Gastbeitrag von Beatrix Schulte:

Meine-Schreibbar-Bloggerin und Autorin des Buches „Die Seelenfeder“.

 

Ich starre ungläubig auf den PC, als ich mir wieder einmal ein Video von Hal Elrod anschauen will, um mich für das frühe Aufstehen am nächsten Morgen zu motivieren: Hal Elrod ist an Krebs erkrankt – NEIN; das nicht auch noch! Was kann dieser Mensch noch aushalten?, schießt es mir durch den Kopf.

Miracle Man – Wer ist dieser Typ?

Hal Elrod – viele meiner Leser wollten mehr wissen zu ihm und seiner Methode. Dieser Mann hat persönliche Prüfungen erlebt, die mit Hiob mithalten können: erfolgreicher Verkäufer erlebt schweren Unfall, er ist für 6 Minuten klinisch tot, Diagnose: nie mehr gehen können, doch er geht, nein, er springt als Motivationstrainer von Bühne zu Bühne. Es folgt eine völlige Pleite, weil sein Verleger mit dem Erlös seines ersten Buches stiften geht. Wieder rafft er sich auf, startet als Verkaufscoach eine steile Karriere, dann kommt der Börsenfall, wieder verliert er sein ganzes Vermögen. Er steht vor dem Nichts. Ein Freund empfiehlt ihm zu joggen, es tut ihm gut und er begreift: Hallo, ICH steuere meine Gefühle und Gedanken. Also LOS! Daraufhin liest er sich in die Morgenrituale von den erfolgreichsten Leuten in den USA ein und entwickelt daraus einen eigenen Wunder-Morgen mit 6 Ritualen: Meditation, Affirmationen, Visualisieren, Sport, Lesen, Schreiben. Alles um die 5-20 Minuten, insgesamt eine Stunde. Daraufhin schreibt Hal erneut ein Buch: Miracle Morning, das alle Kassen stürmt. Über Nacht wird er berühmt, hat eine sagenhafte Community, die treu zu ihm hält.

Der Krebs ist eine Reise

Es kann doch wirklich nicht sein, dass er jetzt auch noch Krebs hat? Doch! Seit einem Jahr. Er erwacht morgens und hat brennende Schmerzen im Hals, er bekommt zunächst Antibiotika und dann die Diagnose: bösartiger besonders aggressiver Krebs. Er will sich selbst heilen, hält nichts von Chemotherapie. Der Arzt antwortet schlicht und einfach: „Ohne Chemotherapie sterben Sie innerhalb der nächsten Woche“. Er ruft seine Frau an, seine Eltern, er weint, sie weinen.

 

Hal Elrod ist an Krebs erkrankt

 

Sein Umgang mit Krebs

Er macht die Chemotherapie und weiter seine Morgenrituale. Er zeichnet die ersten Krankenhausaufenthalte auf. In den 5 Videos redet er von Dankbarkeit und Liebe zu seiner Fan Gemeinde und Familie. Zudem nennt er den Krebs eine Reise, die er annehmen muss wie auch damals seinen Unfall. Er räumt ein, dass er zu viel gearbeitet hat und immer weiter wollte. Jetzt ist die Zeit für ihn, auf seinen Körper zu hören und Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Dann enden die Videos ca. für ein Jahr. Später sagt er, es war das härteste Jahr seines Lebens. Vor ca. einem Monat zeigt er sich wieder seinen Fans: Auf einer Bühne, abgemagert mit Glatze, aber er hüpft wie eh und je, er lacht, er hat ein neues Leben geschenkt bekommen.

Krebs trotz Miracle Morning?

