Mein Arbeitseinsatz in der Toskana ist beendet, die letzten Korrekturen für mein neues Hildegard von Bingen-Buch sind erledigt und auch die ersten Podcast-Aufnahmen stehen, denn mich gibt es demnächst auch auf iTunes und youtube. Viel Schreiberei, trotzdem habe ich die Zeit inmitten der Weinberge genossen, auch wenn ich die Trauben mehr an den Reben als im Glas bewundert habe. Und jetzt stelle ich fest, wie erholsam trotz Arbeit die Zeit ohne den normalen „Alltagswahnsinn“ mit Kindern, Hund und Mann :-) war. Denn kaum zurück, hat mich die alltägliche Hektik wieder im Griff. Höchste Zeit für ein paar Achtsamkeitsübungen, damit ich mich selbst nicht im Alltagstrott verliere.

Achtsamkeitsübungen führen uns zum Spüren zurück: unseren Körper, unsere Gefühle und den Augenblicks – das JETZT.

Achtsamkeitsübungen führen uns zum Spüren zurück: unseren Körper, unsere Gefühle und den Augenblicks – das JETZT.

Achtsamkeitsübungen gerne, aber bitte ohne großen Zeitaufwand.

Vielleicht kennt ihr den Body-Scan. Dabei legt man sich entspannt hin und atmet nach und nach, beginnend bei den Füßen, durch jede Körperregion bis zum Kopf. Streng genommen nach Jon Kabat-Zinn kann so eine Übung schon mal gut 45 Minuten dauern. Dafür habe ich gerade keine Geduld. Also habe ich mich schlau gemacht, ob es nicht auch etwas schneller geht. Im Grunde bin ich bereit dazu, mein Tun im Laufe des Tages immer mal wieder kurz zu unterbrechen, um Kontakt zu meinem Körper und meinen Gefühlen aufzunehmen. Denn ich will nicht länger wie ferngesteuert durch den Tag rennen, sondern präsenter sein, um bewusster zu Erleben. Je bewusster wir das Jetzt erleben, desto klarer erkennen wir nämlich all das Gute, was uns bereits umgibt. Wir werden zufriedener und ausgeglichener und lassen uns nicht so leicht aus der Bahn werfen. Am besten man startet daher bereits achtsam in den Tagesbeginn:

„Konzentriere Dich jeden Tag direkt beim Aufwachen auf deine Atmung.“

www.markuscerenak.com

Markus Cerenak hat auf seiner Homepage 20 Achtsamkeitsübungen aufgelistet. Er empfiehlt, gleich nach dem Aufwachen in jeden Atemzug hineinzuspüren. Das dauert nicht lange, ein paar Minuten reichen. Also probiere ich es aus und es klappt. Statt wie sonst bereits beim ersten bewussten Atemzug vor meinem inneren Auge das gesamte Tagesprogramm abzuspulen, bleibe ich jetzt bei mir und atme. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und spüre achtsam in alle Körperteile. Dort, wo sich mein Körper noch müde anfühlt, schicke ich über meinen Atem Energie hin. Abschließend recke und strecke ich mich und spüre nach. Fühlt sich gut an. Und jetzt entscheide ich mich gedanklich dafür, dass es heute ein guter Tag wird. Ich schenke mir ein Lächeln und stehe mit Elan auf.

Viel zu oft werden Achtsamkeitsübungen als Pflichtprogramm runtergespult.

Auf meinem Nachtisch liegt das Buch „Glück – The World Book of Happiness“, herausgegeben von Leo Bormans. Interessant finde ich darin einen Betrag des Dänen Christian Bjornskov, Professors für Volkswirtschaft und Glücksforscher. Als er einen Fachaufsatz schreiben sollte und irgendwie partout nicht weiter kam, ist er vom Schreibtisch aufgestanden und kaufte sich ein Eis. Und in diesem Moment erkante er, dass unser Glück unter anderem davon abhängig ist…..

