Spruch der Woche

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Emotionen: Mein Spruch der Woche

Emotionen: Mein Spruch der Woche

  "Was uns hält, türmt sich im Kopf. Was uns treibt, fließt im Herzen."     Achtsamkeit? Was das ist und wie es euch hilft, könnt ihr hier lesen ... Wer den Spruch teilt, teilt Freude Jede Woche findet ihr einen Spruch, der auf das Thema der Woche hindeutet. Er soll...

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Spruch der Woche – Essenz meditativer Achtsamkeit

Der Spruch der Woche ist nicht neu. Schon seit Jahrhunderten haben Sprüche die Menschen begleitet. Philosophen, Schriftsteller, Wissenschafter und religiöse Leitfiguren aus allen Herren Ländern haben uns jede Menge an weisen Sprüchen und Zitaten hinterlassen, mit denen sie an unsere Achtsamkeit appellieren. Alleine die Sprüche des chinesischen Philosophen und Lehrmeisters Konfuzius (551 – 479 v. Chr.), noch weit vor Christi Geburt, werden noch immer gerne als Spruch der Woche für Kalender verwendet. Sprüche zieren Kunstkarten oder fließen als Zitate in Buchtexte mit ein. Und nicht zu vergessen die Sinnsprüche des chinesischen Philosophen Laotse (6. Jahrhundert v.Chr.), die beinahe inflationär zitiert werden, wobei hier gar nicht eindeutig nachweisbar ist, ob man sie ihm wirklich zuschreiben kann. In seinem einzigen Werk, das Dàodéjing, findet man nämlich angeblich nichts davon. Doch dieses Werk besteht aus 5000 altchinesischen Schriftzeichen, die wegen ihrer Vieldeutigkeit nur schwer zu übersetzen sind. Vielleicht haben andere große chinesische Denker über die Bedeutung seiner Schriften in tiefer Achtsamkeit meditiert und letztendlich die Essenz in Form von Sprüchen verbreitet. Wer weiß…. Fakt ist jedoch, dass ein Laotse-Spruch, als Spruch der Woche mit Achtsamkeit gelesen, etwas in uns berühren und uns weicher und sanfter stimmen kann.

„Es gehört schon eine Menge Mut dazu, schlicht und einfach zu erklären, dass der Zweck des Lebens ist, sich seiner zu erfreuen.“

Laotse

Das Wissen der großen Denker, ihre tiefsinnige Erkenntnis über das Leben, fasziniert uns. Ein Spruch der Woche, in kurzen Zeilen klar und treffend formuliert, gibt uns Einsichten in das menschliche Dasein. Insofern ist bereits der Spruch der Woche selbst Achtsamkeit pur, weil der Spruch der Woche das in Klarheit filtert, was im Leben zählt. Und nicht selten bleibt ein Spruch der Woche in unserem Geist hängen, begleitet uns durch die Auf und Abs des Lebens und wird sozusagen zu einem motivierenden Mitstreiter auf unserem Weg der Achtsamkeit.

Spruch der Woche – Aphorismen für mehr Achtsamkeit

Ihr braucht einen Spruch der Woche? So etwas lässt sich heute blitzschnell im Internet recherchieren. Dort gibt es für jeden Anlass und zu jedem Thema eine Vielzahl an Vorschlägen: Sprüche zum Nachdenken, Abschiedssprüche, Motivationssprüche, Freundschaftssprüche, Glückssprüche, Liebessprüche, Dankessprüche, Gästebuchsprüche, Blöde Sprüche, Freche Sprüche, Liebeskummersprüche und vieles mehr. Die Liste ließe sich beinahe endlos weiterführen. Tatsächlich hat die Stilform des Spruches eine über mehrere Jahrhunderte zurückverfolgbare Entstehungsgeschichte. Sicher kennt ihr alle Sprüche, wie zum Beispiel „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ oder „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Hierbei handelt es sich genau genommen um Sprichwörter, die bereits im Mittelalter in allen Lebensbereichen als Ausdrucksmittel sehr beliebt waren.