Heimlich frage ich mich, wie er denn Krebs kriegen kann, wenn er doch jeden Morgen für seinen Seelenfrieden früh aufsteht und diszipliniert seine Rituale macht. Damit bin ich aber wieder in der Falle: Krankheit ist selbst gestrickt… und wer für sein Seelenheil sorgt, wird nicht krank…Quatsch… man denke nur an Bärbel Mohr, die nun wirklich ihre Seele umsorgt hat. Sie starb 2010 mit nur 46 Jahren an Krebs. Ja, sie hatte viel Stress zum Schluss, hat etwas die Balance verloren im Arbeiten für ein Umdenken. Hat sich vielleicht etwas aus den Augen verloren aus lauter Engagement für andere. Aber trotzdem ist sie nicht an ihrer Krankheit schuld und auch sollte man dadurch ihre Arbeit nicht in Zweifel ziehen, denn sie hat mit „Bestellungen beim Universum“  so viele Menschen zum Umdenken bewegt. Auch Hal räumt später ein, die letzten Jahre auf der Überholspur gelebt zu haben, seine Prioritäten aus den Augen verloren zu haben, weil ihn sein Job zu viel abverlangt hat. Aber trotzdem ist es eher die Frage, wie wir mit der Diagnose umgehen als wie wir die Krankheit erschaffen haben.

Miracle Rule – Die 5 Minuten Regel

Hal ist klapperdürr, seine Haare sind etwas nachgewachsen, als er Brad Johnson vor einem Monat ein Interview gibt. Sein Gesicht strahlt und sein Lachen ist echt. Er sagt, haltet euch an die 5 Minuten Regel, wenn euch ein ungerecht erscheinendes Schicksal ereilt: Schreit, wütet, weint…aber nur 5 Minuten. Dann akzeptiert, was ihr nicht ändern könnt. Und macht das Beste draus. Hal hat sich vorgenommen, die glücklichste und dankbarste Person zu sein TROTZ ALLEM. Ich ziehe den Hut vor ihm. Und bin selbst die dankbarste Person, dass ich diesen wunderbaren Abend in Girona plötzlich ein Video entdeckte über eine Stunde am Morgen, die alles verändert…

Miracle Morning – was er mir bedeutet

Für mich ist diese Idee des frühen Aufstehens und der morgendlichen Kopf-Hygiene der absolute Hammer und wirkt zu 100%. Man muss es nur schaffen, den inneren Widerstand zu überwinden (der immer kommt, wenn es um tiefgreifende Veränderungen geht) und eben wirklich früh aufstehen (zum Vorteil des frühen Aufstehens lese auch „7 Gründe morgens früh aufzustehen“ auf Meine-Schreibbar). Man wird produktiver, zentrierter, im Kopf klarer, freut sich mehr, ist mehr in Frieden mit dem, was ist, beweglicher… Allerdings ist es für mich wie gesagt, zurzeit nicht möglich, morgens um 5 Uhr hochzukommen. Ich arbeite dran… vor allem weil ich weiß, dass 7 Uhr schon zu spät ist. Es hat was mit einer magischen Zeit zu tun. Um 5 Uhr gelingt mir das Meditieren leicht, um 7 Uhr habe ich ständig Gespräche oder Einkaufslisten im Kopf.

Eure Beatrix

 

 

dtmg

  • Stellt euch jeden Morgen vor, es ist Weihnachten. Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ihr als Kinder am Weihnachtsmorgen aufgestanden seid? Garantiert war es völlig egal, ob ihr nur 5 Stunden geschlafen habt oder 4, ihr wolltet unbedingt aufstehen und zu den Geschenken! Und genauso ist es mit dem Miracle Morning. Ihr wollt irgendwann früh aufstehen, geht dafür abends früher ins Bett, lasst immer öfter das Fernsehen aus und freut euch wirklich auf die Morgenrituale, da es für euch wertvolle Geschenke geworden sind, die im Inneren warten, ausgepackt zu werden.
  • Fragt euch öfter: Wollt ihr oder müsst ihr? Wenn wir vollkommen überzeugt davon sind, dass uns das Vorhaben wie Meditieren am Morgen gut tut, dann WOLLEN wir aufstehen! Als Kind mussten wir früh aufstehen, um in die Schule zu gehen, sonst gab es Ärger mit den Eltern. Danach gab es Ärger vom Chef, wenn wir zu spät zur Arbeit kamen. Also vom Müssen zum Wollen, das ist der ganz große Unterschied!
  • Kreiert die Dringlichkeit (so nennt es Hal), morgens für euch zu sorgen, um gut in den Tag zu starten. Es ist lebenswichtig, sich im Inneren sauber und klar zu halten, wie sich äußerlich zu waschen! Es ist lebenswichtig, seine Talente zu leben, damit wir für die Menschen ein Vorbild sind, die wir lieben.

 


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