… „dass man an die eigene persönliche Freiheit glaubt und entsprechend diesem Glauben handelt.“

Von daher lautet eine weitere absolut wichtige Achtsamkeitsübung für mich wie folgt:

Macht jeden Tag etwas, wozu ihr Lust habt und was euch Freude bringt. Kostet es euch Zeit, die ihr „scheinbar“ nicht habt, egal, macht es trotzdem, es reichen bereits 10 bis 15 Minuten.“
Was passiert nämlich, wenn wir uns täglich diese individuelle Freiheit einräumen? Wir erleben diese Zeit wesentlich bewusster und präsenter. Wir genießen diese Zeit. Dadurch fühlen wir uns fröhlicher und vor allem gibt sie uns ein Gefühl der Selbstbestimmung. Wir selbst haben unser Leben unter Kontrolle. Somit sind Achtsamkeitsübungen ein Geschenk, das wir uns selber machen. Mit dieser Haltung wird aus den Übungen keine leidige Pflicht sondern eine freudige Unterbrechung des Tages, bei der wir gut für uns selbst sorgen.

Achtsamkeitsübungen beschenken uns mit dem Vertrauen, unsere Zeit selbst in der Hand zu haben.

Im Grunde verbinden wir uns durch Achtsamkeitsübungen mit dem Leben, mit der Lebendigkeit. Übungen, bei denen ihr zum Beispiel achtsam dem Wasserstrahl der Dusche auf eurer Haut nachspürt oder bei denen ihr eine Mahlzeit mit allen Sinnen zu euch nehmt und die einzelnen Zutaten herausschmeckt. Genau diese Übungen führen uns immer wieder in die Präsenz, das Leben JETZT zu spüren. Erleben in Achtsamkeit ist Lebendigkeit. Versucht beispielsweise jede Stunde für einen kurzen Moment bewusst zu atmen. Meistens überlegen wir dann beim Atmen, ob wir das so richtig machen. Bereits dieser Gedanke zeigt jedoch, wie schwierig es ist, einfach nur zu sein, einfach nur zu atmen und das Jetzt zu erleben. Ich habe mir übrigens als Achtsamkeitsübung vorgenommen, jeden neuen Tag mit dem Entschluss zu beginnen, heute mache ich alles langsamer. Ihr werdet staunen, denn am Ende des Tages habt ihr trotzdem alles geschafft, nur eben entspannter. Meine Kinder werden es mir übrigens danken :-).

„Obwohl wir oft überschätzen, wie viel wir an einem bestimmten Tag leisten können (und frustriert enden), unterschätzen wir im Allgemeinen, wie viel wir in einem Jahr leisten können, wenn wir jeden Tag nur einen kleinen Fortschritt erzielen.“

Prof. David G. Myers, aus: „Glück – The World Book of happiness“
Wenn die Pflichten des Alltag uns erdrücken, führen uns Achtsamkeitsübungen zu dem Wesentlichen zurück – Spüren und Erleben, präsent sein.

Wenn die Pflichten des Alltag uns erdrücken, führen uns Achtsamkeitsübungen zu dem Wesentlichen zurück – Spüren und Erleben, präsent sein.

Eine Achtsamkeitsübung am Abend erleuchtet den neuen Tag.

Zu viel auf einmal und schnell haben wir die Lust verloren. Vielleicht fangt ihr daher erst einmal mit einer Übung pro Tag an. Viele von euch schreiben bereits ein Dankbarkeitsbuch, in das sie jeden Abend drei Dinge notieren, für die sie heute dankbar sind. Ich gestehe, ich kann mich auch nicht immer dazu aufraffen, leider. Was ich dagegen immer tue, auch wenn ich noch so müde oder missgestimmt bin: Ich spüre für eine Weile über den Atem in meinen Körper hinein, fühle, wie alle Spannungen sich lösen. Dann zähle ich drei positive Aspekte des Tages in Gedanken auf  und versuche anschließend nur meinem Atem zu lauschen, bis ich einschlafe. Was bringt mir das? Nun, zum einen schlafe ich entspannter und zum anderen trägt mich das Wissen um all das Gute in meinem Leben jeden Tag neu.

„Achtsamkeitsübungen sind wie kleine Mosaiksteinchen, die uns mit der Zeit eins nach dem anderen das Große Ganze erkennen und wertschätzen lassen.“

Und damit genug für heute, ich habe keine Zeit mehr zum Schreiben, denn ….. eine Achtsamkeitsübung wartet auf mich :-)

 

 

dtmg

  • Gerade wenn es hektisch und stressig wird, nehme ich mir zwei Minuten für eine Achtsamkeitsübung: bewusstes Atmen oder ein paar Schritte bewusstes Gehen.
  • Ich fange klein an und beginne erst einmal mit nur einer Übung täglich.
  • Praktiziere ich bereits ein paar Tage, spüre ich nach, was hat sich verändert: bei mir selbst und im Umgang mit dem Alltag und anderen Menschen?

 


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