Gastbeitrag von Beatrix Schulte:

Meine-Schreibbar-Bloggerin und Autorin des Buches „Die Seelenfeder“.

 

Was unterscheidet einen Bestseller von einem ewigen Bestseller? Das ist die Frage, die ich in einer kleinen Blogreihe beantworten will. Beginnen wir mit den ewigen Bestsellern in der Schreibszene: Julia Cameron „Der Weg des Künstlers“  (interessanterweise ist ihr spezielles Buch zum Schreiben „Über die Kunst des Schreibens“  nicht so erfolgreich geworden) und Natalie Goldmans „Schreiben in Cafés“.

 

 

Warum sind diese Bücher so erfolgreich?

Es gibt sicher viele Bücher, die vom Inhalt her das Gleiche sagen, die aber nicht diesen anhaltenden Erfolg über Jahrzehnte haben. Camerons und Goldbergs Bücher wurden aus einer absoluten Tiefphase geschrieben. Beide waren gerade von ihren Männern getrennt und saßen dort mit offenen Wunden, die sie nicht zu stillen wussten. Sie liebten das Schreiben und taten eben das, was sie liebten. Und mit ihren Büchern über Kreativität sprechen sie nicht nur zeitlich begrenzt einen Trend an, sondern etwas, das es immer gab und immer geben wird. Interessant ist, dass die beiden in der Nähe von Santa Fe in New Mexico wohnen, eine, sagen wir mal abgeschiedene Gegend.

Die Entdeckung des innewohnenden Künstlers

Cameron setzte sich eines Morgens ziemlich verzweifelt an den Küchentisch in dem kleinen Lehmhaus ihrer Freundin in New Mexiko, die ihr Unterschlupf für eine Auszeit geboten hatte und begann drei Seiten voll zu schreiben mit dem, was in ihr war. Ziel war es, ihr Herz zu kurieren, nicht einen Bestseller zu schreiben. Die „Morgenseiten“ waren geboren und sie sollte diese Art des Schreibens bis heute jeden Morgen vor dem Aufstehen beibehalten. Sie entwickelte ein 12- Wochen-Programm, das den Leser durch seinen eigenen künstlerischen Prozess führt. Für mich ein absolut bahnbrechendes Buch, denn davor war mir überhaupt nicht klar, dass ich auch Künstlerin bin, wenn ich „nur“ gerne schreibe. Darauf aufgebaut entwickelte sich meine Freiberuflichkeit in eine für mich viel passendere Richtung. Mittlerweile hält Cameron seit über 35 Jahren Vorträge, Seminare und schreibt Bücher über Kreativität. Der Erfolg liegt wohl auch dort begründet, denn diese Frau (durch)lebt ihre Bücher, sie gibt nicht irgendwelche Ratschläge, sie zeigt, wie sie es macht.

Die Hand ständig in Bewegung halten

Goldberg saß in ihrem ziemlich abgeschiedenen Häuschen in Taos (das sie als „out of the norm“ beschreibt) in New Mexico, als sie das Buch in ziemlich kurzer Zeit herunterschrieb.

Sie wurde nach dem ungebrochenen Erfolg über 30 Jahre in einem Interview gefragt, wie sie sich selbst den Erfolg erklärt. Sie sagt, sie hatte den Mut das niederzuschreiben, was sie wirklich dachte, fühlte und wollte. Sie war voller junger Energie, 30 Jahre und sie war hungrig nach dem Schreiben und dem Leben. Sie brachte beides zusammen und schrieb ihr erstes Buch ohne zu wissen, was sie tat. Sie wollte sich selbst erklären, wie man schreibt.

Garantiert ist der Erfolg dieses Buches auch dem Titel zu verdanken. Es hieß zuvor völlig nichtssagend „Der Weg des Schreibens“ , und erst als es „Schreiben in Cafés“ hieß, zog der verdiente Erfolg an. Dieser Titel hat mich selbst sofort angesprochen, denn er verbindet mich mit der Sehnsucht, bei einem Kaffee schreibend in einem Café zu sitzen. Nicht verwunderlich, dass ich selbst ihren Spuren in Girona gefolgt bin und in den Cafés meine Seelenfeder geschrieben habe.

Was können wir daraus lernen?

Wir müssen für das brennen, was wir schreiben. Wir müssen unsere Bücher auf die Ewigkeit anlegen, nicht auf einen schnellen Erfolg. Wir müssen lieben, was wir tun. Wir müssen durchleben, was wir schreiben. Und: Wir müssen selbst tun, was wir empfehlen. Sonst ist alles ein großer Bluff und das merkt der Leser! In diesem Sinne möchte ich euch noch einen Linktipp geben, denn hier sind 10 Punkte für einen Bestseller gut zusammengefasst. Sehr lesenswert von Sophie Kinsella.

Eure Beatrix

 

 

 

dtmg

  • Schaut euch die Videos auf Youtube an von Cameron und Goldberg, es gibt nicht viele, aber sehr sehenswert.
  • Welches Buch würdet ihr euch sofort beim Stöbern im Buchladen kaufen? Das Thema könntet ihr vielleicht auch selbst als Inhalt EURES Buches nehmen.
  • Macht eine MindMap zum Thema: Mein persönlicher Bestseller.

 


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