Miguel Cervantes, Spaniens Nationaldichter und Autor von Don Quijote, beschrieb diese Art des Spruches sehr treffend: „Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung gründet.“ Seit dem 12. Jahrhundert sind Menschen auf der Suche nach Lebensweisheiten, die in Achtsamkeit gereift Rat, Mut und Hoffnung geben. Ein solcher Spruch der Woche soll sozusagen aufmunternd auf die Schulter klopfen, wenn es um die Herausforderungen des täglichen Lebens geht.

Im Zusammenhang mit weisen Sprüchen spricht man häufig auch von Aphorismen. Bei einem Aphorismus wird mit großer Kunstfertigkeit ein einzelner Gedanke, eine Erkenntnis oder Erfahrung in einem oder mehreren Sätzen auf das Wesentliche reduziert. Der bekannte Philosoph Friedrich Nietzsche bezeichnete eine solche Spruchweisheit wie folgt:

„Etwas Kurz-Gesagtes kann die Frucht und Ernte von vielem Lang-Gedachten sein.“

Friedrich Nietzsche

Der Spruch der Woche als Aufforderung für mehr Achtsamkeit im Leben trifft heute den Zeitgeist. Erstaunlich jedoch, dass es im Grunde schon immer um Achtsamkeit ging – Zeitgeist hin, Zeitgeist her. So bestanden zum Beispiel die mittelalterlichen Schriften des griechischen Arztes Hippokrates zum Großteil aus Aphorismen. In der Literatur finden wir Aphorismen vor allem im 17. und 18. Jahrhundert bei den französischen Gelehrten wie Francois de La Rochefoucauld oder Jean de La Bruyère. Und auch deutsche Dichter wie Johann Wolfgang von Goethe, Jean Paul, Friedrich Schlegel, Novalis oder Theodor W. Adorno schrieben bedeutsame Aphorismen, die ohne Frage nur entstanden sein konnten, weil sich hier jemand in Achtsamkeit dem Leben zuwandte. Vielleicht ist so ein Spruch der Woche heute deshalb derart populär, weil er in unserer schnelllebigen Zeit durch den Aspekt der Achtsamkeit einen Gegenpol setzt. Ein Spruch der Woche transportiert etwas Beständiges, nämlich das Gedankengut gelehrter Menschen, das trotz vergangener Jahrhunderte nichts an Bedeutung und Wert eingebüßt hat. Ein Spruch der Woche wird auch in Jahrzehnten in seiner Gültigkeit bestehen bleiben. Und letztendlich drückt der Spruch der Woche etwas aus, wonach wir suchen, das wir jedoch gedanklich nicht immer klar zu fassen kriegen:

„Ein Aphorismus ist der letzte Ring einer langen Gedankenkette.“

Marie von Ebner-Eschenbach, 1830 – 1916

„Aphorismus: das kleinste mögliche Ganze.“

Robert Musil, 1880 – 1942

Spruch der Woche – geflügelte Achtsamkeit

Lest ihr irgendwo einen Spruch der Woche, handelt es sich meistens um eine buddhistische oder chinesische Weisheit zum Thema Achtsamkeit. Das ist gerade der Trend. Neue Zeitschriftenformate, die sich mit Themen rund um Achtsamkeit, bewusste Lebensführung und Lebensfreude beschäftigen, wie zum Beispiel die Magazine „Flow“, „Happinez“ oder „ma vie“ sind voll von Aphorismen, die uns zum Nachdenken animieren. Oft zusammen mit einer Illustration oder einem stimmungsvollen Foto ganzseitig aufgemacht, so dass die Leser die Seite herauslösen und sich das Spruchmotiv an die Wand hängen können. Aphorismen zieren Grußkarten, Geschenkpapier, Notizbücher und –blöcke, Kalender und vieles mehr. Einen Spruch der Woche könnt ihr schnell auf facebook posten und via Twitter, SMS oder WhatsApp an eure Freunde bis ans andere Ende der Welt senden. Sinnsprüche sind in unserer Alltagskultur seit Jahren gegenwärtig. Früher wurden sie als Wandschmuck im Wirtshaus oder im Haus aufgehängt, als sogenannte Segenssprüche oder auch Lebensregeln. Sie dienten als Zierrat auf Keramik und Glaskunst, Kissen und Handtücher und Bänder wurden damit bestickt. Wurde der Sinnspruch aus der Bibel oder von einem bekannten Literaten entnommen, spricht man auch vom „geflügelten Wort“. Seit einigen Jahren sind auch sogenannte Wandtattoos groß im Kommen. Mithilfe einer Schablone kann sich jeder seinen Spruch der Wahl selbst an die Wand kleben, so dass die Worte tagtäglich zur Achtsamkeit mahnen und daran erinnern, was einem im Leben wichtig ist. So wird schnell aus einem Spruch der Woche ein Spruch des Lebens. Sicherlich eine schöne Deko-Idee und ebenso eine wirkungsvolle Motivation, sich immer wieder in Achtsamkeit mit dem zu beschäftigen, was einem ideell wertvoll erscheint.

