Es gibt diese typischen Auseinandersetzungen zwischen Mann und Frau, bei denen man meint, beide würden eine komplett andere Sprache sprechen. Sie ist ganz Emotion, Er verkörpert die Logik. Sie gefühlsbetont, Er zielorientiert. Wie kommt man da auf einen Nenner? Gar nicht. 🙂

 

Mann und Frau sind nicht immer kompatibel :-) . Schwappen die Emotionen über, sind auf beiden Seiten Achtsamkeit und Empathie gefragt.

Mann und Frau sind nicht immer kompatibel 🙂 . Schwappen die Emotionen über, sind auf beiden Seiten Achtsamkeit und Empathie gefragt.

 

Ohne Emotionen spüren wir keine Verbindung

Okay, ich plaudere aus dem Nähkästchen: Gestern Abend hatten mein lieber Mann und ich einen hoch emotionalen Streit. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich auf dem Lande einsam fühle und das Treiben und die Lebendigkeit der Stadt vermisse. So hätte ich es mir nicht vorgestellt. Er reagierte nicht so wirklich verständnisvoll, von wegen, wir hätten die Entscheidung zusammen gefällt und ich wäre doch diejenige gewesen, die immer rausziehen wollte. Okay, sicher, da hat er natürlich recht. Trotzdem fällt mir die Eingewöhnung schwer. So ergab ein Wort das andere, ich hätte es doch wissen müssen, immer mein Hadern im Nachhinein und nun sei das nun mal so – Punkt. Eine kurzfristige Lösung gäbe es da nicht, aus, basta. –  Merkt ihr, worauf ich hinaus will? Eigentlich wollte ich nur, dass mein Mann mich in den Arm nimmt und mir sagt, dass er sehr gut verstehe, wie schwer die Umstellung für mich sei, die Zeit es jedoch richten würde, war schkließlich bei allen Entscheidungen so und falls nicht, nichts sei in Stein gemeißelt.

 

Emotionen werden durch Empathie aufgefangen

In ihrem Buch „Das Buch der Gefühle“ beschreibt Tiffany Watt Smith die Empathie unter anderem als:

„Die Fähigkeit, die Qual anderer wahrzunehmen oder einen leisen Widerhall ihrer Erregung zu spüren und daher auf eine Weise zu reagieren, die uns die andere Person näherbringt statt sie zu entfremden, ….“

 

Bei dem Streit ging es um nichts anderes als um Einfühlung. Sobald uns jemand einfühlsam begegnet ebben unsere Emotionen insofern ab, dass sie weniger bedrohlich wirken. Ich gestehe, oft wünsche ich mir jemanden, der mir sagt, was ich tun soll. In allen möglichen Situationen, wo meine Emotionen mich rütteln und schütteln, wünsche ich mir den berühmten Fels in der Brandung, der meine Wogen stoppt. Doch typisch Frau hilft mir logisches und rationelles Denken weit weniger als eine liebevolle Umarmung und verständnisvolle Anteilnahme.

 

Emotionen erzeugen Resonanz

Vielleicht lag es auch an meiner Art und Weise, wie ich meine emotionale Verzweiflung ausgedrückt hatte, nämlich genervt und ziemlich theatralisch („Ich vereinsame hier, kriege von der Welt nichts mehr mit, spreche nur noch mit dem Hund und das war´s dann mit meinem Leben, aus und vorbei.“).

„Entscheiden wir uns dafür, stressende Gedanken loslassen, handeln wir sehr wirkungsvoll. Loszulassen gelingt, …, am leichtesten, indem wir uns ganz präsent dem zugehörigen (Körper-) Gefühl zuwenden und uns darauf konzentrieren, wo und wie es sich zeigt. Zum Beispiel zu spüren, wo genau im Körper wir es wahrnehmen können (Kopf, Bauch, Brustraum…), was es mit unserer Energie macht, welche Wirkung es auf unsere innere Verfassung hat. Wir zielen also nicht darauf, den Gedanken, der sich bereits in unserem Kopf befindet zu verdrängen. Er ist ja schon da – also erkennen wir ihn einfach an. Aber schon in einem nächsten Schritt lassen wir ihn los, indem wir ganz aufmerksam und präsent das zugehörige Gefühl wahrnehmen und akzeptieren. So entziehen wir der Gedanken- und Gefühlsspirale die Kraft, die sie benötigt, um unser Bewusstsein besetzt zu halten.“

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Auch ich hatte meinen Teil zum Streit beigetragen. Als „Achtsamkeitstante“ hätte ich wissen müssen, wie ich alleine durch die (körper)-achtsame Wahrnehmung meine Emotionen erkennen, annehmen und relativieren kann. So hätte ich klar gesehen, dass meine Emotionen vor allem durch die Unzufriedenheit über meinen Arbeitstag geprägt waren, weil ich nicht das erledigt hatte, was ich wollte. Ich hätte erkannt, dass die Welt bereits am nächsten Morgen durch eine ganz andere Brille betrachtet wird. – Hätte, hätte, hätte. Im Nachhinein ist man meistens schlauer.  🙂

Das Gute an dem Streit: Nachdem die Emotionen abgekühlt waren konnten mein Mann und ich in Ruhe darüber sprechen und über unsere Reaktionen sogar lachen. Vielleicht hilft es uns ja beiden, in der nächsten Situation achtsamer und einfühlsamer zu reagieren.

 

 

dtmg

  • Bevor ich mich von meinen Emotionen hinreißen lasse spüre ich achtsam in mich hinein: Was ist hier eigentlich wirklich los?
  • Erwarte ich von meinem Gegenüber Einfühlung und Empathie muss ich ihm dazu auch die Chance geben, sprich ich begegne ihm ohne Vorwürfe oder Kritik.
  • In belastenden Situationen halte ich inne und sage mir selbst: „Morgen sehe ich die Welt bereits mit anderen Augen.“

 


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