Gastbeitrag von Renato Kruljac:

Trainer und Autor des Buches „Intuition“.

 

Wenn ich Teilnehmer in meinen Intuitionsworkshops frage, was sie unter Intuition verstehen, kommen unterschiedliche Aussagen. Es fallen Begriffe wie Gefühl, Instinkt, Geistesblitz etc. Manche sehen in der Intuition auch Fähigkeiten der Hellsichtigkeit, das heißt außersinnliche Phänomene wie die Präkognition.

Im Allgemeinen wird unter Intuition eine Eingebung, ein Instinkt oder ein Gespür verstanden

Im Allgemeinen wird unter Intuition eine Eingebung, ein Instinkt oder ein Gespür verstanden

 

Als allgemeine Aspekte der Intuition werden (aus unterschiedlichen, voneinander abweichenden oder gar einander widersprechenden Positionen heraus) folgende angesehen:

Eine Begabung, auf Anhieb eine gute Entscheidung treffen zu können, ohne die zugrunde liegenden Zusammenhänge explizit zu verstehen. Umgangssprachlich „aus dem Bauch“ („Bauchgefühl“), spontan, oft auch wenn bestimmte Gründe vorliegen, die eine andere Entscheidung nahelegen.

Die schnelle eingebungsmäßige Einsicht in Zusammenhänge und ihre Erkenntnis ohne bewusste rationale Ableitung oder Schlüsse, sowie auch das Entstehen neuer Erfindungen und Ideen. „Der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist“, sagte Louis Pasteur. Ein Beispiel wäre der im Traum entdeckte Benzolring (wie von Friedrich August Kekulé von Stradonitz berichtet). Ein eng verwandter Begriff ist Serendipity.

Die Fähigkeit, Eigenschaften und Emotionen in Sekundenbruchteilen unbewusst oder bewusst komplex und instinkthaft zu erfassen. Entwicklungsgeschichtlich eine Einstellung, die der Unterscheidung von Freund und Feind dienen muss (evtl. Kampf- oder Fluchtreaktion). Heutzutage eine trainierbare Wahrnehmungsform, deren Problemfelder in der Differenzierung gegenüber Projektionen und Vorurteilen sowie in der Bewusstmachung liegen.

Die unbewussten Gründe für eine bestimmte Entscheidung.

Das Einfühlungsvermögen in intrapsychische Sachverhalte (Emotionale Intelligenz, Empathie).

Indirekt der sogenannte gesunde Menschenverstand. Intuition hat einen engen Zusammenhang mit der »inneren« Logik der Gegebenheiten und mit früheren Erfahrungen (größtenteils unbewusste Wahrnehmungsinterpretationsmuster).

Der Geistesblitz: Eine besondere Form der Intuition ist der Geistesblitz, bei dem unerwartet ein neuer Gedanke.

„Intuition ist die Quelle der Phantasie (Fantasie)“: ein von Innen her Berührt-Werden bzw. Angerührt-Wordensein („Ein-Gebung“).

www.wikipedia.org

 

 Im Allgemeinen wird unter Intuition eine Eingebung, ein Instinkt oder ein Gespür verstanden.

Den meisten Menschen ist das Wort ‚Intuition‘ bekannt und viele haben schon in irgendeiner Form eine Erfahrung gemacht die als Intuition bezeichnet werden könnte. Im Allgemeinen wird unter Intuition eine Eingebung, ein Instinkt oder ein Gespür verstanden. Sie ist eine plötzliche Erkenntnis, die nicht über das bewusste Nachdenken zustande kommt und weit über die rational logischen Denkprozesse des Bewusstseins hinausgeht und tiefere Einsicht in größere Zusammenhänge erlaubt. Heute kennen wir verschiedene Erklärungsmodelle für die Intuition. Bekannte Theorien aus der Kognitionsforschung bzw. der Hirnforschung sind die somatischen Marker, die Spiegelneuronen und die subliminale Wahrnehmung. Die Kognitionswissenschaft betrachtet Intuition als das Resultat von bewussten und unbewussten Vorerfahrungen, die im Gehirn abgespeichert sind. Hingegen sehen Experten und Wissenschaftler, die außersinnliche oder spirituelle Erfahrungen erklären wollen, das Gehirn und das Unbewusste mit seinen Vorerfahrungen nicht als primären Faktor.

Intuition und Transzendenz

In der Spiritualität des Ostens und des Westens wird Intuition primär im Sinne einer mystischen Erfahrung bzw. eines Begreifens, das oft als Erleuchtung beschrieben wird und über das Alltagsbewusstsein hinausgeht, verstanden. Der Astronaut Edgar Mitchell schildert eine solche spontane Erfahrung mit folgenden Worten:

 „Irgendwie fühlte ich mich plötzlich im Einklang mit etwas viel Größerem, […] Etwas unbeschreiblich Großes. Sogar heute noch bin ich perplex wegen der Wahrnehmung […] In mir quoll eine neue Erkenntnis empor, die mit einem Gefühl der vollständigen Harmonie einherging, ein Gefühl der Verbundenheit […]. Ich war Teil eines größeren natürlichen Prozesses, als ich angenommen hatte, ein Prozess, in den ich eingebettet war.“

 

Der japanische Zen-Meister Kôun Yamada äußerte sich dazu folgendermaßen:

„Die wesentliche Welt kann nicht durch Nachdenken, intellektuelle Betrachtung oder philosophische Begriffsarbeit erfasst werden. Der einzige Weg dahin ist, sie durch unsere eigene lebendige Erfahrung zu erkennen.“

 

Eine genaue Sichtung verschiedener Zeugnisse lässt eine gewisse Einheitlichkeit mystischer Erfahrungen erkennen, die trotz geographischer, chronologischer und kultureller Unterschiede vorhanden ist. Die Erlebnisse wurden nur abhängig von Kultur und Bildungsstand unterschiedlich interpretiert.

