Neulich las ich einen Artikel über einen MBCT-Kurs. Dabei geht es um achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie. Diese kombiniert die Kernelemente des MBSR-Programms mit den Techniken einer kognitiven Verhaltenstherapie. Da ich immer wieder mit diversen Stimmungsschwankungen und mit Ängsten zu tun habe, wollte ich mich für einen Kurs anmelden, kann ja nicht schaden. Die Kursleiterin fragte mich dann, ob ich mich bereits mit Achtsamkeit auskennen würde. Ich lachte verlegen, erzählte ihr, dass dieses so in etwa mein Job sei, doch leider würde mir das nicht immer so leicht fallen. Sofort stimmte die nette Dame in mein Lachen mit ein und bestätigte: Oh ja, das kenne sie nur zu gut, das würde jedem so ergehen. Da wurde mir schlagartig klar:  So wie es ist, so ist es und das ist gut so, denn so ist das Leben.

 

Das Leben zulassen und vertrauen. So entsteht Gelassenheit durch die Freude am Sein.

Das Leben zulassen und vertrauen. So entsteht Gelassenheit durch die Freude am Sein.

 

Gelassenheit bedeutet Loslassen und annehmen was ist.

Ständig sehnen wir uns nach etwas, was scheinbar fehlt. Ständig mit Blick auf den erwünschten Soll-Zustand ist es kein Wunder, dass wir den Ist-Zustand ablehnen und beklagen. Samstagabend kam mein Sohnemann nicht nachhause. Lediglich eine WhatsApp schrieb er mir, er wäre um 1.00 Uhr nachts wieder daheim, schließlich sei Wochenende und übrigens sei sein Akku jetzt leer. Erst war ich fuchsteufelswild, dann setze ich mich an den Schreibtisch und schrieb: mein Dankbarkeitsbuch, ein paar Seiten Tagebuch und Notizen für mein nächstes Achtsamkeitsprojekt. Um Punkt 1.00 Uhr hörte ich den Schlüssel in der Haustür. Das Verhalten von Junior war nicht okay, darüber redeten wir am nächsten Tag. Doch hatte ich die Wartezeit tatsächlich super für mich genutzt und sogar genossen.

 

In der Gelassenheit eröffnet sich ein Freiraum für das Schöne, was bereits da ist.

„Und das einzig Richtige, was du tun kannst, wenn du etwas verändern möchtest, dann ist das:

Alles so zu akzeptieren, wie es ist.

Nicht ärgern, was du verpasst hast.

Nicht die Schuld den Eltern, dem Chef, der Gesellschaft, der Wirtschaftslage oder Angela Merkel in die Schuhe zu schieben.“

www.markuscerenak.net

In seinem Newsletter schreibt Blogger Markus Cerenak, dass wir oft den Fehler machen würden, unser Navi nach dem ersehnten Ziel zu programmieren, ohne jedoch den Ausgangspunkt einzugeben. So kommt man natürlich nicht ans Ziel. Ich finde dieses Bild sehr treffend. Erst sollten wir einmal schauen, wo wir überhaupt stehen, bevor wir alles verändern wollen. Was ist gut an dem, wie es ist? Was ist realistisch umsetzbar? Und wie lässt sich mit dem, was bereits vorhanden ist, arbeiten?

 

Gelassenheit verbindet uns mit dem Leben

In mein Tagebuch schrieb ich während der langen Nacht des Wartens folgenden Satz: Das Leben zulassen. Keine Ahnung warum, aber irgendwie fühlte sich die Situation gerade genauso an: Das Leben zulassen. In dem Moment, wo wir die Zügel lockerer lassen und akzeptieren, dass wir nicht alles kontrollieren und im Griff haben können, in diesem Moment lassen wir das Leben zu und verbinden uns mit dem Leben. Wir vertrauen. Wir vertrauen ins Leben.

„Meister Eckhart hat als unmittelbaren Schritt zum gelâzen sin das gelâzen han ausgemacht.

„Man muss erst lassen können, um gelassen zu sein.“

– Meister Eckhart

Man könnte auch von „Loslassen“ sprechen. Heinrich Seuse, der Schüler Eckharts, schwärmte vom gelassenen Menschen, den kein Vorher und kein Nachher zerstreut. Er lebt in einem Augenblick, im Jetzt.“

www.wikipedia.org

Es einfach einmal lassen, wie es ist und statt nach vorne und nach hinten zu schauen den Moment betrachten. Das ist doch auch bereits Achtsamkeit. Wir sollten es nicht zu kompliziert machen.

 

 

dtmg

  • Ich gebe den Widerstand auf und nehme die Dinge an, wie sie sind, um daraus das Beste zu machen.
  • Statt den Fokus auf all das zu richten, was besser sein könnte, betrachte ich mit Freude das Gute, was bereits da ist.
  • Das Leben zulassen. – Diesen Satz werde ich mir wie ein Mantra mit auf den Weg nehmen.

 


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