Gastbeitrag von Beatrix Schulte:

Meine-Schreibbar-Bloggerin und Autorin des Buches „Die Seelenfeder“.

 

Ich bekam das Buch, über dass ich heute schreiben will, von meiner Schwägerin geschenkt. Es lag lange in meinem Regal unter dem Motto: „Das müsste ich auch mal lesen“. Dass es kein Buch zum Lesen ist, erfuhr ich schon auf den ersten Seiten. Also flog es wieder in die hinterste Ecke, weil ich keine Zeit hatte, ein Buch durchzuarbeiten. Meinte ich jedenfalls. Drei Jahre hat es gebraucht, bis ich bereit war, um mein Leben zu verändern. Wenn ein Buch das kann, dann dieses. Ich empfehle es jedem, der künstlerisch tätig ist. Und sind wir das nicht alle – Künstler? Den Weg, den ich jetzt gehe (schreibend) habe ich ihr zu verdanken. Danach bin ich dem wunderbaren Buch von Natalie Goldberg „Schreiben in Cafes“ begegnet. Daraus ist dann meine „Seelenfeder“ entstanden. Also grämt euch nicht, es kommt die Zeit, da hört auch ihr den Ruf eures Herzens. Das Buch dazu steht vielleicht schon in eurem Regal.

 

Bei den Morgenseiten werden möglichst jeden Morgen nach dem Aufstehen und bevor wir frühstücken oder Sport treiben über eine Zeit von 12 Wochen drei Seiten mit der Hand geschrieben

 

Der Weg des Künstlers

Der Bestseller „Der Weg des Künstlers – Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ von Julia Cameron beinhaltet einen 12 Wochen Plan, um unsere Kreativität freizusetzen. Zu ihren Grundtechniken gehören die Morgenseiten und die Künstlertreffs. Sie selbst erzählt, dass sie sich vor vielen Jahren für eine Zeit lang in ein kleines Lehmhaus in New Mexiko zurückgezogen hatte, um ihr Herz zu heilen. Ziemlich verzweifelt wie sie war, setzte sie sich eines Morgens an ihren kleinen Küchentisch und fing an zu schreiben. Und sie begann damit etwas, das sie berühmt machte und woran sie selbst bis heute festhält: die Morgenseiten.

 

Morgenseiten nach J. Cameron

Bei den Morgenseiten werden möglichst jeden Morgen nach dem Aufstehen und bevor wir frühstücken oder Sport treiben über eine Zeit von 12 Wochen drei Seiten mit der Hand geschrieben mit allem, was einem in den Sinn kommt („streng dem Bewusstseinsstrom folgen“).  Diesen Prozess nennt Cameron „sich in die Quelle fallen lassen“. Hier gehört alles aufs Papier, was Ihr Gehirn gerade ausspuckt, es handelt sich dabei nicht um Literatur, sondern um eine „Gehirnentleerung“.

Morgenseiten nach D. Brande

Ganz neu war die Idee zu den morgendlichen Schreibseiten nicht. 1934 z.B. erschien die amerikanische Originalausgabe des Schreib-Klassikers von Dorothea Brande: „Schriftsteller werden„. Dort beschreibt sie die Methode, um den schreibenden Körper zu trainieren. Man solle morgens eine halbe oder ganze Stunde früher aufstehen, sich nicht vorher unterhalten, keine Zeitung lesen, sondern nur schreiben. Man solle alles aufschreiben, was einem in den Kopf kommt, was man geträumt hat oder ein Gespräch, real oder fiktiv, eine Befragung des Gewissens zu einer Angelegenheit. Man solle zügig schreiben und ohne den Inhalt zu bewerten. So könne der innere Kritiker unseren Schreibfluss nicht stoppen. Bei Brande gibt es keine Seiten-Begrenzung, man hört auf, wenn der Impuls dazu da ist.

 

Künstlertreffs

Die Künstlertreffs sind nach J. Cameron Treffs mit unserem inneren Künstler und eng verbunden mit den Morgenseiten. Einmal in der Woche zwei Stunden sollen wir den inneren Künstler nähren, indem wir z.B. einen interessanten Vortrag hören, an einem Malkurs teilnehmen, eine Lesung oder ein Konzert besuchen, in die Oper oder ins Theater gehen. Die Morgenseiten „senden“ unsere Gedanken, Bedürfnisse und Probleme aufs Papier. Der Künstlertreff empfängt und nährt unsere Künstler-Seele.
Viel Freude!

Eure Beatrix

 

 

dtmg

  • Schreibt über 12 Wochen die Morgenseiten in ein einfaches Ringbuch oder ein schönes Tagebuch.
  • Lasst die Texte, die ihr morgens schreibt, zunächst ungelesen liegen, doch nach zwei Monaten könnt ihr sie wie ein „Fremder“ durchgehen. Unterstreicht Gedanken oder Gefühle, die häufig auftreten. Untersucht die Gedanken z.B. mit The Work von Byron Katie.
  • Besucht einmal in der Woche eine Kunstausstellung, eine Lesung oder ein Konzert.

 


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