Donnerstagabend war ich zu Gast bei der Nordwest-Zeitung, um einen Vortrag über Achtsamkeit in Bezug auf Stress zu halten. Da hundert Gäste erwartet wurden, bat man mich, ein Headset-Mikrofon zu benutzen. Also stülpte ich mir den Ohrenbügel hinter mein Ohr und wollte das mit dem Kabel verbundene Bodypack unter meinem Kleid befestigen. Etwas kompliziert, ich weiß, aber ich trug nun mal keine Hose, hatte auch keinen Gürtel und irgendwo musste dieses kleine Gerät ja nun angebracht werden. So fragte ich eine nette Mitarbeiterin der Zeitung, ob sie mir helfen könne und verschwand mit ihr auf der Damentoilette, wo wir das Gerät an meiner Wäsche befestigten. Ihr wisst selbst, an diesem Ort so unter uns Frauen ist man schnell vertraut, lacht und macht alberne Späße. Erfolgreich verkabelt kam ich wieder aus der Toilette heraus. Mittlerweile hatte sich der Saal gut gefüllt und ich war bester Dinge, als mir ein Herr entgegenkam, um mich freundlich darauf hinzuweisen, dass leider die ganze Zeit über mein Mikrofon angestellt gewesen sei.

Oh je, wir Damen vom stillen Örtchen hatten den Saal also bestens unterhalten. Ein großartiger Start, um souverän zum Rednerpult zu marschieren und hundert Menschen etwas über Stressabbau zu erzählen. Hahaha, mir verging das Lachen. Doch zum Thema Stress konnte ich mich jetzt ja schlecht stressen lassen. Somit blieb ich achtsam bei mir, spürte, wie ich gelassen wurde und startete meinen Vortrag mit einem Lachen über diesen Fauxpas. Und, oh Wunder, mir war das gar nicht mehr peinlich, die Peinlichkeit löste sich auf. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Teilnehmer mir deswegen nicht mehr oder weniger Wertschätzung entgegenbrachten.

Somit lautete meine Lektion an diesem Abend: Sei du selbst! Je mehr ihr zu euch steht, egal wie die Situation ist, desto gelassener werdet ihr. Das Wunderbare dabei: Der Stress löst sich wie von alleine auf. Im Grunde passte dieser Vorfall also bestens zum Thema des Abends.

 


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