Spruch der Woche – Weggefährte der Achtsamkeit

Warum aber ausgerechnet heute wieder so viel Wirbel um Sprüche, die das Sein anhand von aus dem Leben gegriffenen Wahrheiten und Weisheiten erklären, im Grunde jedoch keine Offenbahrungen bieten? Vielleicht, weil Aphorismen uns nicht selten die Augen für das öffnen, was wirklich im Leben zählt und worauf es ankommt. Ein Spruch der Woche kann unsere verwirrende Welt oft ein wenig gerade rücken und Klarheit in unseren Geist bringen. So viele Menschen sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ein Spruch der Woche erklärt zwar noch nicht den Sinn des Ganzen, aber er kann ein dienlicher Wegweiser auf unserer Sinnsuche sein. Ein Spruch der Woche ist der Pfeil der Achtsamkeit. So weist uns ein Spruch der Woche den rechten Pfad, damit wir nicht von unserem Weg der Achtsamkeit abkommen. Sozusagen hält der Spruch der Woche uns auf der Zielgeraden. Letztendlich gibt uns der Spruch der Woche Denkanstöße, damit wir von alleine zu den Antworten auf unsere Lebensfragen finden. Bis wir schließlich in Achtsamkeit selbst erfahren, dass der viel zitierte Spruch „Der Weg ist das Ziel“ wahrhaftig ist.

„Ein Aphorismus, rechtschaffen geprägt und gegossen,
ist damit, dass er abgelesen ist, noch nicht „entzifert“;
vielmehr hat nun dessen Auslegung zu beginnen,
zu der es einer Kunst der Auslegung bedarf.“

Friedrich Nietzsche, 1844 – 1900

Dieses schöne Zitat des berühmten Philosophen des 19. Jahrhunderts beschreibt sehr gut, was so ein Spruch der Woche für einen Sinn hat. Es geht nicht um das schnelle Konsumieren. Es geht um das Spüren und Erkennen in Achtsamkeit. Lest ihr einen Spruch der Woche, der euch gefällt, so berührt er etwas in eurem Herzen. Der Spruch der Woche wirft ein Thema auf, ein Gefühl, eine Sehnsucht, eine Trauer, eine Verletzung oder eine ungelöste Frage. In der Achtsamkeit spürt ihr, dass der Spruch der Woche etwas zutiefst Menschliches streift. Der Gedanke, der in dem Spruch der Woche geäußert wird, ist jedoch nicht in Stein gemeißelt sondern sozusagen auf dem Sprung. Er wird sich erst entwickeln, und zwar abhängig davon, wer ihn liest und in welcher Lebensphase diese Person sich gerade befindet.

Damit fordert der Spruch der Woche euch zum Nachdenken auf: Wie passt der Spruch der Woche in eure derzeitige Lebenssituation und was will er euch in Bezug auf eure persönliche Lage sagen? Seien es die Themen Beziehung, Familie, Beruf oder Vertrauen, Selbstwert, Ängste etc. – Geht in die Achtsamkeit und schaut selbst, für welchen Lebensbereich der Spruch der Woche bei euch wichtig sein könnte? Nehmt euch daher Zeit für den Spruch der Woche und spürt in ihn hinein, inwiefern er in euer Leben passt. Sobald wir anfangen, uns gedanklich mehr und mehr mit dem Spruch der Woche zu beschäftigen, erkennen wir erst die vielen Facetten, die in dem Satz beziehungsweise den Sätzen verborgen sind. Es geht also darum, den Spruch der Woche nicht einfach nur zu lesen und abzuhacken, sondern sich Zeit und Ruhe zu gönnen, Achtsamkeit walten zu lassen, um ihn wirklich innerlich aufzunehmen. Erst so erspüren wir, welche individuelle Bedeutung der Spruch der Woche für einen selbst hat.

