Seid gestern ist die Leipziger Buchmesse in Gange und ich sitze hier in Hamburg. Alle Freude und Bekannten aus der Branche fahren hin. Nur ich nicht, denn leider klappt es familientechnisch nicht – mit Kindern und Hund oft schwierig zu organisierenL Kein Weltuntergang und trotzdem fühle ich mich wertlos und ausgegrenzt. Nach dem Motto: Mutti bleibt schön zuhause, was will Mutti da überhaupt. Ist quatsch, fühlt sich aber so an. Diese Emotionen der Minderwertigkeit setzen meinem Ego schmerzlich zu.

„Das Ego wird gefüttert, mit jeder Bestätigung und Zuwendung. Das Ego ist also abhängig davon, wie wir von außen wahrgenommen werden. das ist uns in der Regel nicht gleichgültig. Wir basteln deshalb gern an unserem Ego, wir polieren es auf, damit es gut aussieht.“

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Achtung: Euer Ego meint es nicht immer gut mit euch. Unangenehme Emotionen achtsam zu hinterfragen bringt die Strategie des Egos ans Licht.

Achtung: Euer Ego meint es nicht immer gut mit euch. Unangenehme Emotionen achtsam zu hinterfragen bringt die Strategie des Egos ans Licht.

Nicht unser Intellekt sondern unsere Emotionen lenken unser Ego

Was ist so schlimm daran, zuhause für die Kinder da zu sein? Meinem Ego reicht das nicht. Je achtsamer ich in diese Emotionen der Minderwertigkeit und des Ausgegrenzt-Seins hineinspüre, desto klarer erkenne ich: Hier greifen alte Glaubenssätze. Mein Leistungsgedanke (Erfolg = Wert) meldet sich zu Wort und mein fehlendes Selbstbewusstsein. Meinen eigenen Wert in dem zu spüren, was ist, genau das fällt schwer. Ich brauche die Wertschätzung der anderen. Dabei sagt mir mein Intellekt, wie albern das sei, recht hat er: Wieso sollte mir Fachsimpelei und Smaltalk mit Kollegen in überfüllten und stickigen Messehallen mehr Wert vermitteln als meinen Kindern etwas Schönes zu kochen, bei den Hausaufgaben zu helfen und geduldig zuzuhören?

Schenken wir unseren Emotionen mehr Raum schweigt das Ego

„Die Bedürfnisse des Ego entstehen durch die Verarbeitung der unzähligen Informationen, die wir tagtäglich durch Werbung, Massenmedien und unser soziales Umfeld aufnehmen und verinnerlichen. Je stärker sich diese Bedürfnisse in uns manifestieren, desto stärker wird das Ego wiederum mit Energie versorgt.“

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Ihr kennt das auch, dieses Bedürfnis, dazu gehören und mithalten zu wollen. Davon ist niemand frei. Und das Außen triggert dieses Bedürfnis konstant an. Nur wo bleiben wir dabei? Unser ureigenes Selbst?

„Schon bald identifiziert sich der Mensch überwiegend mit seinen Gefühlen und Gedanken, also mit dem, was er in seinem Ego erlebt, und immer weniger mit dem, was er wirklich ist.“

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Je mehr wir jedoch unseren Gefühlen Raum geben, sie zulassen und achtsam in sie hineinspüren, desto ehrlicher erkennen wir, welches die wahren Auslöser für unsere Emotionen sind. Unangenehme Gefühle zuzulassen ist wichtig, damit wir uns von ihnen lösen können. Versuchen wir ihnen zu entfliehen oder sie zu verdrängen, nähren wir nur weiterhin unser Ego. Damit verstärken wir im Grunde jedes Mal unsere Abhängigkeit von unserem Ego. So weit, bis es uns komplett im Griff hat.

Mit positiven Emotionen wickelt uns das Ego um den Finger

Wäre ich jetzt auf die Buchmesse gefahren, hätte ich mich dort einen Tag lang zugehörig, gesehen und wertig gefühlt. Doch stimmt das so? Ich denke, der achtsame Weg hat mich bereits so weit geführt, dass ich derartige „Hochgefühle“ gut einordnen kann. Denn tatsächlich weiß ich aus Erfahrung, dass ich mich dort auch nicht anders gefühlt hätte als hier zuhause. Pech für mein Ego. :-) Trotzdem wäre ich gerne dort gewesen. Nicht, um meinem Ego auf den Leim zu gehen, sondern weil ich es liebe, in neuen Büchern zu stöbern und bei Lesungen vorbeizuschauen. Für mich ganz alleine, ohne die Baupinselei ach so wichtiger Gespräche. :-) Vielleicht im nächsten Jahr.

 

 

dtmg

  • Bevor ich mich von einer Emotion fluten lasse, gehe ich über meinen Atem in die Achtsamkeit und spüre: Was ist hier eigentlich wirklich los?
  • Bei Gefühlen von Frust und Wertlosigkeit beginne ich in Gedanken einen Dialog mit meinem Ego – das bringt Abstand.
  • Ich schreibe mir zum Spaß eine Liste mit zwei Spalten.
    1. Spalte: Diesem Bild versuche ich zu entsprechen (Ego),
    2. Spalte: So fühle ich (mich) wirklich.

 


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