Gastbeitrag von Beatrix Schulte:

Meine-Schreibbar-Bloggerin und Autorin des Buches „Die Seelenfeder“.

 

Wisst ihr, was ich an diesem Wetter liebe? Wenn ich von einem Spaziergang mit meinem Hund Fin frierend, schniefend und nass in meine Wohnung komme und sich langsam die Backen aufheizen und glühen. Das ist für mich im wahrsten Sinne der Worte: heimkommen und sich wohlfühlen.

 

Ich zücke meinen Schreibblock und einen Stift und schreibe darüber, wie wir selbst uns auch von Sorgen, Ängsten und alten Geschichten hin- und herpeitschen lassen

 

Zeit zu schreiben

Dann ist Zeit, um eine Kerze anzuzünden und bei einer Tasse Kaffee oder Tee die Schneeflocken auf der Terrasse zu beobachten, wie sie vom Wind von der einen zur anderen Seite gepeitscht werden, so als ob er auf jeden Fall verhindern will, dass sie auf dem Boden ankommen. Ich zücke meinen Schreibblock und einen Stift und schreibe darüber, wie wir selbst uns auch von Sorgen, Ängsten und alten Geschichten hin- und herpeitschen lassen, um ja nicht auf den inneren Grund anzukommen, wo es nur still ist, ja fast unheimlich still. Meistens sind uns die Gedanken lieber, auch wenn sie ständig die gleichen Katastrophen hervorholen und damit dafür sorgen, dass sie auch in ähnlicher Weise immer wiederkehren.

 

Unser Gehirn will Kontrolle

Unser Gehirn kann nicht anders, wir dürfen es dafür nicht schelten, es will für uns das Beste: Probleme lösen, Bestleistung erbringen, uns rechtfertigen, warnen, wenn Gefahr droht. Und es ist für das Gehirn eine Gefahr, nicht zu denken! Das muss uns klar sein. Es will die schönen, alten Gedanken und Bilder lieber aufrecht erhalten, die die unangenehmen Gefühle nach sich ziehen, da es um Kontrollverlust fürchtet. Deswegen spüren auch so viele Menschen diesen inneren Widerstand, sich mit sich zu beschäftigen wie z.B. beim Schreiben, Malen oder Handwerken. All die kreativen Dinge funktionieren wie eine Einkehr: von außen nach innen.

 

Rauhnacht Schreiben als Zugang zur Seele

Die Rauhnächte zwischen den Jahren bieten durch die langen Nächte und die hohe Energie eine ganz besondere Gelegenheit, sich mal fern ab vom alltäglichen Wirrwarr im Außen, mit dem Innen zu beschäftigen. Gerade das Schreiben ist eine ideale Möglichkeit sich zu Hause wann immer man Zeit hat, mit sich selbst zu beschäftigen. Ich möchte euch dazu ermuntern, den Stift in die Hand zu nehmen, ein schönes Heft und mit dem Schreiben anzufangen. Während ihr schreibt, werdet ihr innerhalb kürzester Zeit merken, dass die Gedanken ruhiger werden, fast friedlich und zahm. Wenn wir den Stift in der Hand halten, übernimmt die Seele die Führung.

 

4 gute Gründe für das Rauhnacht Schreiben:

Einkehren: Mal Hallo sagen zu sich selbst, mal freundlich fragen, wie es der Seele so im Körper geht, ob sie sich da wohlfühlt oder was sie letztes Jahr echt gestört hat.
Heimkommen: Zu fühlen, was bereits da ist und das aufschreiben. Wahr-nehmen heißt Anteil an der Wahrheit haben, die ewig, seiend, ohne Anfang und Ende ist.
Ankommen. Sich zu Hause fühlen in sich drin. Wie Eckhart Tolle es sagt, immer mit einem Teil des Bewusstseins in sich hineinfühlen, den Raum innen einnehmen. Er hat dazu zahlreiche Übungen entwickelt, die ganz einfach und bei jedem alltäglichen Handeln möglich sind. Wenn wir das beim Schreiben anwenden, bekommt der Stift Kraft von innen. Wer Fragen an die Seele stellen will, dem sei empfohlen, die Frage mit rechts zu schreiben und die Antwort mit links. Links steht für das Unbewusste, das eh viel mehr weiß.
Verweilen. Sich aushalten, beim achtsamen Schreiben bleiben, nicht abdriften. Das Schreiben genießen: Verweile doch, du bist so schön…

 

Einladung zum gemeinsamen Rauhnacht-Schreiben

Zu guter Letzt will ich euch einladen, mit mir die Rauhnächte schreibend zu verbringen. Für alle, die im Sauerland wohnen, wäre es eine Möglichkeit mit anderen Schreibern von 18.30-22.00 an ausgewählten Terminen unter meiner Anleitung zu schreiben. Für alle anderen, die weiter weg wohnen, werde ich jeden einzelnen Abend der Rauhnächte eine Schreibaufgabe auf www.meine-schreibbar.de veröffentlichen, über die wir uns gerne später austauschen können. Das wäre mal ein Schritt in ein bewusstes Weihnachten, ohne danach enttäuscht zu sein, weil man die Freude an einer falschen Stelle gesucht hat.

Eure Beatrix

 

 

dtmg

  • Führt ein Rauhnacht Tagebuch. So könnt ihr jeden Tag bewusst Zeit mit euch verbringen.
  • Paul Henkel von www.schreibenwirkt.de hat ein kleines Büchlein (auch Ebook) herausgegeben (December Journaling) mit sehr guten Übungen zum Schreiben. Er hat es in Kapitel gegliedert wie Familie, Erinnerungen, zurückblicken oder nach vorne schauen. Er ist systemischer Coach und deswegen gehen seine Fragen in die Tiefe und erhellen so manche dunkle Stelle in uns.
  • Zündet euch in jeder Rauhnacht zur gleichen Zeit eine Kerze an. Beobachtet sie einfach nur, wie sie hin- und herflackert. Auch wenn ihr wenig Zeit habt, es dauert keine 3 Minuten, um sich innerlich zu sammeln.

 


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