Es knistert und kackt und einem wird schnell ein wenig unheimlich, wenn sich der Nebel zwischen die kahlen Äste und Stämme drängt. Die Konturen verwischen und plötzlich schleicht sich das Gefühl ein, vom Wald verschluckt zu werden. Jetzt, wo der Wald nicht mehr im verborgenen Schattendickicht der Blätter steht, erkennt ihr das „Skelett“ des Waldes, seine Substanz, aber auch seine geheimnisvolle Seite.

„Je mehr wir die Natur auf uns wirken lassen, umso achtsamer werden wir. Aber je achtsamer wir uns in der Natur bewegen, umso differenzierter werden wir sie auch wahrnehmen.“

Huppertz und Schatanek:
Achtsamkeit in der Natur, Junfermann 2015,

Achtsamkeitsübung des Tastens

Ertastet die Stämme der Bäume, die Risse in der Borke und ihre ausgedorrten Äste. Nehmt euch Zeit dabei und achtet auf eure Empfindungen. Spürt ihr die Kraft dieser Urriesen, die der Jahreszeit trotzen? Ertastet auch die knorrigen Wurzeln. Welche Gedanken und Gefühle kommen in euch auf, wenn ihr die vertrockneten Blätter an den Laubbäumen ertastet und im Gegensatz dazu das grüne Kleid der Nadelbäume?

Achtsamkeitsübung des Riechens

Schließt eure Augen und setzt euren Fokus auf alle Gerüche und Düfte des Waldes. Könnt ihr die Feuchtigkeit riechen? Könnt ihr die unterschiedlichen Aromen der Nadelbäume wahrnehmen und den faulig moosigen Geruch der Blätter auf dem Waldboden?

Achtsamkeitsübung des Hörens

Lehnt euch an einen Baumstamm und haltet den Blick ruhig. Jetzt achtet einmal auf sämtliche Geräusche. Ein Knacken hier, ein Rauschen dort. Welche Assoziationen kommen dabei in euch hoch? Ängste oder vielleicht Gefühle von Geborgenheit?

Gerade der karge Winterwald eignet sich gut für Achtsamkeitsübungen, da er uns mit unserer Ursprünglichkeit verbindet.

Gerade der karge Winterwald eignet sich gut für Achtsamkeitsübungen, da er uns mit unserer Ursprünglichkeit verbindet.

Achtsamkeitsübung der Imagination

Schreitet achtsam durch den Wald indem ihr bewusst einen Fuß nach dem anderen abrollt. Der Teppich aus Laub beherbergt ein reges Leben an kleinen Tieren und Mikroben, die den scheinbar toten Nährboden in neues Leben verwandeln. Alles Leben unter euren Füssen bereitet sich auf das neue Erwachen einer blühenden Pflanzenwelt vor. Eine Art Mikrokosmos unter euren Füßen.

Achtsamkeitsübung der Stille

Abschließend spürt der äußeren Stille nach. Spürt, wie ihr dabei auch innerlich ganz still werdet. Alle Spannungen lösen sich, alles Äußere wird unbedeutend. Genießt diesen Moment des Seins.

„Wenn wir uns in der Natur aufhalten, sind wir ein Teil von dieser „Akzeptanz mit dem was gerade ist“. Diese Art der Akzeptanz, schafft Klarheit, Handlungs Möglichkeit und Gelassenheit.“

www.wegezumsein.com

Vielleicht fühlt ihr bei derartig achtsamen Waldbegehungen etwas Urtümliches, etwas Tröstendes und Verbindendes mit dem Lauf des Lebens. Nutzt diese Quelle der Kraft und Ausgewogenheit. Spürt das Immerwährende, das der Kälte und dem Graupel trotzt in der Gewissheit eines wiedererwachenden Frühlings.

 

 

dtmg

  • Raus, nix wie raus: Achtsam spüre ich meinen Widerständen gegenüber dem kalten und trüben Wetter nach. Welche Gedanken und Gefühle hindern mich an der einer wertfreien Akzeptanz?
  • Leben bedeutet Wandel und das macht uns oft Angst. In der achtsamen Wahrnehmung des Wandels vom Tag zum Abend in der Natur spüre ich jedoch: Alles ist gut, ich brauche keine Angst zu haben.
  • Je öfter ich meine Achtsamkeitsübungen in der Natur praktiziere, desto verbundener fühle ich mich als Teil allen Lebens.

 


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