Ein anderes Verständnis für die Intuition im spirituell-religiösen Sinne sind Visionen und Offenbarungen. Nach dem Benediktinermönch und Zen-Meister Willigis Jäger wird in den theistischen Religionen darunter „die Kundgabe des göttlichen Willens“ verstanden. Dies sind Botschaften, die sich in verschiedenen Bildern, Zeichen und Gestalten und abhängig von der religiösen Prägung auch in Form eines archaischen Gottesbildes zeigen können. „Es sind Bilder, die aus der strukturlosen Tiefe aufsteigen und in Informationen und rational verstehbare Erkenntnisse fließen.“ Jägers Ansicht nach ist dabei die Botschaft und nicht die Erscheinung von Bedeutung.

Einige Erklärungsansätze für Intuitionen kommen aus dem Bereich der Quantenphysik und der Biologie. Hypothesen bilden sich hier auf der Grundlage von energetischen Informationsfeldern, die eine Art kollektives Gedächtnis beinhalten. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Denkweise ist Rupert Sheldrake, der in Cambridge Biologie sowie in Harvard Philosophie studierte. Dieser wurde mit seiner Theorie der morphischen Felder weltweit bekannt. Er führte zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch, die die Existenz der Phänomene wie Telepathie und Präkognitionen beweisen sollen.

Laut Sheldrake, kann der menschliche Geist nicht auf den materiellen Aspekt wie dem Organ Gehirn reduziert werden. Experimente die Shaldrake durchführte, waren statistisch sehr signifikant und konnten zeigen, dass der Geist auch außerhalb des Körpers eine Wirkung haben kann. Eine ähnliche Auffassung teilt auch der Quantenphysiker und ehemalige Direktor am Max-Planck-Institut für Physik, Hans-Peter Dürr. Er ist der Ansicht, dass die meisten Biologen und Hirnforscher die Sicht der alten Physik vertreten und somit alles auf eine reduzierte „materiell-energetische Realität“ zurückführen wollen. Der Neurowissenschaftler Damasio meint dazu:

„Angesicht unserer unvollständigen Kenntnisse über Biologie wie auch über Physik sollte man mit der Ablehnung von Erklärungsalternativen vorsichtig sein. Schließlich ist unser Wissen vom Gehirn des Menschen trotz aller Fortschritte der Neurobiologie nach wie vor sehr lückenhaft.“

 

Die Definition der Intuition

In der folgenden Abbildung habe ich Wörter, die mit dem Begriff der Intuition sinnverwandt sind, in vier verschiedene Kategorien eingeordnet:

  • Die Begriffe, die in das Feld ‚Diffuses Erleben‘ fallen, gehören zu einer Form der Intuition, die subtil und nicht offenkundig ist.
  • Das ‚Evidente Erleben‘ wiederum ist für diejenigen, die eine Intuition haben, eine klare, überzeugende und erwiesene Erfahrung.
  • In den Bereich ‚Transzendent‘ gehören Intuitionen, die einen ‚außersinnlichen‘ Aspekt vorweisen und zum Teil in den spirituellen Kontext eingeordnet werden können.
  • Erfahrungen, die in das Feld ‚Rational/Funktional‘ gehören, sind Intuitionen, die mit kognitiven Prozessen verknüpft sind und zu einem konkreten Ergebnis führen können.

Der Begriff derIntuition besitzt unterschiedliche Definitionen.

Der Begriff der Intuition besitzt, wie in der Abbildung dargestellt, unterschiedliche Definitionen. Die Erfahrung einer Intuition besitzt verschiedene Merkmale und Qualitäten und ist nicht einheitlich definierbar und somit kaum eingrenzbar. Eine Intuition kann sich auf unterschiedliche Weise ausdrücken. Wer eine Intuition erlebt hat, wird die Erfahrung seinem geistigen und körperlichen Erleben entsprechend definieren. In meiner wissenschaftlichen Studie zum Thema Intuition und Achtsamkeitstraining beschrieben die Interviewpartner die Anzeichen bzw. Merkmale, die sie bei einer Intuition an sich wahrnehmen, unterschiedlich. Nach den Ergebnissen drückte sich die Intuition bei den Befragten im Körper, in Form von Gedanken oder Gefühlen sowie inneren Bildern aus.  Die Intuition muss in ihrem Inhalt nicht immer klar und frei von anderen Einflüssen sein. So weisen die Experten darauf hin, dass die Intuition deshalb immer kritisch überprüft werden sollte. Des Weiteren ist festzustellen, dass sich Intuitionen von Automatismen, die nach einem Reiz-Reaktionsmuster ablaufen, oder von affektiven Entscheidungen, die verhaltensbiologisch bedingt sind, auch nicht immer leicht unterscheiden lassen. Intuition ist für mich persönlich nicht nur eine Entscheidungshilfe, sondern ein tieferes ganzheitliches Wissen. Diese Art von Wissen, man könnte auch von Weisheit sprechen, schafft ein Urvertrauen, es schenkt ein Gefühl der Sicherheit und ermöglicht das Loslassen einschränkender Konzepte und Sorgen und somit ein gelasseneres und zufriedeneres Leben.

 

 

dtmg

  • Neben dem logischen Denken lohnt es sich öfters auf die Intuition zu hören. Dazu halte ich inne und lausche meiner inneren Stimme.
  • Mein Körper hat die innere Weisheit und kann mir in Form von Körperempfindungen hilfreiche Signale liefern.
  • Es hilft mir zu wissen, dass ich nicht für alles eine Lösung ausdenken muss. Ich kann mich auch auf mein Unbewusstes verlassen und ihm die Arbeit überlassen.

 


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