Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich stolpere immer wieder über das Thema Abgrenzung. Mich verunsichern Dinge, die andere tun. Muss ich das jetzt auch machen? Zum Beispiel reicht es nicht zu sagen, ich fahre ein paar Tage alleine weg und lasse mich treiben. Nein, es muss gleich eine Selbstfindungsreise sein, Schweigen im Kloster oder ein Retreat, bei dem man körperlich innen und außen runderneuert wird. Trends selbstbewusst zu ignorieren erfordert jedoch Selbstvertrauen und…. Abgrenzung.

Abgrenzung vor äußeren und inneren Druck, ist wesentlich für ein gesundes Selbstvertrauen.

Abgrenzung vor äußeren und inneren Druck, ist wesentlich für ein gesundes Selbstvertrauen.

Abgrenzung von Meinungen und Vorstellungen anderer

Interessant, dass bereits der Philosoph Ralph Waldo Emerson (1803 – 1882) sich mit dem Zusammenhang von Abgrenzung und Selbstvertrauen beschäftigte. Er prägte den Begriff „self-reliance“ (https://en.wikipedia.org/wiki/Self-Reliance), was so viel heißt wie „sich auf sich selbst verlassen“. Also nicht etwas deswegen machen, weil man es allgemein so macht oder es gerade in Mode ist. Und ebenso wenig etwas nur deswegen tun, weil es andere von einem erwarten. Habt ihr beispielsweise in der Vergangenheit die Familienurlaube organisiert, bedeutet es nicht, dass ihr das jedes Jahr wieder machen müsst. Es bedarf achtsames Erkennen und mutige Abgrenzung, um aus solchen Automatismen auszusteigen. Wagt ihr es jedoch, spürt ihr unweigerlich mehr Selbstvertrauen. Ihr nehmt plötzlich eure Bedürfnisse ernst. Und keine Sorge: Abgrenzung bedeutet nicht, eine Mauer aus Beton zu errichten.

„Es kann sehr hilfreich sein, sich bewusst zu machen, dass gesunde Grenzen, im Gegensatz zu Mauern, durchlässig sind.“

www.zartbesaitet.net

Abgrenzung gegenüber der eigenen Vernunft

In der Achtsamkeit spürt ihr, wann eure Entscheidungen vom Verstand gelenkt werden. Ist euer Denken erst einmal involviert, braucht ihr für die Abgrenzung wesentlich mehr Kraft und Energie. Hört daher auf euer Bauchgefühl und eure Intuition. Sobald wir etwas aus der Vernunft heraus machen, wohl wissend, dass unser Bauchgefühl uns etwas anderes rät, handeln wir fremdbestimmt.

„Es geht nicht darum, Ihr Spiegelbild zu verändern, sondern Ihren Blick in den Spiegel – sagen Sie grundsätzlich ja zu sich selbst!“

www.dr-mueck.de

Unsere Vernunft knüpft innerhalb kürzester Zeit auf Meinungen und Vorstellungen anderer zurück. Unsere Vernunft will immer auf Nummer Sicher gehen. Sich selbst vertrauen bedeutet jedoch, sich davon abzugrenzen und auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen. Je achtsamer ihr in euch hineinspürt, je mehr Zeit ihr euch dafür einräumt, desto klarer erkennt ihr, welche Gedanken euer Selbstvertrauen beeinflussen.

Abgrenzung gegenüber uns selbst

Vor allem sind wir es selbst, die uns auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen Knüppel in den Weg legen. Zum einen unser Begehren, wie wir gerne sein möchten, wie wir von den anderen gesehen werden möchten. Doch dieses Begehren beinhaltet immer die Parameter anderer! Zum anderen sind es unsere inneren Begrenzungen in Form von Konditionierungen und Glaubenssätzen, die unserem Selbstvertrauen schaden. Zum Beispiel der Glaubenssatz, es allen recht machen zu müssen. Strecken wir unsere Tentakel so nach allen Seiten aus, ist es geradezu unmöglich, ein Gespür für sich selbst zu bewahren. Sobald ihr jedoch achtsam spürt, an welche Bedingungen euer Selbstvertrauen geknüpft ist, löst ihr euch bereits ein wenig davon. Ihr bekommt Distanz. In diesem Moment gebt ihr dem Vertrauen in euch selbst den nötigen Raum zum Wachsen. Das sind nur Nuancen, gewiss, doch in der achtsamen Wahrnehmung können wir aus solchen feinen Unterschieden eine Menge Kraft gewinnen.

„Es kommt darauf an, sich von anderen zu unterscheiden; ein Engel im Himmel fällt niemandem auf.“

George Bernard Shaw, 1856-1950

 

 

dtmg

  • Bei allem, was ich tue, hinterfrage ich: Warum tue ich es? Dabei spüre ich sehr achtsam in mich hinein.
  • Ich beobachte Menschen, von denen ich meine, sie hätten ein gesundes Selbstvertrauen. Was kann ich von ihnen lernen?
  • „Egoistisch“ nehme ich mir Zeit für mich, um wieder näher an mich heran zu rücken. Am besten jeden Tag eine halbe Stunde – spazieren gehen, meditieren etc.

 


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