Freund sein, Bruder sein, lieben, das öffnet das Gefängnis durch eine höhere Macht, durch eine magische Kraft. Ohne diese bleibt man im Gefängnis. Vincent van Gogh

 

Frisch verliebt sehen wir die Welt rosarot. Alles an dem anderen ist neu und spannend. Wir wissen noch nichts über seine Eigenarten und Gewohnheiten, seine Vorlieben und Abneigungen und sehen noch nicht seine vermeintlichen Schwächen. Mit der Zeit verblasst das Rosarot und wir nörgeln: „Markus ist mundfaul“, „Susanne ist chaotisch“ und „Peter ist extrem launisch.“ – Etikett drauf und ab in die dazugehörige Schublade.

Das ist gefährlich, denn passen wir nicht auf, verfestigt sich dieses Bild. Fatal dabei: Wir sind es selbst, die dieses Bild von dem anderen gemacht haben. Und wir sind es auch, die dafür sorgen, dass dieses Bild bestehen bleibt. Vielleicht war Markus am Anfang eurer Beziehung deinen Freunden gegenüber zurückhaltend. Daraufhin hast du den Part des Unterhalters übernommen und tust es noch immer. Mittlerweile findet Markus es bequem, sich von dir und den anderen unterhalten zu lassen. Und für Susanne räumst du die Sachen hinterher und organisierst ihr Leben, so dass sie selbst keine Notwendigkeit mehr sieht, selbst aktiv zu werden. Es wird ja alles für sie gemacht. Dabei würde sie vielleicht aufblühen, hätte sie mehr Eigenverantwortlichkeit.

Achtsamkeit in der Zweisamkeit bedeutet, die Entwicklung des anderen mit Interesse wahrzunehmen und nicht mit fertigen Meinungen in Sackgassen zu enden. Nimm den anderen – ob Partner, Geschwister oder ein liebgewonnener Freund – wachsam und präsent wahr. Nimm ihn bewusst wahr. Schenke ihm den Raum, neben dir zu sein.

 

 

„Freund sein, Bruder sein, lieben, das öffnet das Gefängnis durch eine höhere Macht, durch eine magische Kraft. Ohne diese bleibt man im Gefängnis.“

Vincent van Gogh

Noch Fragen?

Ihr sucht ausführliche Infos über Achtsamkeit: einfach hier klicken