Jeder kennt diese Tage, an denen alles irgendwie zu viel wird: Erst kippt uns morgens der Kaffee über den Frühstückstisch und hinterlässt auch noch auf der frischen Bluse seine Spuren. Anschließend stehen wir im Stau und versuchen uns auf überfüllten Umwegen einen Weg ins Büro zu bahnen und dort angekommen überfällt uns gleich ein verstimmter Chef, weil irgendetwas schief gelaufen ist. Toller Start und den Tag. :-(

 

An Tagen, an denen sich uns alles in den Weg zu stellen scheint: Atmen! Ein einfache Achtsamkeitsübung, die euch schnell den Weg zu mehr Gelassenheit bahnt.

An Tagen, an denen sich uns alles in den Weg zu stellen scheint: Atmen! Ein einfache Achtsamkeitsübung, die euch schnell den Weg zu mehr Gelassenheit bahnt.

 

Atmen bedeutet eine Minute Auszeit

Passen wir in solchen Situationen nicht auf, staut sich unsere Frust verständlicher Weise an und der Erstbeste bekommt ihn ab, wie zum Beispiel der nette Kollege, der nur mal schnell „Hallo“ sagen wollte, den wir aber kurzerhand missmutig abbügeln. Oder wir schlucken alles hinunter und entladen uns dann am Abend im Kreise der Lieben, wo wir als Ventil einen Streit entfachen, einfach um Luft abzulassen. Wie wäre es stattdessen mit Atmen? Das hilft nämlich sofort und wirkt tatsächlich wie ein Ventil.

„Wenn wir einfach nur dumpf schalten, was viele zur Stressbewältigung in ihrem Alltag tun, berauben wir uns unserer körpereigenen Stressregulations-Fähigkeiten. Die Natur hat in unserem Bauplan vorgesehen, dass der Körper für uns unangenehme Symptome produziert, wenn sich unsere Lebenssituation dahingehend verändert, dass unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und damit auch potenziell unser Überleben gefährdet sind.“

Maren Schneider, aus: „Stressfrei durch Meditation“

Nehmt ihr euch in stressigen Situationen nur eine Minute Zeit, um bewusst zu atmen, über euren Atmen in euren Körper hineinzufühlen, spürt ihr, wie und wo sich beispielsweise eure Muskulatur verkrampft hat (meist besonders der Kieferbereich) oder wie eurer Energiefluss quasi wie gelähmt reagiert.

 

Atmen bedeutet sich selbst fühlen: den Körper und die Gefühle

„Der Atem ist unser Verbündeter in der Meditation.
Und er ist der Anker, zu dem wir Zuflucht nehmen können, wenn schwierige Gefühle oder quälende Gedanken uns überwältigen.
Das Gewahrsein auf den Atem zu bringen, kann überbordende Aktivitäten von Körper, Geist und Emotionen zu beruhigen.“

www.dfme-achtsamkeit.de

Sobald ihr bewusst atmet durchbrecht ihr den Prozess eurer Emotionen, die sich gerade aufladen. Im Grunde ist diese Übung sehr simpel. Die einzige Cruz: Ihr müsst euch ein, zwei Minuten Zeit nehmen und dabei tatsächlich auf euren Atem konzentrieren  nicht ablenken lassen. Beim Einatmen nehmt ihr gedanklich das Unangenehme der Situation auf, akzeptiert es, und nehmt es wertungsfrei an. Beim Ausatmen lasst ihr es los und schenkt euch selbst in Gedanken Mitgefühl, Kraft und Liebe. Das ist bereits alles und eine ganze Menge. Denn sobald ihr es ausprobiert werdet ihr spüren, wie sich dadurch sofort die Situation für euch ändert. Der äußere Stress bleibt natürlich bestehen, jedoch eure Haltung ändert sich. Ihr bleibt bei euch und nehmt eine wohlwollende Akzeptanz und Gelassenheit ein. Zudem entspannt ihr dabei automatisch euren Körper.

 

Atmen als tägliches Ritual

Am besten ihr übt diese Atemübung gleich morgens beim Aufstehen, dann mittags noch einmal und am Abend bevor ihr ins Bett geht. Bis die achtsame Verbindung mit eurem Atem wie das tägliche Zähneputzen zu eurer täglichen Routine gehört.

„If you do not have the capacity to love yourself, then there is simply no basis on which to build a sense of caring toward others.“

www.create.christaherzog.com

Mithilfe dieser Atemübung nährt ihr eure Selbstliebe. Denn gerade diese Stresssituationen, in denen wir uns gehetzt, überfordert und gereizt fühlen, schüren Selbstkritik und Selbstablehnung. Je mehr wir uns selbst lieben, desto gelassener können wir stressige Situationen lächelnd meistern. Genau das versteht der Dalai Lama unter „wisely selfish“. Es geht darum, auf mitfühlende Art und Weise selbstbezogen zu sein, denn nur so können wir ebenso mitfühlend und liebend zu anderen den anderen Menschen sein.

Eine Warnung jedoch zum Schluss: Diese Atem-Übung kann süchtig machen. Ihr werdet selbst feststellen, wie herrlich es sich anfühlt, diese kurzen Momente ganz bei sich selbst zu weilen. Mini-Wellness für zwischendurch. Und jetzt genug ….. ich gehe atmen. :-)

 

 

dtmg

  • Dreimal täglich: bewusstes Atmen für circa 2 Minuten – morgens, mittags und abends.
  • Im größten Stress verbinde ich mich für eine Minute mit meinem Atem – so viel Zeit muss sein.
  • An meinem Computerbildschirm hängt jetzt ein Post it: Atmen!

 


Noch Fragen?

Ihr sucht ausführliche Infos über Achtsamkeit: einfach hier klicken