Ich gestehe, als ich das Buch „Seelenküsse – Yoga für Körper und Geist“ auf den Schreibtisch gelegt bekam, dachte ich sofort: „Ach nö, wieso denn noch ein Yogabuch? Gibt es da nicht bereits mehr als genug von?“ Sicher gibt es mehr als genug Yoga-Bücher, doch die Autorin Katrin Hartig hat mich positiv überrascht, ja, sogar sofort in den Bann gezogen. Ihr Buch ist anders. Zum einen kann man sofort loslegen – ob nun Yoga-Profi oder gemütlicher Sofasitzer – zum anderen macht es Lust und Laune sich selbst mit sogenannten „Seelenküssen“zu verwöhnen. Also habe ich sie kontaktiert und ein wenig ausgehorcht. :-)

 

„Seelenküsse - Yoga für Körper und Geist“

 

Wie kamst du auf den Titel „Seelenküsse“? Und was genau ist ein Seelenkuss?

„Seelenküsse leitet sich vom Namen meines Tuns ab „Seelenkuss Stuttgart“ . Ich sehe mein tägliches Tun so, dass ich gern die Seele der lieben Menschen um mich herum berühren/ küssen möchte. Dazu gehört eine liebevolle Umarmung, eine Yogastunde, eine empathische Nachricht…ja und so ist jede Yogaposition, jedes Mantra und Mudra, jede Atemübung ein Seelenkuss…guten Freunden gibt man doch ein Küsschen…oder zwei oder drei.“ :-)

 

Wann übst du Yoga? Ist es besser am Abend oder am Morgen?

„Yoga geht immer! Und Yoga ist für mich alles was ich mit Achtsamkeit, Hingabe und voller Präsens tue. Im Garten Unkraut jäten, ein Gespräch mit der Freundin, Kuscheln mit dem Mann…klar, und auch das, was die meisten Menschen unter Yoga kennen: Atemübungen, Asanas (Positionen), Meditation…Ich praktiziere täglich und höre auf Körper und Bauch. Somit mal abends, mal morgens, mal nur Positionen, mal nur Atemübungen. Je länger du Yoga machst, desto mehr kannst du auf dein Bauchgefühl (Das ist die Seele, die zur dir spricht.) hören und danach handeln.

 

In Kartin Hartigs Buch ist tatsächlich für jeden etwas dabei. Zu jeder vorgestellten Yogaposition empfiehlt sie ein passendes Mudra (Handhaltungen, die positiv auf den Organismus wirken), ein Mantra zum Singen, eine Atemübung und Düfte, die als Raumduft oder Körperöl die Wirkung der Position verstärken. Ihre Seelenküsse hat sie in Themenbereiche (farblich unterteilt) geordnet, wie beispielsweise Übungen zur Stärkung des Selbstvertrauens, für mehr Lebensfreude und Leichtigkeit, zur Aussöhnung mit dem eigenen Körper oder für innere Ausgewogenheit und Harmonie. Am Ende gibt sie konkrete Vorschläge für komplette Übungsreihen, sogenannte „Seelenkettchen“. Sehr sympathisch bei alledem: Katrin Hartig verzichtet weitgehend auf die Original-Sanskritsprache, so dass auch absolute Laien sich prima zurechtfinden.

 

Ist es richtig, dass alle orangefarbenen Seelenküsse, wie z.B. „Der Schmetterling“ uns seelisch öffnen?

„Die orangefarbenen Seelenküsse öffnen und harmonisieren unser zweites Energiezentrum. Dieses steht für das Leben, die Geburt des Lebens, die Freude und Sinnlichkeit und den Fluss. Sie sind auch sogenannte Hüftöffner.“

 

Die Positionen „Berg“ oder „Baum“ lassen sich prima in den Alltag integrieren, zum Beispiel beim Warten oder in der Kaffeepause im Büro. Welche Übungen gibt es noch für zwischendurch?

„Der „drehende Kerzenleuchter“ geht auch im Stehen und lässt sich gut auf einem Stuhl praktizieren. Oder die „Palme“, das ist der „Berg“ mit nach oben ausgestreckten Armen: beim Ausatmen jeweils zur rechten oder linken Seite neigen und mit dem Einatmen immer wieder zur Mitte aufrichten.“

 

In ihrem Buch „Seelenküsse – Yoga für Körper und Geist“ beschreibt Katrin Hartig anschaulich und verständlich einzelne Positionen, Mantren, Atemübungen und Mudras. Achtsamkeitsübungen für jeden Geschmack!

In ihrem Buch „Seelenküsse – Yoga für Körper und Geist “ beschreibt Katrin Hartig anschaulich und verständlich einzelne Positionen, Mantren, Atemübungen und Mudras. Achtsamkeitsübungen für jeden Geschmack!

 

Hat man nur wenig Zeit, welche zwei Übungen kombiniert man am besten morgens und welche abends?

„Das kommt darauf an, was du bezweckst. Möchtest du am Morgen fit werden, dann sind der „Schmetterling“ und die „Qualle“ eine gute Kombination. Möchtest du dich aber eher erden, weil du vielleicht ein wichtiges Kunden- oder Vorstellungsgespräch hast, sind der „Stein“ und der „Löwe“ besser.“

 

Und wie viel Zeit muss ich für eine komplette Übungsreihe – für ein Seelenkettchen – einplanen?