Ebenfalls interessant, sich einmal zu überlegen, in wie weit der Spruch der Woche in der Vergangenheit von Bedeutung war. Nicht selten verändert sich der Spruch der Woche in diesen Momenten der stillen Reflektion, da er mit den eigenen Erfahrungen gefärbt wird.

Spruch der Woche – Aphorismus für die Meditation

Einige Aphorismen laden übrigens zum Meditieren ein. Insbesondere Zen-Weisheiten, da diese Sprüche oft weit über das intellektuelle Verständnis hinausgehen. Man muss diese Aphorismen spüren und in sich wirken lassen, um ihre wahre Bedeutung zu verstehen. Die Worte allein geben meist nur einen Hinweis auf die allumfassende Gültigkeit der Aussage. Hier ein paar Beispiele für fernöstliche Aphorismen:

„Keine Schneeflocke fällt auf die falsche Stelle.“

„Du kannst den Pfad nicht beschreiten, solange du nicht selbst der Pfad geworden bist.“

„Klopf an den Himmel und dann hör auf den Klang.“

Probiert es einmal aus und meditiert über einen Spruch der Woche. Sobald ihr euch in eurer üblichen Meditationshaltung zur Ruhe begebt und die Augen schließt, sagt ihr euch in Gedanken den jeweiligen Spruch er Woche auf. Wie ein Mantra wiederholt ihr den Spruch der Woche ein paar Mal hintereinander, bis er verklingt und eins mit der Stille wird. Dann lauscht ihr eurem Atem und versinkt in der Meditation. Schweifen eure Gedanken ab, kehrt ihr über euren Atem zur wachen Präsens zurück – nicht über den Spruch der Woche! Würdet ihr das nämlich tun, würde eure Meditation angestrengt konzentriert werden. Am Ende eurer Meditationszeit kommt ihr wie gewohnt sanft wieder bei euch an. Jetzt könnt ihr euren Spruch der Woche noch einmal anschauen, müsst es aber nicht. Je öfter ihr über ein und denselben Aphorismus meditiert, desto tiefer sinkt er in euer Herz und in euer Unterbewusstsein hinein. So verinnerlicht ihr den Aphorismus und integriert die Weisheit des Spruches mehr und mehr in euer tägliches Leben.

Spruch der Woche – Aufforderung zur langen Weile und Muße

Ein Spruch pro Woche, dieser Rhythmus ist wohlweislich gewählt. Geht es um Achtsamkeit und Bewusstwerdung sollten wir uns Muße nehmen. Vielleicht mögt ihr euch den Spruch der Woche sogar ausdrucken und als eine Art „Reminder“ zum Beispiel an euren Arbeitsplatz aufhängen. So könnt ihr den Spruch der Woche täglich sehen und euch ein oder zwei Minuten Zeit nehmen, um über ihn in Achtsamkeit hineinzuspüren. Es ist spannend, wie sich manches Mal die Bedeutung eines Aphorismus innerhalb nur einer Woche ändern kann. Vielleicht schenkte euch der Spruch der Woche anfangs noch Trost und Mitgefühl, weil ihr euch zum Beispiel vom Karussell des Alltags schwindelig und überlastet fühltet. Am Ende der Woche hat sich der Spruch der Woche derart in euch verinnerlicht, dass ihr in der Lage seid, die Dinge plötzlich gelassener zu sehen. Ein Blick auf den wöchentlichen Aphorismus erinnert euch auf diese Weise täglich daran, besser auf euch acht zu geben, damit ihr euch nicht selbst verliert. Übrigens könnt ihr euch euren Spruch der Woche beispielsweise auch als Bildschirmschoner oder Handyhintergrund einrichten. Vielleicht kennt ihr noch sogenannte Pinnwand-Sprüche. Klingt altmodisch, aber die Idee dahinter ist die gleiche wie bei einem Spruch der Woche: Starren wir beispielsweise gedankenverloren auf unseren Computerbildschirm und hadern mit dem Leben, hilft uns der Blick auf den Spruch der Woche, wieder ein wenig Mut und Hoffnung zu finden. Gönnen wir den Worten einen Moment der Achtsamkeit können sie viel in uns verändern. Schön ist es auch, sich den Spruch der Woche zum Beispiel auf den Nachtisch zu stellen. Sobald ihr morgens erwacht nehmt ihr euch zwei Minuten Achtsamkeit und meditiert gedanklich über den Spruch. Ihr lasst den Spruch der Woche in euch wirken, um so Zuversicht und Energie für den Tag zu gewinnen. Und am Abend könnt ihr den Spruch der Woche wie eine Affirmation mit in den Schlaf nehmen.

