Wenn ich in einem größeren Unternehmen einen Workshop halte, wollen die Interessenten, und vor allem das Management, eine fundierte und wissenschaftliche Erklärung zu Nutzen und Wirkung der Achtsamkeitspraxis haben. Ohne Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse stellt heute kaum ein Achtsamkeitstrainer die Praxis in Unternehmen vor.

Ohne Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse stellt heute kaum ein Achtsamkeitstrainer die Praxis in Unternehmen vor.

In den letzten Jahren wird die Achtsamkeitspraxis intensiv von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen wie Neurowissenschaften, Psychologie und Medizin erforscht. In der Datenbank Web of Science ist unter dem Begriff „Meditation“ ein enormer Aufschwung zu verzeichnen. Vom Jahr 2000 bis 2015 betrug der Zuwachs an wissenschaftlichen Studien zum Thema Meditation rund 500%.

Schon in den siebziger Jahren machten sich einige Forscher auf den Weg die Meditation wissenschaftlich zu erforschen, um mehr über die Funktion und die Auswirkungen zu erfahren. Denn die Zustände und die Fähigkeiten die z. B. die Zen-Meister und die Yogis zeigten, waren sehr verblüffend. Sie konnten ihr Schmerzempfinden ausschalten, enorme Kräfte erzeugen und einige bis dato (und zum Teil auch heute noch) nicht wissenschaftlich erklärbare Dinge tun. Die Erforschung solcher Themen war aber damals für viele Wissenschaftler nicht ungefährlich. Denn für so manche bedeutete dies das Ende ihrer wissenschaftlichen Karriere. Meditation, spirituelle Praktiken waren für die Wissenschaft zu okkult und esoterisch.

Obwohl Esoterik in diesem Kontext nicht negativ zu sehen ist. Denn in den spirituellen Praktiken der großen Religionen, in denen letztendlich die meisten heutigen Achtsamkeitsmethoden ihre Wurzeln haben, wird Esoterik weniger im Sinne von Eingeweihten, Menschen also, die sich zu einer esoterischen Gruppe zählen verstanden, sondern als eine Spiritualität, die auf Erfahrung zielt. Exoterik wiederum, bezeichnet eine Spiritualität die auf Schriften, Rituale, Dogmen und Symbolen basiert.

Studien über die Auswirkungen der Meditation

Heute ist Meditation salonfähig geworden. Wissenschaftler können innovative Forschungen betreiben und neueste Erkenntnisse über die Auswirkungen der Meditation auf Körper und Geist in der Öffentlichkeit darlegen. Und ich selbst werde nicht komisch angeschaut, wenn ich in Unternehmen von Achtsamkeitstraining und Meditation berichte und in Großraumbüros mit Managern und deren Mitarbeitern meditiere.  Vor einigen Jahren wäre das für mich noch unvorstellbar gewesen.

Einige Achtsamkeitsmethoden wie das MBSR, in dem die spirituell-religiöse Ausrichtung keine Rolle spielt, wurden entwickelt, um gezielt gesundheitliche Aspekte zu fördern.

So ist die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) eine wissenschaftlich anerkannte Methode, die im Bereich der Stressbewältigung und Gesundheitsprophylaxe angewandt und mittlerweile in zahlreichen Organisationen und Unternehmen (z. B. SAP, EZB in Frankfurt, BASF, Google u.a.) vorgestellt und praktiziert wird. In den USA gehören Achtsamkeitstrainings in vielen Unternehmen, an Hochschulen und in Organisationen bereits zum Standard in der Mitarbeiterentwicklung und -Fortbildung.

„Es ist ein Trainingsprogramm für unseren Geist und beinhaltet meditative Übungen in Ruhe und Bewegung. Damit wird eine größere innere Ruhe erreicht und gleichzeitig die Wahrnehmung von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen vertieft. Wissenschaftlich fundierte Ansätze aus Psychologie und Stressforschung ergänzen das Programm.

MBSR bietet praktische Übungen im Umgang mit Stress, schmerzhaften Emotionen, körperlichen Schmerzen oder schwierigen Kommunikationssituationen. Die Wirksamkeit für eine ganze Reihe von körperlichen und psychischen Faktoren ist sehr gut untersucht und vielfach bestätigt. Es sinkt meist der Blutdruck und die Erregung des vegetativen Nervensystems, es stellt sich eine größere Gelassenheit ein und eine Beruhigung von Körper und Geist. Sie können Einfluss nehmen auf den eigenen Zustand.

