Loslassen und Freiheit schaufeln

Jeder hat ja so seine Ticks. Oh ja, ihr auch. :-) Einer meiner Ticks ist zum Beispiel: Jedes Mal wenn ich mir ein neues Kleidungsstück kaufe, rangiere ich ein altes aus. Das macht keinen Sinn, fühlt sich für mich jedoch besser an. Ansonsten hätte ich ein schlechtes Gewissen, von wegen der Kleiderschrank quillt über und sinnlose Geldausgabe. Und hier noch einer: Das neue Kleidungsstück wird erst einmal für „gut“ aufbewahrt, sprich nicht gleich getragen. Logisch, dass somit manche Anschaffung vor sich hinvegetiert und erst zum Einsatz kommt, wenn es wieder „out“ ist. Dieses „für gut“ kenne ich noch aus meinem Elternhaus. So machte man das früher. Heute raubt es mir die Freude.

Innere Zwänge halten uns ab vom Erleben des gegenwärtigen Moments. Würden wir achtsam das Jetzt wahrnehmen, hätten wir im Erkennen immer die freie Wahl.“

Wie häufig sind wir verstrickt in sogenannten Ticks oder auch Gewohnheiten, die unsere Handlungen und unsere Emotionen viel mehr beherrschen, als wir uns eingestehen möchten. Sie geben uns einen Rahmen, sie wiegen uns in einer eingebildeten Sicherheit, vermitteln uns Geborgenheit und ein Gefühl von Dauer. Loslassen macht Angst. Der freie Fall. Doch was wäre denn so schlimm daran, zu schweben?

Loslassen heißt, der Kontrolle zu entfliehen, der wir uns selber unterjocht haben.“

Was ist denn so beängstigend daran, wenn ich wie beispielsweise gestern Abend im Schlafanzug auf die Straße hüpfe, weil unser Hund mitten in der Nacht das Bedürfnis zum Urinieren verspürt? Ich bin keiner Menschen Seele begegnet, denn wer clever ist, schwelgt zu dieser Zeit weich gebettet in süßen Träumen. Und wisst ihr was? Ich fand es anschließend sogar cool von mir, musste über mich selbst lachen, lag im Bett und überlegte, dass ich, wäre ich berühmt, ein nettes Paparazzi-Motiv für die „Gala“ abgegeben hätte. Ist doch lustig. Und ihr? Ich bin mir sicher, da gibt es auch Situationen, wo ihr auf euren inneren „Kontrolleur“, der euch mit „das geht doch nicht“, „das macht man nicht“, „was denken denn die Leute“ Paroli geboten habt. Falls ihr Lust habt, würde ich mich freuen, wenn ihr mir davon berichtet. Willkommen im Club der „Loslasser“. :-)

Loslassen – bedeutet, nicht alles nach meinen Wünschen zu gestalten, sondern jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt, um mich mit ihm wohlzufühlen.“
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Wie befreiend ist es, sich achtsam dem Moment hinzugeben. Ohne Ansprüche und Erwartungen an den Moment zu stellen. Den Moment pur erleben, wie er sich uns zeigt, ohne inneren Druck, ohne innere Zensoren und ohne innere Miesmacher. Ich finde, das sollten wir uns viel öfter gönnen. Schluss mit den Freuderäubern!

Wer vorwärts kommen will muss loslassen – Konditionierungen und Gedankenmuster wiegen schwer.

Wer vorwärts kommen will muss loslassen – Konditionierungen und Gedankenmuster wiegen schwer.

Eine gute Freundin schwärmt mir seit Wochen von der Japanerin Marie Kondo vor. Die Aufräumexpertin hat eine erfolgreiche Methode entwickelt, mit der man sich endlich von den Dingen trennt, die im Grunde nutzlos die Wohnung verdichten. Meine Freundin hätte nun endlich Platz im Kleiderschrank. Durch den so entstandenen Freiraum würde sie jetzt viel kreativer und entschlossener ihre tägliche Kleiderwahl treffen. Ich dachte sofort an das gedankliche Loslassen. Welchen Gedankensalat bewahrt ihr auf? Und wie wäre es, hier Luft zu schaffen, damit kreativere Geistesströme euer Leben verschönern?

