Was habt ihr denn vom Nikolaus bekommen? Oder war er gar nicht da?J Nikolaus ist ja auch so eine Tradition, bei der wir im Grunde dazu genötigt werden etwas zu schenken, auch wenn uns vielleicht im Moment nicht danach ist. Mit Kindern schenkt man immer gerne. Doch ist mir aufgefallen, dass ich mich selbst viel mehr freue, wenn ich meinen Kindern spontan etwas schenke.

 

Im Geben beschenken wir uns selbst mit Emotionen der Freude und dem Erleben neuer Möglichkeiten.

Im Geben beschenken wir uns selbst mit Emotionen der Freude und dem Erleben neuer Möglichkeiten.

 

Emotionen sind nicht planbar

Neulich las ich in einer Zeitschrift über die Tradition des „Caffè sospeso“, die in Neapel seit Jahrhunderten gepflegt wird. Man kommt in ein Café, bestellt seinen Cappuccino oder Espresso und bestellt noch einen weiteren mit, der aufgehoben wird, falls ein mittelloser Gast erscheint. Dieser bestellt dann besagten „Caffè sospeso“ und der Barista weiß sofort Bescheid und verlangt kein Geld. Ist das nicht eine schöne Tradition? Spontan Geben, weil man Lust dazu hat, weil man die Freiheit dieses Gefühls erleben möchte. Denn sobald man etwas alleine aus der Freude des Gebens heraus gibt, tauchen Emotionen auf, die uns beflügeln und einen Hauch Freiheit schenken. Die Freiheit das zu tun, worauf man Lust hat.

Emotionen erschaffen neue Möglichkeiten

In dem Moment, wo ihr spontan etwas gebt – sei es ein Geschenk, Zeit, Aufmerksamkeit, eine liebevolle Geste, ein paar nette Worte – in diesem besonderen Moment spürt ihr, wie ihr selbst es tagtäglich in der Hand habt, neue Möglichkeiten zu schaffen: ein neues Miteinander. Der Moment der Freude auf beiden Seiten öffnet ein Feld, wo Neues entstehen kann. Emotionen kommen hoch und plötzlich zeigt man sch offener, weicher, gelöster, positiver und hoffnungsvoller.

„Fast etwas wehmütig hat der französische Ethnologe Claude Levi-Strauss einmal geschrieben:

„Bis heute hat die Menschheit davon geträumt, jenen flüchtigen Augenblick zu fassen und festzuhalten, da es erlaubt war zu glauben, man könne das Gesetz des Tausches überlisten, man könne gewinnen, ohne zu verlieren, genießen, ohne zu teilen.“

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Emotionen sind die Brücke zum Herzen

Im Grunde gebt ihr jeden Tag etwas – wir alle. Wir geben etwas in unseren Freundschaften, in unseren Partnerschaften, in der Beziehung zu unseren Kindern. Jegliche Form von Beziehung klappt nur, wenn wir bereit sind, zu geben, ohne lange darüber nachzudenken. Und mir liegen dabei auch die Kleinigkeiten am Herzen, die eben nicht so „selbstverständlich“ dazu gehören: dem Nachbarn die Tür aufhalten, einer fremden Frau in den Mantel zu helfen, dem älteren Herrn im Bus seinen Platz überlassen oder mit dem Verkäufer der Obdachlosen-Zeitung ein paar Worte wechseln. Es gibt viele Möglichkeiten des Gebens – alles Möglichkeiten, über das Wachrütteln unserer Emotionen ein wenig näher zu unseren Herzen zu wandern.

„Geschenke sind Beziehungszeichen, sie sind Gefühle zum Anfassen.“

Helmuth Berking, Soziologe

 

Ich wünsche euch einen schönen 2. Advent!

 

 

dtmg

  • Ich trau mich und werde öfter mal ein Wort mit der Kassiererin, dem Busfahrer oder dem Müllmann sprechen.
  • Ich werde mehr von meiner Aufmerksamkeit an meine Kinder geben. Zum Beispiel setze ich mich abends an ihr Bett und statt zügig „Gute Nacht“ zu sagen verweile ich länger.
  • Ich werde wieder Zettel schreiben. Früher hatten wir das oft gemacht, kleine liebe Botschaften.


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