Ewig diese leidigen Diskussionen: Wer geht mit dem Hund spazieren? Mein Sohn mault, das sei langweiliges Umherspazieren in der Natur. Okay…. Ist das so? Nö, finde ich nicht. Tatsächlich nervt es mich auch oft, weil ich keine Lust habe, schon wieder die Leine vom Haken zu greifen. Bin ich jedoch erst einmal unterwegs, genieße ich dieses scheinbar sinnlose Spaziergehen in der Natur.

„Wir interpretieren die Realität und sprechen ihr dadurch (jedenfalls meistens) einen Sinnzusammenhang zu. Und mit seinem hochentwickelten Gehirn kann der Homo sapiens als vermutlich einziges Lebewesen Zeit in ihrer Gesamtheit wahrnehmen. Er vermag sich Vergangenes ins Gedächtnis zu rufen und in die Zukunft zu denken. Zudem weiß er um seinen Tod – und fürchtet ihn. Psychologen vermuten, dass sich für den Menschen die Frage nach dem Warum womöglich gerade deshalb über den Moment hinaus erhebt.“

www.sinnforschung.org

 

Scheinbar sinnlose Zeit ohne Wegvorgabe ist alles andere als vergeudete Zeit. Grenzt euch ab von dem ewigen „Warum“ und genießt viel lieber öfter das Sein.

Scheinbar sinnlose Zeit ohne Wegvorgabe ist alles andere als vergeudete Zeit. Grenzt euch ab von dem ewigen „Warum“ und genießt viel lieber öfter das Sein.

Abgrenzung von den Erwartungen anderer

Ich denke, es tut gut, sich ein wenig von den allgemeinen Erwartungen abzugrenzen. Vermisst jemand einen Sinn in seinem Leben, liegt es doch eher daran, dass er sich nicht als Teil von etwas Größerem sieht und sich isoliert, überflüssig und nicht gebraucht fühlt. Oder aber es fehlt an Orientierung und er hat das ein Gefühl , sein Wirken im täglichen Leben sei bedeutungslos. Vielleicht herrscht aber auch keine Übereinstimmung, weil das, was er tut, gegen sein wahres Ich wirkt.

Vor einiger Zeit las ich die Kolumne „Mo`s Corner“ in der Zeitschrift Moment by Moment. Der Autor Dirk Grosser schrieb dort über Achtsamkeit aus der Sicht eines Pandabären, genau gesagt eines Roten Pandas. Super originell und wahr:

„Ich glaube, der Unterschied zwischen Menschen und Roten Pandas besteht vor allem darin (…), dass Menschen sinnerfüllt leben möchten, während wie einfach unser eigener Sinn sind. … Ihr konstruiert einen Begriff und versucht diesen dann mit Leben zu füllen. Bei uns ist alles mit Leben gefüllt, und erst dann kommen die Begriffe – …“

 

Abgrenzung von dem Warum im Kopf

Je öfter ihr die Sinnfrage einmal außen vor lasst und euch lediglich auf das Sein, auf das bedingungslose Erleben des Moments einlassen könnt, desto klarer werdet ihr auch spüren, was euch innerlich ausmacht und wann und unter welchen Umständen ihr euch zufrieden fühlt. Aus diesem Gefühl der Zufriedenheit, des Einssein mit euch selbst, ergibt sich der Sinn der Existenz von alleine. Denn in dem bewussten Spüren dieser tiefen  Zufriedenheit, Ausgewogenheit und Erfüllung erkennt ihr auch, was und wo euer Platz im Leben ist.

Und weiter reflektiert der kleine Rote Panda alias Dirk Grosser in seiner Kolumne:

„Ihr denkt euch eine Sehnsucht herbei, anstatt den und um die Nase zu genießen und ganz einfach in dem zu ruhen, was ihr seid.“

 

Okay, die Empfehlung des Panda lautet „Herumdösen, spielen und glücklich sein“. So einfach geht es vielleicht nicht immer 🙂 Und trotzdem ist was dran: Vertrauen in das Sein haben und jeden Aspekt der eigenen Persönlichkeit annehmen. Eben auch den, der lieber faulenzt oder sinnbefreite Zeit verbringt statt Zielen hinterher zu eilen.

Abgrenzung mit offenen Sinnen

Vielleicht komme ich auf meinen Spaziergängen ja doch dem Sinn meiner Existenz etwas näher. Am Computer oder im Getriebe der Alltagspflichten ist immer eine zielgerichtete Aufmerksamkeit gefragt. Das erschöpft und hindert uns am Fühlen, was wirklich zählt. Beim Spaziergang in der Natur dagegen werden unsere Sinne weder über- noch unterfordert. Die sanfte Ästhetik der Natur zieht uns in ihren Bann und statt zu ermüden, nehmen wir aufmerksam wahr. Wir gehen in Resonanz mit der Natur, lassen sie auf uns wirken und öffnen uns. Dadurch werden wir spüriger für uns selbst und erlauben unseren Gedanken hier- und dorthin zu wandern. Die Natur ist ein Kraftort. Und ein Heilmittel, durch das die unruhigen Sinnfragen im Rascheln des Laubs untergehen.

Die Antwort auf die Sinnfrage befindet sich letztendlich im Herzen, da hilft kein Verstand!

 

 

dtmg

  • Auch wenn der innere Schweinehund streikt, ich gehe regelmäßig spazieren, denn bereits nach ein paar Metern spüre ich, wie entspannend und ausgleichend die Natur auf den Menschen wirkt.
  • Sein! Darum geht es. Ich grenze mich von dem inneren und äußeren Druck ab und mache viel mehr das, was ich möchte. Und das genieße ich – ob sinnlos oder sinnvoll.
  • Momente, in denen ich eine tiefe Zufriedenheit spüre, versuche ich bewusst mit dem Herzen zu verankern. Ich halte inne, atme und bleibe ganz bei mir.

 


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