Ich gestehe es hier gleich zu Beginn: Ich gehöre auch dazu. Jawohl, ich bin eine von den Gehetzten und gestressten. Tagtäglich jammere ich über all die Dinge, die ich machen muss du klage über die wenige Zeit für die Dinge, die ich eigentlich tun möchte. Somit treibe ich zu wenig Sport, mir fehlt mein Yoga, meine Meditation kommt auch zu kurz, ganz zu schweigen von der fehlenden Muße für mein literarisches Schreiben. Mangel, Mangel, Mangel …

Alles ist da, reichlich und verschwenderisch: Statt auf den Mangel zu schauen, sollten wir die Fülle, die uns umgibt, erkennen. Ein Nährboden der Wertschätzung.

Alles ist da, reichlich und verschwenderisch: Statt auf den Mangel zu schauen, sollten wir die Fülle, die uns umgibt, erkennen. Ein Nährboden der Wertschätzung.

 

Wertschätzung beginnt bei uns selbst

„Ich glaube, wir, die Gehetzten, belügen uns selbst. In Wahrheit haben wir eine Entscheidung getroffen. Wir haben genau das Leben gewählt, das wir führen und über das wir so oft jammern.“

Harald Martenstein, Redakteur des „Tagesspiegels“

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/10/ehrgeiz-hobby-zeiteinteiling-anerkennung-harald-martensteinDer bekannte Journalist Harald Martenstein meint, dass die wunderbaren Dinge, die wir so gerne machen würden, hätten wir Zeit zu Hauf, uns keine Anerkennung brächten. Genau das sei der springende Punkt. Spazierengehen, Wellness oder durch Museen schlendern täte zwar der Seele gut, jedoch hebe all das nicht unser Selbstwertgefühl. Wir bräuchten unsere „Pflichtprogramme“, um Wertschätzung und Anerkennung zu spüren. Verrückt! Dennoch kann ich es eins zu eins unterschreiben, ich ticke auch so.

Wertschätzung treibt uns zu Höchstleistung

Ich hielt neulich in Rosenheim heim Oberbayrischen Volksblatt einen Vortag. Ganz unter uns, mich hatte es gestresst, denn die Vorbereitung kostete Zeit, ganz zu schweigen von der langen Hin- und Rückreise. Außerdem musste ich unseren Hund für zwei Tage in die Hundepension geben, die wiederum außerhalb Hamburgs liegt. Viel Aufwand und trotzdem war es großartig. Ich spürte Anerkennung und Wertschätzung. Und als nach dem Vortrag noch ein junger Mann zu mir sagte, ihm wäre jetzt endlich so einiges klar geworden, eine Art AHA-Erlbnis, da war ich super glücklich. Ich hatte etwas Gutes gegeben und wurde mit Ewertschätzung entlohnt. Mehr ging nicht.

Wertschätzung wächst auf dem Boden der Liebe

Der Hunger nach Wertschätzung sitzt bei mir und vielen anderen Menschen ganz tief. Und im Grunde ist das traurig, denn damit dieser Hunger gestillt wird, sind wir am rennen und rennen und Rennen in unseren Hamsterrädern und geben niemals auf. Wären wir in der Lage, all das, was bereits an Gutem in unserem Leben vorhanden ist, bewusst zu erkennen und auch uns selbst so anzunehmen, wie wir sind, ja, uns so zu lieben, wie wir sind, wir bräuchten keine Hamsterräder.

„Manchmal wissen wir etwas kognitiv oder intuitiv besser, aber wir haben uns emotional nicht genügend entwickelt, um uns von bestimmten Ansichten und Reaktionen zurückzuhalten, die Gewalt und Leid für andere und uns selbst erzeugen.“

Jon Kabat-Zinn, Interview aus „moment by moment“, Ausgabe 1/ März 2017

Jon Kabat-Zinn spricht vom „Homo sapiens sapiens“ – sprich von der Spezie, die nicht nur weiß, sondern auch weiß, dass sie weiß. Ist uns also bewusst, wie wir ticken und weshalb wir so ticken, warum kriegen wir es dennoch nicht auf die Reihe, uns davon zu lösen?

Unser Mangelbewusstsein steht der bedingungslosen Wertschätzung im Wege

Genauso ist es. Wir fokussieren uns viel zu sehr auf den Mangel, auf all das, was noch nicht gut genug ist. Eine Art Mangelbewusstsein wurde uns anerzogen. Zum Beispiel mit Sätzen wie: „Immer trödelst Du. Sei nicht so unordentlich.“ Es reichte nie. Und heute sind wir nicht erfolgreich genug, wir sind nicht attraktiv, nicht jung und nicht trendy genug. Der größte Mangel herrscht in uns selbst. Würden wir uns selbst genug wertschätzen, würden wir die Fülle erkennen, die uns umgibt.

Heute Mittag war ich mit Hund Henry an der Alster und blieb unter einem strahlend weiß blühenden Kirschbaum stehen. Das war Fülle pur. Ein Moment der Vollkommenheit, der Wertschätzung dessen, was alles da ist. Diesen Moment habe ich „eingepackt“ und mit nachhause genommen. Welch anstrengungsloses Geschenk – ein kleines Glück.

 

 

dtmg

  • Ich achte bewusst auf meine Gedanken: Mangelgedanken formuliere ich positiv um und spüre in die Veränderung hinein.
  • Morgens setze ich mich zwei Minuten aufrecht im Bett hin und atme tief ein und aus, wobei ich folgendes Mantra leise vor mich hin spreche: Heute lebe ich Fülle.
  • Täglich achte ich bewusst auf die Schönheit der Natur, die sich jetzt überall in fröhlichen Farben zeigt. Ich verweile eine Minute und verankere diesen Moment in meinem Herzen.

 


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