Vielleicht kennt ihr das auch aus euren Beziehungen: Die Kommunikation mit dem Partner wird zu einem reinen Schlagabtausch von Informationen. Bei meinem Mann und mir war das zum Beispiel während des Umzugs der Fall. Logisch, es war einfach wenig Zeit und alles war zu viel. Doch Achtung, denn schnell schleicht sich dieser Austausch von Worten dauerhaft ein. Dann kommt es zu einem reinen Austausch des Denkens. Er erzählt etwas und schon überlege ich, was ich daraufhin erzählen kann etc.

 

Achtsames Zuhören konzentriert sich nicht nur auf das Gesagte. Es geht um die ganzheitliche Wahrnehmung, um das Erschaffen eines gemeinsamen Bewusstseinfeldes.

Achtsames Zuhören konzentriert sich nicht nur auf das Gesagte. Es geht um die ganzheitliche Wahrnehmung, um das Erschaffen eines gemeinsamen Bewusstseinfeldes.

 

Wertschätzung entsteht in den Momenten jenseits des Denkens

„Wer seinem Partner achtsam und aufmerksam begegnet, profitiert in jedem Fall auch selbst davon, da sich so erst gar keine Gefühle von Routine oder Stillstand einstellen können.“

www.ich-will-meditieren.de

Was uns in dieser hektischen Phase fehlte waren neben den Austausch von Worten die geteilten Momente der Stille. Sie entstehen beispielsweise bei einer gemeinsamen Radtour oder Autofahrt. Deswegen habe ich unsere früheren Spaziergänge so sehr genossen, die jetzt leider entfallen, weil wir stattdessen im Garten herumwurschteln. Schade, denn solche Aktivitäten sind ideal, um das Miteinander um die Dimension der Stille zu vertiefen. Man unterhält sich, hört achtsam zu, teilt das Schweigen und ist mit seiner Wahrnehmung bewusst bei dem Miteinander. Es entsteht ein Raum der achtsamen Verbindung – ein Feld einheitlichen Bewusstseins.

Wertschätzung durch das Geschenk der achtsamen Wahrnehmung

Sobald ihr jemanden eure achtsame Aufmerksamkeit widmet beschenkt ihr ihn mit Wertschätzung. Zum Beispiel der Kassierer im Supermarkt oder die Frau an der Garderobe im Theater. Achtet einmal auf solche flüchtigen Begegnungen. Ich gestehe, ich achte wenig auf andere Personen. Und wenn doch, dann überlege ich, ob der junge Kassierer zum Beispiel hier nur jobbt und nebenbei studiert oder ob die ältere Garderobenfrau so ihre Rente auffrischt oder lediglich aus Spaß an der Geselligkeit arbeitet. Dabei wäre es wesentlich erfüllender, diesen Personen meine ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Es würde für den Moment der Begegnung ein Feld der Wertschätzung und der Verbundenheit entstehen.

„Wenn wir in der Kommunikation gleichzeitig bei unserem Gegenüber sind und auch bei uns selbst, bemerken wir manches, was vorher nicht sichtbar war für uns. Dass wir nämlich, noch während der andere spricht, urteilen, bewerten, kritisieren oder ablehnen…. Bemerken wir dieses Verhalten, gehen wir mit diesen Gefühlen und Gedanken um, wie wir das immer tun. Wir nehmen den Impuls wahr, aber wir folgen ihm nicht.“

www.daily-lama.com

Achtsame Wertschätzung im Miteinander lockert unsere Routinen auf

In dem Moment, wo ihr euch in achtsamer Präsenz auf eine andere Person einlasst, durchbrecht ihr bereits eure Routine. Ihr bereichert euren Erlebnisradius um die Dimension der wertschätzenden Bewusstwerdung. Der Autopilot wird sozusagen durchbrochen. Dabei muss nicht immer ein Gespräch entstehen. Doch probiert es selbst aus: In dem Moment, wo ihr den Kassierer mit bewusster Wahrnehmung anschaut, spürt ihr bereits eine Veränderung, eine Art Verbindung. Manchmal ergibt sich daraus ein Lächeln oder sogar ein Gespräch. Doch selbst wenn nicht, ihr fühlt etwas Wirkliches, etwas Wahrhaftiges und damit letztendlich etwas Lebendiges. Insofern ist die achtsame Wahrnehmung eures Gegenübers auch eine Wertschätzung für euch selbst, für euer eigenes Erleben.

„Kommunikation ist der Spiegel unser selbst. So wie ich mich in meiner Kommunikation, in meinen Beziehungen wieder finde, so nehme ich mich selbst wahr.“

www.achtsame-kommunikation.de

 

 

dtmg

  • Ich probiere es aus: Beim nächsten Einkauf im Supermarkt oder beim Bezahlen in der Tankstelle werde ich die andere Person bewusst wahrnehmen. Mal sehen, ob sich etwas ändert.
  • Den Austausch mit meinem Mann über Organisatorisches verlege ich nach draußen und verbinde ihn mit einem gemeinsamen kleinen Spaziergang.
  • Präsenz und immer wieder Präsenz! Spreche ich mit einer Person bin ich ganz bei dieser Person ohne Hast und Eile. Ich lasse mir Zeit.

 


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