Schade: Also 2013 der Roman „Vogelweide“ von Uwe Timm erschien, erfreute ich mich nächtelang an dem kauzigen Protagonisten Eschenbach. Dieser lebt zurückgezogen auf einer Elbinsel und beobachtet als Vogelwart täglich jede Menge Vögel. Herrlich, dachte ich: Der hat sich von sämtlichen Moden und sozialen Anforderungen abgesetzt. Der macht das, was ihm Spaß bringt: Vögel beobachten. So sieht erfolgreiche Abgrenzung aus. Und 2017 ist daraus ein Trend geworden: „Birding“ – so schimpft sich dieses Nischenhobby auf Englisch.

Abgrenzung bedarf einer Portion Eigensinn und Mut zu ein wenig Ungehorsam.

Abgrenzung bedarf einer Portion Eigensinn und Mut zu ein wenig Ungehorsam.

Eigensinn als wertvolle Ressource

Abgrenzung bedeutet eben nicht nur, dass ihr anderen Menschen Grenzen setzt und statt leise „Ja“ ein lautes „Nein“ sagt. Abgrenzung kann komplett still und leise stattfinden, indem ihr den Erlebnissen eures Alltags einen eigenen Sinn gebt. Dadurch schätzt ihr euch selbst mehr wert und achtet euer Tun wesentlich respektvoller.

„Indem wir mit Eigensinn leben, sorgen wir für unsere körperliche Gesundheit und stärken unser psychisches Rückgrat. Unser Selbstbewusstsein wächst – und damit auch unsere innere Unabhängigkeit.“

www.psychologie-heute.de

Eigensinn befreit

Indem wir nicht mehr länger etwas tun, nur weil es andere tun, zeigen wir unsere Individualität.“

www.psychologie-heute.de

Ich betreibe Abgrenzung. Da man sich bereits im Berliner Tiergarten zum „after work birding“ trifft, ist mir dieser einstige Außenseiterzeitvertreib nicht mehr eigensinnig genug. Denn mittlerweile trifft man sich  als „Urban Birder“ auf Facebook & Co zum Posten der schönsten Vogelbilder. Wenn das man nicht in Wettbewerb ausartet. Um den täglichen Herausforderungen und Stresssituationen zu entfliehen, praktiziere ich Abgrenzung mit Hund. Zusammen mit unserem Henry und seinem Hundefreund Leo gehe ich Stunden in der Natur spazieren. Langweilig? Nicht die Bohne. Für mich entspannte Abgrenzung.

Eigensinn macht interessant

Wer seinen Eigensinn pflegt und sich damit erfolgreich abgrenzt, der ist auch mutig genug, seinen „sozialen Ungehorsam“ mitzuteilen – freundlich und selbstbewusst. Und ist es nicht so, dass wir eigensinnige Menschen immer auch ziemlich interessant finden? Ihre Art der Abgrenzung imponiert irgendwie und motiviert in Bezug auf unsere eigene Abgrenzung. Solltet ihr solche eigensinnigen Menschen kennen, schreibt mir von ihnen, so etwas finde ich immer super interessant.

Nun aber gut, ich grenze mich für heute ab. 🙂 Zeit zum „Hunde beobachten“ oder wie sagt man auf Englisch? „Doging“ 🙂

 

 

dtmg

  • Als Erstes werde ich meinem täglichen Tun einen eigenen Sinn geben, damit sich mein Eigenwert erhöht. Das finde ich spannend!
  • Bei meiner Abgrenzung hinterfrage ich ebenfalls jedes Mal den eigenen Sinn: Warum will ich mich abgrenzen? Welchen Sinn hat das?
  • Abgrenzung beginnt bei mir bereits damit, dass ich beim Spaziergang mit den Hunden mein Handy zuhause lasse.

 


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