Gastbeitrag von Beatrix Schulte:

Meine-Schreibbar-Bloggerin und Autorin des Buches „Die Seelenfeder“.

 

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich über die beiden Schreibklassiker von Cameron und Goldberg geschrieben, heute habe ich mir zwei alte Bestseller ausgesucht, die immer noch aktuell und beliebt sind unter Schreibern. Da wäre zum einen Hemingways „Paris – Ein Fest fürs Leben“ und Dorothea Brandes: „Schriftsteller werden„.

 

 

Paris und seine Cafés in den 20er Jahren

„Ein Fest fürs Leben“ ist ein absoluter Klassiker, der einen eintauchen lässt in das alltägliche Schreiberleben der großen Literaten in den Pariser Cafés der 20er Jahre. Es berichtet von seinem Künstlerleben, als er dort in sehr ärmlichen Verhältnissen mit Frau und Kind als Auslandskorrespondent lebte. Es ist geprägt von Besuchen bei Gertrude Stein und Treffen mit James Joyce oder F. Scott Fitzgerald. Am Schluss wird man Zeuge seines Betrugs an seiner Frau mit der wohlhabenden Moderedakteurin Pauline Pfeiffer, die er später heiratete. Sowas macht natürlich neugierig, mich jedenfalls;)

Das Buch wurde nicht in der Absicht einer Veröffentlichung geschrieben und das macht es wohl so außergewöhnlich ehrlich. Es ist aus seinen damaligen Tagebüchern entstanden. Hemingway ließ sich nämlich in den fünfziger Jahren, als er wieder nach Paris zurückgekehrt war, aus dem Keller des Hotels Ritz seine alten Koffer bringen und darin waren seine alten Tagebücher und Aufzeichnungen.

Genialität kann man lernen

1934 erschien die amerikanische Originalausgabe des Schreib-Klassikers von Dorothea Brande: Schriftsteller werden. Dort beschreibt sie die Methode, um den schreibenden Körper zu trainieren. Es geht ihr um den schöpferischen Prozess des Schreibens und den inneren Weg zur Entwicklung der Schriftstellerpersönlichkeit. Sie hat dabei etwas von bleibendem Wert geschaffen, so schreibt G. Kaiser in der Literaturkritik: „Dieses Buch ist ein Kuriosum. Inmitten von allerlei Ratgebern zum „Kreativen Schreiben“, die in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Bereich populär geworden sind, (…) stellt „Schriftsteller werden“ von Dorothea Brande eine Ausnahme dar.“

Ihr Geheimnis des Schreibens: Anzapfen des (intuitiven, genialen) Unbewussten! „Beide Seiten [das Bewusste und das Unbewusste] müssen jederzeit Hand in Hand arbeiten, sonst gelingt kein wirkliches Kunstwerk. (…) Es passiert ihm [dem Künstler] nicht, sondern er lässt es passieren.“ Und weiter: „Die Fähigkeit, die höhere Imagination, also die künstlerische Ebene des Unbewussten, willentlich zu aktivieren, ist das, was sich hinter der Zauberformel oder dem Berufsgeheimnis des Künstlers verbirgt.“

Um das Unbewusste zu aktivieren, empfiehlt sie das freie Schreiben am Morgen. Man solle morgens eine halbe oder ganze Stunde früher aufstehen, sich nicht vorher unterhalten, keine Zeitung lesen, sondern nur schreiben. Man solle alles aufschreiben, was einem in den Kopf kommt, was man geträumt hat oder ein Gespräch, real oder fiktiv, eine Befragung des Gewissens zu einer Angelegenheit. Man solle zügig schreiben und ohne den Inhalt zu bewerten. Man hört auf, wenn der Impuls dazu da ist. Brande empfiehlt, das Geschriebene erst viel später, wenn überhaupt, zu lesen.

Was sind Bestseller?

Was macht ein Buch zu einem wertvollen, dauerhaften Erfolgshit? Die Bücher verkaufen sich so gut, weil sie ehrlich sind, das ist meine Meinung. Hemingway hat durch das völlig absichtslose Tagebuchschreiben sehr viel über sich verraten aus einer Zeit, als er noch nicht berühmt war. Brande hat ihr ganzes Leben dem Schreiben gewidmet und konnte nur so diesen Hit landen. Sie selbst schreibt über Genialität: „Die Werke sind von großer Direktheit und Kraft, so wie alles, was ohne Umschweife oder Verfremdung aus dem innersten Kern der Persönlichkeit kommt.“

Eure Beatrix

 

 

dtmg

  • Schreibt einmal auf, welche Bestseller euch einfallen, was haben sie mit euch zu tun? Wie haben sie euer Herz erreicht?
  • Lest die Tipps für eigene Romanbestseller.
  • Lest das Buch „Der Ewige Bestseller“ von Ryan Holiday.

 


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