Heute früh fiel mir plötzlich wieder der Satz ein, den mein Vater mir vor einiger Zeit sagte: „Alt werden ist nichts für Feiglinge.“ Ich erinnere, dass mich der Satz damals sehr berührte und mich seither begleitet. Warum ich ausgerechnet heute Morgen an diesen Satz denke, ich weiß es nicht. Vielleicht jedoch, weil ich gerade in einem Belegexemplar meines neuen Buches blättere: „Poesie der Achtsamkeit“. Warum ich ausgerechnet das Kapitel „Mut trotz Angst und Zweifel“ aufgeschlagen habe? – Vielleicht soll es so sein.

 

„Poesie der Achtsamkeit“: Mit Gedichten unseren Gefühlen auf der Spur

 

Dankbarkeit für die Momente der Reflexion

Es ist komisch in einem Buch zu lesen, das man selbst geschrieben hat. Natürlich erinnere ich mich nicht mehr an jede Zeile, das wäre auch etwas „spooky“ (wie meine Kinder sagen würden). Also lese ich mit ein wenig Neugier dieses Kapitel. Zum Mut gehört auch sich einzugestehen, dass man Angst hat. Jedenfalls hatte ich es so niedergeschrieben. Und mit dem Satz meines Vaters im Kopf überlege ich gerade, wie mutig ältere Menschen sein müssen. Die deutlichen Zeichen des Alters lassen sicherlich wenig Alternativen zu, doch es bedarf tatsächlich viel Mut, sich trotzdem am Leben zu freuen und trotzdem jeden Tag mit Hoffnung und Optimismus zu beschreiten. Zum Glücklichsein gehört eben wirklich eine große Portion Mut.

 

Dankbarkeit für das Gegebene

Und dieser Satz zeigt mir mal wieder, wie wichtig die Haltung ist. Allein unsere Haltung bestimmt, wie wir das Gegebene erleben. „Alt werden ist nichts für Feiglinge“. Genau so ist es. Alt werden ist etwas für Menschen, die achtsam die kleinen Geschenke, die jeder Tag bereit hält, erkennen und wertschätzen. Dankbarkeit für diese Fundstücke schenkt uns die Kraft, mutig zu sein und unser Leben selbst zu gestalten, selbst dann, wenn die äußeren Umstände nicht mehr so optimal sein mögen wie sie einst waren.

Abschließend eines der vielen Gedichte aus meinem Buch, das, wie ich finde, dazu auffordert, mutiger zu sein und die Dankbarkeit täglich zu zelebrieren.

 

Beherzigung

Feiger Gedanken
Bängliches Schwanken,
Weibisches Zagen,
Ängstliches Klagen
Wendet kein Elend,
Macht dich nicht frei.

 Allen Gewalten
Zum Trutz sich erhalten,
Nimmer sich beugen,
Kräftig sich zeigen,
Rufet die Arme
Der Götter herbei.

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

Poesie der Achtsamkeit

„Poesie der Achtsamkeit“: Mit Gedichten unseren Gefühlen auf der Spur - das BuchMit Gedichten unseren Gefühlen auf der Spur.

In der achtsamen Wahrnehmung öffnet sich die Magie des Augenblicks. Jutta Vogt-Tegen beschreibt verschiedene Gefühlszustände und erläutert wie wir achtsam und bewusst mit ihnen umgehen können. Ausgewählte Gedichte ermöglichen dem Leser, sich zu öffnen und intensivieren die eigene Fähigkeit Freude, Mitgefühl und Dankbarkeit zu erspüren.

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