen Achtsamkeitsübungen nehmen und anschließend meine Wahrnehmungen aufschreiben.
  • Die Übung, bei der man den Rücken kraftvoll auf den Boden drückt und den Atem anhält, werde ich jeden Abend praktizieren.
  • Da mir die Autobiographie mal wieder gezeigt hat, wie wichtig es ist, unbeirrt an seine Kraft und sein Potenzial zu glauben, beginne ich jetzt jeden Morgen mit drei Minuten Atmen. Dabei spüre ich der Kraft in mir nach.

 


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