Spruch der Woche – Achtsamkeit statt Multitasking

Ob nun poetisch, philosophisch oder mit einem Augenzwickern formuliert – der Spruch der Woche regt immer zum Nachdenken an. Manch ein Aphorismus wird zum Lebensmotto. Doch damit der Spruch der Woche auch Wirken kann, braucht er Raum, denn erst dann können sich die Worte beziehungsweise der Sinn der Worte entfalten. Geübte Vortragende beginnen ihre Rede häufig mit einem Aphorismus, den sie erst einmal in Stille und Achtsamkeit wirken lassen, bevor sie weiter sprechen. Oder aber sie setzen einen Aphorismus an den Schluss ihres Vortrags, warten wieder eine Weile, und erst dann beenden sie ihre Rede. Zeit und Stille sind notwendig, damit der Sinn eines Spruches erblühen kann. Heute sind wir es gewöhnt, so viele Informationen Schlag auf Schlag aufzunehmen und schon wieder ruck zuck zur nächsten Information zu springen. Reize fluten non stop auf uns ein und selten nehmen wir uns die Muße und begeben uns in Achtsamkeit, um über etwas ein wenig länger zu philosophieren. Der Spruch der Woche bietet dieser Schnelllebigkeit Paroli. Der Spruch der Woche ist sozusagen ein Haltesignal: Stopp! Nimm dir einen Augenblick der Achtsamkeit, halte inne, spüre in dich hinein und lasse deinen Geist frei schweben.

Spruch der Woche – Aphorismen der Freundschaft und Liebe

Vielleicht erinnert ihr noch die Sprüche, die ihr früher in die Poesiealben eurer Klassenkameradinnen geschrieben habt. Oft etwas kitschig, meist blumig und lieblich gereimt, aber immer von Herzen:

„Rosen, Tulpen, Nelken,
alle drei verwelken,
aber wie das Immergrün
soll stets
unsere Freundschaft blühn.“

www.sprueche.woxikon.de

Im Grunde ist auch der Ohrwurm „Lieblingsmensch“ der Sängerin Namika eine Art moderner Spruch fürs Poesiealbum:

„Hallo Lieblingsmensch
Ein riesen Kompliment
Dafür, dass du mich so gut kennst
Bei dir kann ich ich sein, verträumt und verrückt sein
Na na na na na na
Danke Lieblingsmensch
Schön, dass wir uns kennen.“

Namika

Ein Spruch ist etwas, womit wir jemanden, den wir gerne haben und der uns am Herzen liegt eine Freude machen möchten. Wir verschenken beispielsweise eine Spruchkarte, weil wir einem lieben Menschen Trost oder Mitgefühl schenken möchten. Der Spruch ist immer auch Ausdruck unserer Zuneigung. Und wenn man es genau nimmt, sagt der von uns gewählte Spruch auch etwas über unsere geistige Haltung aus. Manchmal geben wir einen Spruch der Woche, der uns gut gefällt, auch deshalb weiter, weil wir damit wohlwollende Kritik äußern möchten. Wir wissen um die Schwäche der Person und der von uns gewählte Spruch der Woche soll liebevoll auf die Schwäche hinweisen und dem Anderen Mut machen, seine Schwäche zu betrachten. Wenn sich zum Beispiel die beste Freundin wie so oft mal wieder in den falschen Mann verliebt hat und nun in Liebeskummer badet. Oder wenn der falsche Ehrgeiz den Partner beruflich eher geschadet als geholfen hat. Verschenken wir einen passenden Spruch der Woche, ist dieser Spruch Ausdruck unserer Wertschätzung. Ein Spruch der Woche kann daher Mitgefühl, Liebe und ein „Ich sehe dich“ symbolisieren. Si macht der Spruch der Woche deutlich, dass dort jemand zum Schulteranlehnen ist. Bekommt ihr selbst einen Aphorismus von einer lieben Person geschenkt, legt ihn euch zukünftig vielleicht ins Portemonnaie. Jedes Mal, wenn ihr eure Geldbörse benutzt, seht ihr das Zettelchen oder die Karte mit dem Aphorismus, haltet einen Moment der Achtsamkeit inne und spürt der Zuwendung nach, die euch dadurch entgegengebracht wird: Da ist jemand, der an euch denkt und es gut mit euch meint. Stecken wir in einer schwierigen Phase, können uns Aphorismen oder ein wohl gewählter Spruch der Woche aufmuntern und Kraft schenken, um wieder aus unserem Gefühlslabyrinth heraus zu finden. In solchen Phasen tut es sogar gut, sich selbst mit einem Spruch der Woche zu beschenken als eine Geste der Wertschätzung und des Mitgefühls an uns selbst.

