„Sei mir gegrüßet, du lieber Mai“, mit diesem Gedicht hieß Wilhelm Busch einst den Wonnemonat Mai willkommen, der uns kommende Woche Montag gleich mit einem Feiertag beschenkt. Mancher Orts werden Sonntagnacht die Hexenfeuer entfacht, um vor Krankheit und Schlechtem zu schützen. Oder es werden Maibäume geschmückt und ausgelassen durch die Nacht getanzt. Den 1. Mai können wir nämlich die Füsse hoch legen. Wir dürfen offiziell blau machen, herrlich! Warum nicht den Tag in Dankbarkeit faulenzen?

„Was so einfach klingt, kostet freilich Überwindung. Schließlich ist reines Nichtstun in der westlichen Kultur als Müßiggang oder Faulenzen verpönt. Viele fühlen sich schuldig, wenn sie nicht wenigstens irgendwie beschäftigt sind.“

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Stress abbauen klappt prima über bewusstes Atmen – zwei, drei Minuten reichen bereits aus.

Stress abbauen klappt prima über bewusstes Atmen – zwei, drei Minuten reichen bereits aus.

Um Dankbarkeit zu spüren bedarf es Muße und ein wenig lange Weile

Dabei ist es dringend notwendig, sich einmal ziellos treiben zu lassen, denn in dieser Zeit tankt das Gehirn Energie. Vor allem ist das Nichtstun eine tolle Möglichkeit, in Dankbarkeit all das Gute wahrzunehmen, was bereits in unserem Leben vorhanden ist. Zum Beispiel beim ziellosen Fahrradfahren oder einem Spaziergang. Sich treiben lassen und spüren: Worauf habe ich jetzt Lust, was tut mir jetzt gut.

„Durch den Müßiggang bekommen bedeutende Ideen, die in Ihrem Unterbewusstsein schlummern, eine Chance, in Ihr Bewusstsein zu dringen.“

Andrew Smart, aus: Öfter mal auf Autopilot – Warum Nichtstun so wichtig ist“

In Dankbarkeit dem Nichtstun frönen, denn dabei erfahren viel über uns selbst

Meldet sich bei euch jedoch nur das schlechte Gewissen ob der Faulenzerei, so gilt es auch hier achtsam zu schauen, warum das so ist. Denn diese Stimmen sind es auch, die uns tagtäglich antreiben. In der Erkenntnis und Annahme können wir uns mehr und mehr von ihnen lösen.

Sich bewusst für das Nichtstun zu entscheiden bedeutet auch, Selbstverantwortung zu übernehmen und autonom zu handeln. Vor allem ist es eine wichtige Möglichkeit, seinem eigenen Rhythmus zu folgen, diesen überhaupt erst einmal wahrzunehmen. Wie wäre es also, mit Dankbarkeit nichts zu tun? Denn das Nichtstun lässt uns erst erkennen, wie sehr wir tagtäglich Reizen ausgesetzt sind, die uns unentwegt zum reagieren auffordern. Das ist Stress pur.

„Mit unserem Körper gehen wir längst pfleglicher und klüger um als mit unserem Geist. Unzählige Diätratgeber lehren uns, beim Essen Maß zu halten, wir machen Frühjahrs- und Herbstkuren und achten auf den body-mass-Index. Doch all das, was in Bezug auf das Essen Common Sense ist, scheint im Umgang mit Informationen nicht zu gelten. Dort frönen wir häufig einer ungezügelten Völlerei, überreizen unser Denkorgan mit zu vielen, falschen oder unwichtigen Informationen und kommen kaum auf den Gedanken, dass unser Gehirn dies alles ja verdauen muss und dass es – wie jedes Organ – Zeiten der Regeneration braucht.“

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Sich also einfach mal treiben lassen. Keine To-do-Listen, keine Verabredungen und keine Pflichten – einfach nur mal wir. Wie der Tag verlaufen wird, das müsst ihr gar nicht wissen. Einfach schauen, was so kommt und worauf ihr Lust habt. Und fühlt sich das im ersten Moment nicht gut an: Lächelnd annehmen was ist. Es zeigt nur, wie ihr normaler Weise tickt. Lasst ihr es euch trotzdem gut gehen, werdet ihr am Ende des Tages dankbar sein, dass ihr mutig der Versuchung des „pflichtbewussten Tuns“ widerstanden habt. So seid ihr euch selbst einen Schritt näher gekommen. Bravo. :-)

 

 

dtmg

  • Ich gönne mir einmal im Monat einen „Blaumach-Tag“: keine Pflichten, keine Verabredungen, keine To-do-Listen – einfach sehen, worauf ich Lust habe.
  • Spüre ich, dass beim Nichtstun ungute Gefühle aufkommen, nehme ich sie liebevoll an statt mich dagegen zu wehren.
  • Das Nichtstun genieße ich mit bewusster Achtsamkeit und spüre auch der Dankbarkeit nach, dass ich es mir wert bin, mir dieses zu gönnen.

 


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