„Die Seelenkettchen sind variabel. Wenn du jede Position für drei bis vier Atemzüge hältst, dauert ein Kettchen ca. 7-10 Minuten.“

 

Aus meiner Yogapraxis kenne ich es so, dass man den Beckenboden möglichst die ganze Zeit angespannt halten sollte. Ist das richtig so?

„Von meinen Lehrern/ Lehrerinnen kenne ich diese Empfehlung nicht. Es gibt viele unterschiedlich Yogastile und -schulen mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Allgemein wird Mulabandha (der Beckenbodenverschluss) praktiziert, um die Energie im Inneren zu halten und sie der Kundalini/ Shakti (die ruhende Energie, meist in Form einer Schlange dargestellt) zuzuführen, damit diese aufsteigen und den ganzen Körper erfüllen kann. So kann sie sich letztlich aus dem Kronenchakra mit der EINEN Seele verbinden.“

 

Das Training des Beckenbodens ist für viele Frauen gerade nach der Geburt ihrer Kinder ein wichtiges Thema. Hast du ein paar Tipps für uns?

„Richtiges Stehen ist eine gute Übung: Die Knie lockern, das Becken nach vorn abkippen und den Nabel leicht nach innen ziehen. Die Oberschenkel dabei leicht anspannen. Ebenfalls gut: Die kleine Brücke praktizieren und dabei einen Tennisball zwischen den Knien halten.“

 

Du stellst in deinem Buch auch verschiedene Atemübungen vor (Feueratmung, Stufenatmung etc.). Praktiziert man diese vor oder nach den Übungen?

„Hier kommt es darauf an, was du erreichen möchtest. Manche Atemübungen sind wunderbar während des Seelenkusses, andere besser danach. Davor ist es nur nötig, wenn du Probleme hast anzukommen und konzentriert zu sein.“

 

Mudras sind Handhaltungen, die eine unterstützende Wirkung bezüglich unseres Lebensprozesses haben. Allgemein spricht man hier auch von Fingeryoga.

Mudras sind Handhaltungen, die eine unterstützende Wirkung bezüglich unseres Lebensprozesses haben. Allgemein spricht man hier auch von Fingeryoga.

 

Eine allgemeine Frage zur Atmung: Wie unterschiedlich wirken Brust- und Bauatmung?

„Am besten atmen wir in den Unterbauch, mittleren Bauch und den Brustraum, um einen intensiven Austausch von O² und Co² zu erreichen. Wer nur die Brustatmung praktiziert, leidet oft unter chronischer Müdigkeit und hat es schwer, sich zu konzentrieren. Die Bauchatmung wird meist verlernt, da wir uns nicht mehr mit dem Bauch beschäftigen. Der Bauch muss flach und muskulös sein, da kann man ihn nicht hängen lassen und mit Luft „aufplustern“. Die Bauchatmung massiert unsere Bauchorgane und sorgt dafür, dass die Lungen bis in die Spitzen gefüllt und geleert werden = Austausch! Eine volle Atmung – wirklich den ganzen Bauch- und Brustraum nutzend – ist eine wirkungsvolle Atmung.“

 

Wann meditiert man am besten? Vor oder nach den Übungen?

„Wenn du wirklich meditieren willst, dann ohne Übungen. Beides ist meiner Erfahrung nach zu viel. Was gut ist: vor deiner Meditation ein oder zwei Lockerungsübungen zu machen, zum Beispiel auf der Stelle hüpfen. Auch im Anschluss solltest du dir eine Dehnübung gönnen ähnlich wie ein Strecken am Morgen nach dem Aufwachen.

 

Und zum Schluss noch aus rein privater Neugierde :-) : Übst du täglich, und wenn „Ja“, wie lange und was hat es dir bisher gebracht?

„Ja, ich übe täglich unterschiedlich lange. Mal ist es „nur“ eine Atemübung oder eine Asana, mal eine ganze Stunde mit verschiedenen Positionen und mal meditiere ich nur. Ich bin von Natur aus ein fauler Mensch, wirklich! Yoga hilft mir mit Freude fleißig zu sein. Ich bin strukturierter geworden und ich kann einfach sein, was ich bin. Will mich nicht mehr verstecken und so sein, wie es andere (vielleicht) von mir erwarten. Sondern ich bin ICH. Ich habe eine intensivere Verbindung zur Natur und zu vielen natürlichen bis schamanischen Energien gefunden. Ich fühle Demut, Dankbarkeit und Liebe und kann sie ganz ohne Scham leben.“

 

Vielen lieben Dank Katrin!

Also dann: Namasté und loslegen! :-)

 

 

dtmg

  • Mir gefällt das Wort „Seelenkuss“, also werde ich mir täglich einen „Seelenkuss“ gönnen.
  • Katrin Hartig stellt in ihrem Buch tolle Mantren zum Singen vor. Ich trau mich mal und singe diese laut, denn die Schwingungen wirken energetisch positiv auf den Körper.
  •  Jeden Morgen und Abend eine Yogaposition – das ist doch schon mal ein Anfang. :-)

 

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