Ich betrachte den Frühling, als ob er zu mir käme, um dankbar zu sein. Christian Friedrich Hebbel
 
Zart und so verletzlich zeigen sich zum Frühlingsbeginn die ersten Blüten auf noch frostigem Boden und erfreuen unser Herz. Was bedeutet es für dich, Verletzlichkeit zuzulassen? Bedeutet es, angreifbar zu sein, Hilfe einzufordern, den Status zu verlieren, Verantwortungen nicht mehr tragen zu können, Traurigkeit zu spüren, Schwächen zu zeigen?
 
Verletzlichkeit zuzulassen hat nichts mit Schwäche zu tun.
Es erfordert sogar Mut, sich seine Verletzlichkeit einzugestehen und diese auch zu zeigen. Fühlen ist etwas Essentielles. Dennoch ist der Mythos verbreitet, Emotionen wie Trauer, Scham, Enttäuschung oder Angst machten uns angreifbar. Fühlen bedeutet jedoch immer, sich verletzlich zu machen. Der Panzer, den wir uns zulegen, um im Alltag bestens zu „funktionieren“, hindert uns daran, das Leben zu spüren und Freude zu empfangen. Liest du ein Buch oder guckst dir einen Film an, berühren dich ebenfalls die Szenen, die einen Blick auf die verletzliche Seite des Protagonisten gewähren. Diese Szenen bleiben im Gedächtnis.
 
Im Grunde sehnen wir uns nach der Verletzlichkeit im anderen, denn ohne Verletzlichkeit kann kein wahres Miteinander entstehen. Dem Glaubenssatz, dass Fühlen eine Schwäche sei, liegt häufig eine Konditionierung zugrunde, wie zum Beispiel „Jungen weinen nicht.“ Ärger zu zeigen scheint dagegen gesellschaftsfähig. Doch Ärger ist nur eine sekundäre Emotion. Darunter lauert die eigentliche Emotion, die Verletzlichkeit, die der Ärger zu schützen versucht.
 
 

„Ich betrachte den Frühling, als ob er zu mir käme, um dankbar zu sein.“

Christian Friedrich Hebbel

 


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