Auf die Spitze getrieben sieht es so aus: Jeder hält alljährlich an den typischen Weihnachtstraditionen fest, schließlich will man niemanden aus der Familie vor den Kopf stoßen, doch insgeheim wäre jeder glücklich, wenn es mal anders laufen würde.

 

Gerade bei traditionellen Festen wie dem Weihnachtsfest erkennen wir wunderbar, welche Konditionierungen uns antreiben.

Gerade bei traditionellen Festen wie dem Weihnachtsfest erkennen wir wunderbar, welche Konditionierungen uns antreiben.

 

Konditionierungen bitte schön nur dann, wenn sie euch glücklich machen

Meine Großeltern väterlicherseits waren Landwirte und für sie war Heilig Abend das Fest der Feste. Entsprechend perfekt musste alles im Vorfeld organisiert werden, denn der traditionelle Ablauf dieses besonderen Tages durfte unter keinen Umständen an irgendeiner Achtlosigkeit scheitern. Puh, welche Last. Noch immer trage ich diesen Anspruch mit mir herum. Also sollte ich jetzt fleißig backen, das Festmahl vorbereiten und den Weihnachtsbaumschmuck entstauben. Pustekuchen, ich mache von alledem rein gar nichts. Das fühlt sich ein wenig wie Schule schwänzen an. Und in mir brodelt es: „Ich müsste…..ich sollte…ich darf nicht.“

Natürlich tragen nicht nur Familiennormen zu unseren Gewohnheiten bei. Kultur, Tradition, etc. produzieren auch einige davon. Die Ursachen, das wir diese Gewohnheiten aufrechterhalten? Unwissenheit, Ängste, Bequemlichkeit…“

www.franziskalinke.de

Konditionierungen lösen sich leichter mit einem Ziel

Die Tage hatte ich mal wieder  das Buch „Das Mentalprinzip“ von Jürgen Karsten in den Händen. Es handelt davon, wie wir mit unseren Gedanken unsere Realität formen. Und so ist es doch: Wenn wir nicht bewusst den alten Konditionierungen neues Gedankengut entgegenzusetzen haben, bleiben wir in diesen Mustern hängen.

„Wir verhalten uns passiv und nehmen einfach hin, was der Tag, die Woche, das Leben uns bringen und für uns bereithalten. Die Folge ist, dass wir von außen gesteuert sind, weil wir fremdbestimmte Felder generieren und entsprechende Resonanzen aufbauen.“

www.amrita.de

Wie möchte ich eigentlich Weihnachten feiern? Fragt euch das auch einmal: Was ist euch am Heilig Abend wichtig? Was macht das Fest für euch aus? Wie und mit wem würdet ihr diesen Tag gerne verbringen? Wünscht ihr euch Ruhe? Wünscht ihr euch ein gutes Essen? Möchtet ihr in der Kirche Besinnlichkeit erleben? Möchtet ihr mit der gesamten Familie oder lieber nur mit eurem Partner und den engsten Freunden feiern? Je konkreter ihr euch darüber im Klaren seid desto leichter wird es euch fallen, euch dafür auch stark zu machen und die vermeintlich schlechten Gefühle – (Ich nenne sie mal Schulschwänzer-Gefühle.) auszuhalten.

Über Konditionierungen lässt sich ehrlich sprechen

Letztes Weihnachtsfest sind wir mit der Familie einfach weggefahren. Am 23. Dezember waren wir auf der Autobahn Richtung Gebirge. Das hatte mich Überwindung gekostet. Ich hatte mich zuvor fast gar nicht getraut, meinen Eltern zu sagen, dass wir gerne vereisen würden. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass es für sie kein Problem gewesen war. Beide bestätigten mir, dass sie es früher am liebsten auch so gemacht hätten und es nun bereuten, dass sie sich nicht getraut hatten, es ihren Eltern zu sagen. Manches, was in uns gärt, müssen wir ehrlich und offen ansprechen: „Ich würde so gerne, aber ich kann nicht über meinen Schatten springen.“ Oder auch: „Ich wünsche mir so sehr, doch habe ich Angst, zu verletzen, egoistisch zu sein, das Wohlwollen der anderen zu verlieren.“

„Es gibt vorteilhafte und unvorteilhafte Konditionierungen/Gewohnheiten. Beide sind antrainiert. Wenn eine Gewohnheit sich erst einmal im Bewusstsein eingenistet hat und dann unter Umständen zu Abhängigkeiten, Anhaftungen, Festhalten und Besitzansprüchen führt, braucht es viel Bewusstheit

 

  • a) zu realisieren, dass eine Konditionierung/Gewohnheit nur eine von vielen möglichen Realitäten ist, und dass
  • b) sie losgelassen werden kann und
  • c) eine neue Konditionierung/Gewohnheit/Realität erschaffen bzw. enthüllt werden kann aus dem Meer aller Möglichkeiten.“
www.findedeinemitte.at

Vielleicht sollten wir nicht erst zum Jahreswechsel damit beginnen, endlose Listen mit allen möglichen guten Vorsätzen der Veränderung zu schreiben. Mutig etwas Neues wagen, wonach euer Herz sich sehnt, dazu ist jeder Zeitpunkt richtig. Denn euer Herz liegt immer richtig. Erst die Gedanken sind es, die die Sprache des Herzens verpfuschen.

 

Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest voll Freude, Harmonie und Liebe!

 

 

dtmg

  • Das Wichtigste an den Weihnachtstagen ist für mich, dass wir als Familie eine schöne und stressfreie Zeit haben. Das rufe ich mit immer dann ins Gedächtnis wenn mein Perfektionismus sich zu Wort meldet.
  • Ich werde meine Konditionierungen überdenken und eine Liste machen, um einmal zu schauen, wie sehr ich hier „fremdbestimmt“ bin.
  • Schluss mit der altmodischen Konditionierung, dass die Frau und Mutter das Fest ausrichten muss. Ich werde genussvoll und dankend die Hilfe meines Mannes annehmen. 🙂

 


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