Zahlreiche internationale Studien belegen die gesundheitsfördernde, stressreduzierende und die Lebensqualität steigernde Wirkung von MBSR. Die Methode wird weltweit im Gesundheitsbereich, in pädagogischen und sozialen Einrichtungen ebenso wie in Unternehmen erfolgreich angewendet.“

www.mbsr-verband.de

Die Übung schafft, wie uns die Hirnforschung zeigt, eine messbare Veränderung in der Struktur des Gehirns und als dessen Resultat, einen positiven Einfluss auf das Denken und Verhalten. In unserer leistungsorientierten Welt kommen Erkenntnisse über leistungsfördernde Aspekte wie dem Zuwachs an grauen Zellen im Gehirn gut an. 😉

Hier stelle ich einige Vorteile vor, die durch Achtsamkeit und Meditation entstehen können:

  • Verminderung und Vorbeugung von Ängsten und Depressionen
  • Burnout-Prophylaxe und Hilfe bei Schlafstörungen
  • Verbesserung der Kreativität und Konzentration
  • Steigerung des Selbstwertgefühls und der Selbstakzeptanz
  • Verbesserte Eigenwahrnehmung (Bedürfnisse, Grenzen, Bauchgefühl)
  • Reduzierung Schmerzintensität
  • Stärkung des Immunsystems
  • Senkung von Bluthochdruck
  • Förderung der emotionalen Intelligenz und der Selbstregulation
  • Steigerung der Intelligenz und des Gedächtnisses
  • Erhöhung der Sinnhaftigkeit
  • Steigerung der Wertschätzung und der Dankbarkeit
  • Erhöhung der Beziehungsfähigkeit
  • Förderung der emotionalen Intelligenz und der Selbstregulation

„Während die Teilnehmer nach acht Wochen MBSR-Praxis berichteten, besser mit Stress umgehen zu können, zeigten sich auch deutliche Veränderungen in der Hirnstruktur: Weniger Dichte der grauen Substanz an der Amygdala, die für die Verarbeitung von Stress und Angst wichtig ist, mehr Dichte dafür im Hippocampus und Regionen, die für Selbstwahrnehmung und Mitgefühl zuständig sind.“

www.welt.de/wissenschaft

Stellen Sie sich mal vor, es gäbe eine Pille, die all das bewirken könnte. Die Pharmaunternehmen würden Milliarden verdienen und die Menschen würden sie gerne schlucken. Die gute Nachricht ist: Wir haben die „Pille“ schon in uns. Wir müssen sie nur noch durch regelmäßige Meditation aktivieren. Alles kostenlos und jederzeit verfügbar.

Meditation und Achtsamkeit ist also gut. Für jeden Einzelnen und letztendlich auch für die Gesellschaft. Das Wissen alleine hilft aber begrenzt weiter. Wir alle sind aufgerufen uns aktiv auf den Weg zu machen. Denn Meditation bzw. Achtsamkeitstraining ist eine Praxis die auf der Erfahrungsebene angesiedelt ist. Eine Übung, bei der Verstand, die umherschwirrenden Gedanken losgelassen werden müssen, um tiefere Erfahrungen zu machen sowie Einsichten in die größeren Zusammenhänge unseres Seins zu gewinnen.

In meinem Buch „Die Kraft der Intuition – Wie wir lernen, unserem Bauchgefühl zu vertrauen“ habe ich über die Bedeutung der Achtsamkeitspraxis geschrieben und dabei besonders auf die Wichtigkeit der praktischen Erfahrung hingewiesen. Da die meisten gerne eine wissenschaftliche Erklärung zur Wirkung und dem Nutzen der Achtsamkeitspraxis haben wollen, habe ich nach einigen interessanten Informationen gesucht, die hier dem nachfolgenden Video entnommen werden können.

 

 

 

dtmg

Es hilft mir zu wissen, dass

  • Meditation meine Wahrnehmung für die wichtigen Dinge im Leben erhöht.
  • Meditation meinen Stress und meine Angst reduziert.
  • Meditation nachhaltig mein Gehirn beeinflusst.
  • Meditation meine Aufmerksamkeit und meine Selbstakzeptanz erhöht.

 


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