Spruch der Woche – Aphorismen verbinden

Manchmal lesen wir einen Spruch der Woche, denken zwei oder drei Sekunden darüber nach und nicken ihn dann gedanklich sozusagen ab. Dabei ist es super spannend, sich mit einem Freund, einer Freundin, dem Partner oder auch mit seinen Kindern über den Spruch der Woche auszutauschen. Wie versteht der andere die Worte, mit welchen Bildern aus seinen Erfahrungen und mit welchen Vorstellungen, Wünschen und Träumen verbindet er diesen Spruch der Woche? Dabei ergeben sich nicht nur tiefgehende Einblicke in die Bedeutung des Spruches, sondern wir schaffen über solche Themen wirkliche Nähe. Oft stellen wir auch dann erst fest, wie vieldeutig der Spruch der Woche ist und welche Aspekte wir dabei bisher übersehen haben. Probiert zum Beispiel mal ein Experiment aus: Ihr steht auf einer Party, einem Seminar oder irgendeiner anderen Veranstaltung, wo ihr die meisten Menschen noch gar nicht kennt. Meistens kommen wir dann über Fragen zum Beruf, über das Wetter, die Veranstaltung selbst oder andere Banalitäten miteinander ins Gespräch. Wie wäre es dagegen, wenn ihr mutig das Gespräch mit einem Aphorismus eröffnet. Indem ihr zum Beispiel davon berichtet, dass ihr gerade da und da folgenden Spruch der Woche gelesen hättet, der euch beschäftigt, weil….. Garantiert würde das Gespräch sofort eine komplett andere Qualität bekommen und ihr würdet tatsächlich mehr über die andere Person erfahren. Damit fordert ihr nämlich den Anderen indirekt dazu auf, über das zu sprechen, was er denkt und fühlt und eben nicht über oberflächliche Äußerlichkeiten. Insofern kann der Spruch der Woche dazu dienen, wirkliche Nähe zu schaffen und weg von der Oberflächlichkeit hin zur wahren Menschlichkeit zu führen. Der Spruch der Woche ist immer ein Anstupser zur Achtsamkeit. Umso schöner, wenn ihr dieses teilen könnt.

Spruch der Woche – in Achtsamkeit gebettet

Entscheidend bei dem Spruch der Woche ist sicherlich auch das Motiv, auf dem er präsentiert wird. Wir nehmen zuerst das Bild an sich auf, bevor wir den darauf gedruckten Aphorismus zu lesen beginnen. Oft ist das Bild so einprägsam und stimmungsvoll, dass es den Spruch der Woche wunderbar in seinem Ausdruck verstärkt. Dadurch erhält der Spruch der Woche natürlich eine ganz andere Dimension. Wir sind so veranlagt, dass wir in Bildern denken. Und sobald uns ein Bild fesselt, behalten wir dieses im Geist lebendig. Manchmal kann es sogar passieren, dass wir beispielsweise den Spruch der Woche selbst nicht mehr wortgenau wiedergeben können, uns sein Sinn jedoch durch das Bild in Erinnerung bleibt. Und selbstverständlich animieren uns schöne Motive dazu, während des Tages immer wieder einmal darauf zu schauen und bewusst oder auch unbewusst den Aphorismus zu verinnerlichen. Gerade bei Sprüchen, die unter die Kategorie „Sprüche zum Nachdenken“ fallen, kann das Motiv entscheidend sein, ob wir uns gedanklich zum Sinnieren und Reflektieren verleiten lassen oder nicht.

