Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber ich bin manchmal grummelig und innerlich leicht genervt ohne den Grund dafür zu wissen. An solchen Tagen bin ich mit mir selbst unzufrieden, sprich die Haare liegen nicht, alle Klamotten sind irgendwie blöde und mein Alltag erscheint mir wenig lustvoll. Schrecklich! Gut, wenn man in solchen Momenten weiß, welche Emotion einen unterschwellig in den Fängen hält.

Wird eine Grundemotion angetriggert entfacht sie häufig eine Vielzahl an unterschiedlichen Gefühlen.

Wird eine Grundemotion angetriggert entfacht sie häufig eine Vielzahl an unterschiedlichen Gefühlen.

Atlas der Emotionen

Genau darüber bin ich gestolpert: über einen Atlas der Emotionen. Der Psychologe Paul Ekman und der Dalai Lama haben sich über die Wissenschaft von Emotionen ausgetauscht und so ist der virtuelle Atlas der Emotionen entstanden. Dieser veranschaulicht, welche Gefühle und Reaktionen von folgenden Grundemotionen angetriggert werden:

  • Wut
  • Freude
  • Angst
  • Ekel
  • Trauer

 

„Das Gewahrsein unserer Emotionen ermöglicht uns das Verständnis, durch welche Auslöser sie angetriggert werden, in welchen Gefühlen sie sich äußern und wie wir darauf reagieren.“

frei übersetzt

Tagebuch der Emotionen

Spannend finde ich jetzt die Idee, einmal am Abend rückblickend auf den Tag zu schauen, welche dieser Grundemotionen euch geleitet hat. Natürlich ist es nicht so, dass wir nur eine Grundemotion am Tage haben. Haha, das wäre ja einfach. Doch wenn ihr euren Tag Revue passieren lasst, dann fällt euch bestimmt eine Situation oder eine Begegnung ein, die es wert ist, genauer hinzuschauen. Am besten natürlich, ihr würdet euch direkt in der Situation einen Atemzug lang Zeit nehmen, um achtsam zu spüren, welches Grundgefühl sich dort gerade zu Wort meldet. Trotzdem ist es auch im Nachhinein noch interessant dieses zu reflektieren. Einfach, um sich selbst besser zu verstehen, die eigenen Gefühle und typischen Verhaltensmuster. Vielleicht erkennt ihr dabei sogar eine bestimmte Emotion, die euch immer wieder am Wickel hat. Bei mir wäre das bestimmt die Angst.

„Achtsame Gewahrwerdung der Emotionen ist eine Strategie. Sie hilft uns die Erfahrung der Emotion besser zu verstehen. Wir wollen damit die Emotionen nicht loswerden, sondern einen Weg finden, mit ihnen auf konstruktive Weise umzugehen.“

frei übersetzt

Gefühlsbalance der Emotionen

Greife ich jetzt einmal die negativen Grundemotionen heraus, sprich Wut, Trauer, Ekel und Angst, so sind diese eben nicht nur negativ zu bewerten. Zum Beispiel meine Angst: Sie hilft mir auch, wachsam zu bleiben, nicht blind zu vertrauen und in kritischen Situationen meine Aufmerksamkeit zu fokussieren. Da ich gerade mit den Kindern die letzten Vorbereitungen für ihre Sprachreise tätige, sensibilisiert mich meine Angst für alle Eventualitäten: Was benötigen die Kinder als Notfallapotheke? Was kann ich ihnen heimlich in den Koffer stecken als Trostanker im Falle von Heimweh? 🙂 Wichtig ist zu erkennen, wann meine Angst ins Negative abrutscht, um hier bewusst innezuhalten und loszulassen.

Körpersprache der Emotionen

„Emotionen sind Körpersignale und je nachdem, was wir empfinden, gehört eine Bewegung (motion) dazu.“

Prof. Dr. Jutta Heller,
aus: „Resilienz – 7 Schlüssel für mehr innere Stärke

Positive Emotionen gehen automatisch mit einer „Öffnung“ des Körpers einher. Wir richten uns auf, strecken die Brust nach vorne, öffnen den Mund beim Lachen und selbst unsere Augen „vergrößern“ sich. Negative Emotionen lassen uns zusammensinken, die Augenbrauen verengen sich und insgesamt zieht sich unser Körper zusammen. Checkt also selbst im Laufe des Tages immer mal wieder eure Haltung. Welches typische Körpermuster entdeckt ihr? So kommt ihr eurer vorherrschenden Emotion ebenfalls auf die Schliche.

 

 

dtmg

  • Im Laufe des Tages checke ich immer mal wieder welche der fünf Grundemotionen mich gerade leitet.
  • Jeden Abend reflektiere ich den Tag in Bezug auf meine Emotionen: Welche Grundemotionen waren heute entscheidend? In Bezug auf negative Gefühle übe ich mich damit auch gleichzeitig in liebevoller Akzeptanz.
  • Ich achte bewusster auf meine Körperhaltung, um rechtzeitig zu erkennen, welche Emotion gerade meine Grundstimmung färbt.

 


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