Gastbeitrag von Beatrix Schulte:

Meine-Schreibbar-Bloggerin und Autorin des Buches „Die Seelenfeder“.

 

Oft frage ich mich, warum ich mir zu viele Aufgaben aufbürde, ohne klar Grenzen zu setzen. Meistens bin ich zu schnell bereit, meinen Weg zu verlassen, um anderen einen Gefallen zu tun. Nur welchen Preis zahle ich auf Dauer, wenn ich meinen Plan aus den Augen verliere? Sicher den der Selbstachtung! Ich ahne, warum es bei mir so ist, dass ich schneller Ja als Nein sage. Es kostet mich Kraft, Nein zu sagen. Lieber verleugne ich meinen Tagesplan und meine Bedürfnisse. Die Angst vor einer größeren Auseinandersetzung und offener Ablehnung bestimmt mein Handeln. Und wenn ich dann Nein sage, kommt es leider zu oft zickig oder genervt heraus, es folgen zu lange Erklärungen und Entschuldigungen oder abgebrochene Sätze, die mich unsicher wirken lassen. Das liegt daran, dass ich in dem Moment „außer mir“ bin, d.h. die Verbindung zu mir fehlt, um  respektvoll und wertschätzend Nein zu sagen.

 

Jetzt gehört mein Leben mir

 

Schreiben als Gesprächs-Vorbereitung

Um das zu lernen, schreibe ich die Situation, bevor ich sie mit demjenigen bespreche, auf. Ich schreibe alles auf, was mir dazu einfällt, alle Urteile über die andere Person, über die Situation, was ich auf keinen Fall will und was ich mir wünsche und was ich brauche. Das dauert nicht lange, ist aber sehr effektiv. Ich kann jedem nur empfehlen, vor einer Auseinandersetzung diese einfache Möglichkeit zu wählen. Es muss niemand sehen, werft den Zettel danach weg. Meistens seid ihr danach klar und könnt besser kommunizieren, weil ihr durch das Schreiben Kopf und Herz zusammengebracht habt. Daraus entstehen ganz andere Worte, die euch sicher erscheinen lassen und klar.

 

Kreative Seminare zur Klärung

In der Akademie für Kunst und Kultur bieten wir gerade zu dem Thema Nein sagen Kreative Seminare an. Wir wollen dazu ermuntern, sich künstlerisch seinen Gedanken und Gefühlen zu stellen. Zunächst können wir unser wahres Sein mit Gedanken und Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen aufschreiben, damit wir sie in Worte gepackt, auch mitteilen können. Danach nehmen wir bunte Farbe in die Hand und setzen den ersten Strich auf unsere eigene Leinwand. Oder wir nehmen ein großes Stück Ton in die Hand lassen daraus etwas entstehen, das unserer Situation entspricht. Fühlt euch herzlich willkommen, mal an so einem Tagesseminar teilzunehmen. Ich wünsche euch, dass ihr in der Kreativität eine genauso große Freude und Erfüllung findet, wie wir.

 

Warum sagen wir nicht öfter Nein?

  • Wenn ich Nein sage, mögen die anderen mich nicht mehr oder reden schlecht von mir.
  • Wenn ich Nein sage, gelte ich als egoistisch.
  • Ich bin ja gar nicht so wichtig! Die anderen kommen vor mir.
  • Wenn ich Nein sage, könnte es zu offen ausgetragenen Konflikten kommen, denen ich nicht gewachsen bin.
  • Wenn ich Nein sage, was bin ich dann noch wert? Mein Wert zeigt sich darin, anderen zu helfen.

 

Welche Vorteile haben wir davon, nicht Nein zu sagen?

Wir wollen einem Ideal von uns entsprechen, wollen gemocht werden, nett, einfühlsam, anschmiegsam, biegsam, einfach, unkompliziert erscheinen.

Wer für andere da ist, der ist beim anderen, der meint zu wissen, was für den anderen richtig und gut ist und was er braucht. Und während wir hinter den anderen herrennen, brauchen wir uns auch nicht unseren eigenen Bedürfnissen und Wünschen stellen. Traut euch, es lohnt sich!

 

Eure Beatrix

 

 

dtmg

  • Schreibt 10 Minuten frei über die Folgen, die ihr beim Nein-Sagen befürchtet: Wenn ich Nein sage, …
  • Erstellt ein Mindmap: Wozu sage ich bei mir selbst Nein?
  • Überprüft jedes Nein zu euch selbst, indem ihr darunter schreibt, was positiv an der Eigenschaft sein kann.

 


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