Allein an meinem Schreibtisch mache ich das voller Wonne: Ich recke und strecke mich, gähne laut mit weit geöffnetem Mund: „Uaaahhhh….“ Hihi, natürlich gehört sich das nicht, aber mich sieht ja keiner. Herrlich ist das, probiert das auch mal aus, denn …

„Gähnen ist eines der leichtesten und besten Dinge, die Sie für sich tun können. Es entspannt Rachen, Gaumen, oberen Nacken und Hirnbasis.“

Dr. Julie Henderson, aus „Embodying Well-being“

Ach, und da passiert ja noch viel mehr: Speichelbildung und Verdauung werden angeregt, Geschmackssinn gestärkt, der Flüssigkeitsfluss der Augen vermehrt und vor allem: Gähnen regt die Serotonin-Produktion an, unser Stimmungsmacher unter den Hormonen. Bei Einbruch der Dunkelheit fördert es jedoch die Bildung des Schlafhormons Melatonin. Gähne also so oft es geht, um endlich raus aus dem Kopf und ins Wohlfühlen zu kommen – eine ideale Achtsamkeitsübung.

Übrigens gab es angeblich eine buddhistische Praxislinie, die das Gähnen einsetzte, um Erwachtheit zu erkennen. Da sag noch mal einer „Hand vor den Mund“ :-)

Summend in die Harmonie

Summ, summ, summ, Bienchen summ herum: Als Kind habt ihr vor euch hingesummt, Grimassen geschnitten, gekichert und herumgezappelt.

Dr. Julie Henderson hat unterschiedliche westliche Therapieansätze mit achtsamkeitsorientierten Elementen aus dem Buddhismus kombiniert und dabei herausgekommen ist „Zapchen Somatics“. Das ist eine Art körperorientierte Meditationspraxis, die den Körper spielerisch daran erinnert, was er tun kann, um sich wohlzufühlen. Als Kind wussten wir das nämlich sehr genau und haben intuitiv unseren Körper entsprechend „genutzt“.

„Nach dreißig Jahren als Praktizierende der somatics, …, bin ich erstaunt darüber, wie hartnäckig wir darauf WARTEN, dass sich die Dinge ändern, bevor wir probieren, uns gut zu fühlen (..). Wie wir versuchen und versuchen und versuchen Dinge zu ändern – auch uns selbst als eines von diesen „Dingen“ – bevor wir uns trotz allem einfach gut fühlen.“

Dr. Julie Henderson

Dann man nichts wie los: Die zweite Zwei-Minuten-Achtsamkeitsübung lautet: Summen!

Der Klang wandert dabei durch euren Körper und löst innere Blockaden. Summen toniert alle Teile eures Körpers in Harmonie. Ihr fühlt euch ganzheitlicher und der Energiefluss ist tiefer und vollständiger.

Recken, Strecken und wie ein Kind den Regungen des Körpers folgen – so gelangt ihr schnell mit Spaß und Leichtigkeit zu einem guten Gefühl.

Recken, Strecken und wie ein Kind den Regungen des Körpers folgen – so gelangt ihr schnell mit Spaß und Leichtigkeit zu einem guten Gefühl.

Tätschle dich fröhlich

Zwei Minuten tätschelt ihr euch mit den Handflächen leicht und rhythmisch am ganzen Körper (Füßen, Beinde, Knie, Becken, Hüfte, Popo, Bauch, Brust, Schultern, Arme, Hände, Schultern, Hals, Gesicht, Ohren, Haare). Ihr könnt auch sanft klopfen. Genießt es, denn das Tätscheln regt den Energiefluss zur Hautoberfläche an. Danach fühlt ihr euch präsenter, klarer und lebendiger. Diese Achtsamkeitsübung könnt ihr auch zu zweit machen, dann wird es lustiger und Lachen ist ohnehin immer gut fürs Wohlbefinden :-)

Strecken und Räkeln

Stellt euch aufrecht hin und streckt eure Arme in die Höhe, dann zur Seite und versucht schließlich mit den Fingerspitzen eure Füße zu berühren. Dehnt euren ganzen Körper, auch euer Becken. Streckt ihr euch, zupft ihr im Körper an eurem Bindegewebe, das sich durch den gesamten Körper zieht. Dieses Zupfen und Ziehen löst ein Pulsieren aus, was ihr wiederum sofort als Freude und Elan spürt.

Unser Bindegewebe zieht sich wie die Adern eines Blattes durch den gesamten Körper. Dehnübungen wirken entsprechend ganzheitlich auf unser Wohlbefinden.

Unser Bindegewebe zieht sich wie die Adern eines Blattes durch den gesamten Körper. Dehnübungen wirken entsprechend ganzheitlich auf unser Wohlbefinden.

Das hört sich aber komisch an

Und das soll es auch: Legt eure Zungenspitze hinter die unteren Zähne und entspanne sie. Und nun sprecht laut aus was euch auf dem Herzen liegt. Das hört sich komisch an und ihr fühlt euch ziemlich „gaga“ dabei. Warum dieser „Blödsinn“? Diese Art des Sprechens lockert Zunge, Gaumen und Kiefer und befreit von der Ernsthaftigkeit und Schwere, mit der wir unser leben viel zu oft betrachten. Schnell werdet ihr über euch selbst lachen und die Dinge anders wahrnehmen: leichter und wohlwollender.

Zapfchen Somatics beinhaltet Achtsamkeitsübungen, die einfach und humorvoll sind.

„Durch die Art, wie wir atmen, uns bewegen, Töne machen und wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten, haben wir ganz unmittelbaren Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Wir lernen, was wir ganz direkt – JETZT – für unser Wohlgefühl tun können.“

www.zapchen-giessen.de

Und nun seid ihr dran: Stöhnen und Seufzen, sich schütteln wie ein nasser Hund, stampfen wie ein störrisches Kind – was fällt euch an kindlichen Bewegungen ein, die ihr euch als Erwachsene abgewöhnt habt, die ihr jedoch als prima Achtsamkeitsübung nutzen könntet?

 

 

dtmg

  • Da das Gähnen eine meiner Lieblings-Übungen aus der Zapfchen-Methode ist, gähne ich so oft ich Lust habe.
  • Strecken und Recken finde ich auch prima, besonders dann, wenn ich im Text fest hänge.
  • Ganz laut Seufzen und Stöhnen hilft mir sofort, denn schnell muss ich dabei über mich selbst lachen.

 


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