Aphorismen werden meist illustriert oder mit Fotomotiven ausgeschmückt. Vielleicht habt ihr Lust, selbst kreativ zu werden. Ein tägliches Sprüche-Ritual wäre zum Beispiel eine tolle Übung, um über die kreative Achtsamkeit näher an euer Innerstes heran zu kommen: Lest dazu den Spruch der Woche in Ruhe durch und spürt in euch hinein, wie sich dieser Aphorismus anfühlt, welche Energien dazu aufkommen. Dann malt ihr eure Gefühle zu dem Spruch der Woche intuitiv auf ein Blatt Papier. Und zwar alles, was sich in euch dazu regt: Das können einfach nur Linien oder wilde Muster sein, bunte Farben oder graue Straffierungen. Nachdem ihr das eine Woche lang täglich praktiziert habt, betrachtet ihr am Ende eure gesammelten Werke und werdet staunen, welche unterschiedlichen Emotionen und Stimmungen durch den Spruch der Woche in euch ausgelöst wurden. Habt ihr jedoch wenig Lust zum Malen, dann könntet ihr zum Beispiel auch täglich fünf Minuten lang alles aufschreiben, was euch zu dem Spruch der Woche einfällt. Am Ende der Woche zieht ihr dann eine Art Bilanz: Welche Themen habt ihr immer wieder notiert? Hat sich bei den Aufzeichnungen eine bestimmte Tendenz entwickelt? Durch das assoziative Schreiben zu einem Spruch decken wir einerseits Ängste und Blockaden auf, andererseits beginnen sich diese dadurch ein wenig aufzulösen, da wir Abstand bekommen. Einmal formuliert und auf Papier gebracht klärt sich vieles, was vorher noch ungreifbar in uns gärte. So entwickelt sich peu à peu Mut und Selbstvertrauen und wir beginnen, loszulassen. Ob nun Malen oder Schreiben: Nutzt ihr den Spurch der Woche für eine dieser Übungen, übt ihr euch täglich in Achtsamkeit. Damit eröffnet euch der Spruch der Woche eine noch viel weiter reichende Dimension der Erfahrung seiner Bedeutung.

„Jeder Aphorismus ist das Amen einer Erfahrung.“

Hans Kudszus, 1901 – 1977,
aus: Jaworte, Neinworte. Aphorismen

Spruch der Woche – Aphorismen als Lebensbegleiter

Lange Jahre ein wenig in Vergessenheit geraten, jetzt jedoch wieder aktuell sind sogenannte Sprüche-Bücher oder Zitatensammlungen. Es lohnt sich zum Beispiel, auch in esoterisch ausgerichteten Buchläden danach zu stöbern. Hier findet man häufig sehr schöne Spruchbände und Sammlungen ausgewählter Aphorismen mit fernöstlichen Lebensweisheiten. So ein Buch ist in jedem Fall ein toller Lebensbegleiter. Übrigens ist es auch ein schönes Ritual, sich zum Jahresende einen besonderen Aphorismus auszuwählen. Statt aller möglichen Vorsätze für das neue Jahr steht dieser Spruch dann quasi als neues Jahresmotto. Bei der Auswahl solltet ihr euch jedoch wirklich Zeit nehmen und sehr individuell schauen, was bei euch in eurer jeweiligen Lebenssituation gerade ansteht.

Abschließend noch etwas zum Schmunzeln: Ein Spruch der amerikanischen Schauspielerin Doris Day, berühmt geworden durch ihr komödiantisches Talent:

„Die Ehe ist wie ein Telefon: Wenn man nicht richtig gewählt hat, ist man falsch verbunden.“

Doris Day

Es muss also nicht immer bitterernst und tiefgründig sein: Selbst in seichten und humorvollen Sprüchen kann demnach durchaus eine gewisse Wahrheit stecken. 🙂

Und es zeigt sehr schön, wie aus einem „Spruch der Woche“ ein Spruch fürs Leben wird.

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