Loslassen – bedeutet, weniger zu fürchten und mehr zu lieben.“
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Loslassen schafft in unseren Köpfen kreativen Raum.

In meinem Kleiderschrank hängt seit Jahren ein rotes Kleid, einst in Los Angeles zusammen mit meinem Mann gekauft. Dabei passt es mir nicht einmal mehr. Trotzdem halte ich an der Illusion fest, sehe mich gedanklich in dem roten Hauch von Nichts, dabei sind diese Zeiten vorbei. Wie oft lebt ihr in Vorstellungen von euch, die ihr gar nicht mehr seid? Am Wochenende sprach ich mit einem netten Hundebesitzer. Wir kennen uns flüchtig über die Tiere. Er fragte mich nach meinem Namen, da er dachte, ich sei eine Freundin seiner Mutter. Ups, ich war überrascht, niemals hätte ich gedacht, in dem Alter seiner Mutter zu sein. Ich hatte mich immer jünger gefühltL Loslassen! Ja, auch hier: loslassen. Natürlich ist es schön, sich jünger zu fühlen, aber ebenso schön ist es, sich zufrieden mit dem aktuellen Alter wohl zu fühlen und achtsam wahrzunehmen, was dieser Lebensabschnitt für einen bereithält.

So viele unnötige Gedanken, so viele Illusionen und beengende Vorstellungen, wie das Leben gelebt werden soll. In dem Moment der Achtsamkeit erkennen wir: So wie es gerade ist, ist es gut.“

Mir gefällt folgende Geschichte:
Während eines Stress-Management-Seminars hielt die Referentin ein Glas mit Murmeln hoch und fragte, wie schwer dieses Glas wohl sei. Einige Teilnehmer schätzen 500 Gramm, andere das Doppelte. Darauf antwortete die Referentin, dass das eigentliche Gewicht irrelevant sei. Entscheidend sei, wie lange man dieses Glas in der Hand hielte: ein paar Minuten, eine Stunde, einen Tag? Das Gewicht des Glases ändert sich nie, nur unsere Wahrnehmung des Gewichts. Je länger wir es halten, desto schwerer wird es.

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Ebenso ist es mit unseren Sorgen und unseren gedanklichen Mustern. Sie wiegen immer schwerer, je längere wir uns an ihnen festhalten. Wir müssen erkennen, wann es Zeit ist, loszulassen.

Doch es gibt einen weiteren Weg, den Alltag bestmöglich zu bewältigen und dabei der Achtsamkeit in sich den Weg zu bereiten: etwas „ganz“ zu tun und voll dabei zu sein.“
Han Shan, aus: „Achtsamkeit“

Hier liegt der Hase begraben, wie man so schön sagt. In dem Moment, wo wir etwas mit unserer vollen Aufmerksamkeit tun, in dem Moment sind wir uns unseres Handelns komplett bewusst. In diesem achtsamen Moment erkennen wir erst, was wir dort überhaupt tun. Das ist die Chance, das ist der Moment der freien Wahl. Denn im Erkennen haben wir die Möglichkeit, uns anders zu entscheiden und loszulassen.

Loslassen bedeutet sich freischwimmen und seiner inneren Stimme folgen.

Loslassen bedeutet sich freischwimmen und seiner inneren Stimme folgen.

Ohne Frage, das geht nicht von heute auf morgen. Geht es zum Beispiel um den Erhalt meiner Konditionierungen, bin ich um Ausreden nicht verlegen: Meinen neuen weißen Sommerrock habe ich erst einmal getragen, ins Ballett. Aber täglich mit Hund wird er sofort schmutzig und in meinem Homeoffice, wozu so chic machen? Also bleibt er „für gut“ :-)

 

dtmg

  • Sobald ich merke, dass ich etwas mache, gedanklich jedoch ganz woanders bin, kehre ich über den Atem zum gegenwärtigen Moment zurück.
  • Ich achte bewusst auf meine Muster: Was tue ich nur, weil ich es schon immer so gemacht habe?
  • Erkenne ich derartige Muster und Gedanken, nehme ich sie liebevoll an, verabschiede sie und wage ein neues Verhalten.

Noch Fragen?

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