Der achte Monat kommt in voller Kraft herauf, einem mächtigen Fürsten gleich, der sein ganzes Reich in der Fülle der Macht beherrscht. Daher strahlt die Freude aus ihm. Er, der dahinbrennt in der sengenden Sonne, zieht schon, einer gewissen Feuchtigkeit wegen, den Tau nach sich. Auch kann er schreckliche Gewitter bringen, weil die Sonne sich wieder ihrem Niedergang zuwendet.“

www.gottliebtuns.com

Ist der Monat August ein launischer Fürst? Spürt selbst in diesen Monat hinein, wie es euch körperlich und auch seelisch geht. Vielleicht spürt ihr bereits ein baldiges Ende des Sommers und genießt gleichzeitig noch die Kraft und Fülle, die sich besonders in  den reifen Früchten, den satten Feldern und grünen Bäumen zeigt. Gerade der Hauch von Kühle am frühen Morgen und späteren Abend, der für den nahenden Herbst steht, mahnt uns, die Fülle und Lebenskraft in Demut zu genießen.

 

Hildegard von Bingen plädiert eindeutig für Genuss beim Essen – jedoch in Maßen, schließlich soll es Freude bringen und gut verträglich sein.

Hildegard von Bingen plädiert eindeutig für Genuss beim Essen – jedoch in Maßen, schließlich soll es Freude bringen und gut verträglich sein.

 

Hildegard von Bingen lobt das Gelingen unserer Werke

In ihrem Monatstext stellt Hildegard von Bingen besonders das Werk unserer Hände heraus. Heute könnte man das so interpretieren, dass wir selbst ebenfalls Freude für unser Tun und Machen empfinden sollten, statt nur zu klagen, wie stressig alles sei.

Die Eigenschaften dieses Monats zeigen sich in den Händen des Menschen, die viele Werke vollbringen und die Macht des ganzen Leibes in sich vereinigen, …. „

aus: „Liber divinorum operum – Buch der göttlichen Werke“

Das Schaffen unserer Hände beinhaltet so vieles von dem, was uns ausmacht, was in unserem Inneren vor sich geht. Die Art und Weise, wie wir beispielsweise die täglichen Dinge im Haushalt erledigen, wie wir unsere Mahlzeiten zubereiten oder unsere tägliche körperliche Pflege verrichten. Achtet bewusst darauf, ob ihr alle diese Verrichtungen mit Liebe macht, mit Zuwendung und Mitgefühl. Zollt euch selbst Respekt und Achtung für das Schaffen eurer Hände.

Für Hildegard von Bingen ist Essen Genuss und Freude

„Ein Mensch, der im Sommer bei schon reichlicher innerer Wärme sehr warme Speisen zu sich nimmt, erregt leicht bei sich die Gicht, isst er aber im Sommer bei großer innerer Wärme sehr kalte Speisen, so schafft er in sich Phlegma. Deshalb soll der Mensch im Sommer in Wärme und Kälte gemäßigte Nahrung zu sich nehmen, diese bringt ihm gutes Blut und gesundes Fleisch.”

www.hildegardvonbingen.info

Hildegard von Bingen ist bekannt für das „rechte Maß“ in allem. Sie hat den Begriff „subtilitas“ geprägt, was so viel bedeutet wie „Wesensfeinheit“. Das Wissen, was euch in Bezug auf eure Ernährung gut tut, ist tief in euch drin. Ihr müsst diesem Wissen nur eine Chance geben, sich zu entfalten. In Maßen essen, auf die Verträglichkeit der einzelnen Zutaten und ebenso auf die Freude beim Essen achten. Unser Geschmackssinn ist etwas unglaublich Einmaliges. Nicht nur, dass er in Bezug auf das Erkennen der Nahrungsmittel wichtig ist, er lässt das Essen auch wahrlich zu einem Genuss, zu einem sinnlichen Vergnügen werden – zu einer tiefen Freude.

„Auch hat der Mensch von innen heraus eine Freude, weil er weise unterscheiden kann, welche Dinge von kalter und warmer natur ihm für seine Gesundheit zuträglich sind.“

aus: „Liber divinorum operum – Buch der göttlichen Werke“ 

Nach Hildegard von Bingen steht die Maßlosigkeit unserer Glücksuche im Wege

Schlemmerei ist schön, Völlerei verdirbt die Freude am Essen. Überhaupt sollten wir uns laut Hildegard von Bingen vor allem Maßlosem hüten. Folgen wir hemmungslos unseren Gelüsten in dem Glauben, dadurch das Glück zu finden, täuschen wir uns sehr. Dauerhaftes Glück und erfüllende Freude finden wir in der Ausgewogenheit.

„Die Seele aber tritt als Kämpferin hervor, mit ihrer Glückssehnsucht greift sie die ungebührlichen Gelüste des Menschen an und überwindet sie.“

aus: „Liber divinorum operum – Buch der göttlichen Werke“

Vielleicht habt ihr bereits das Trendwort „Lagom“ gehört. Dahinter verbirgt sich ein Lebenskonzept aus Schweden. Übersetzt bedeutet es in etwa „genau die richtige Menge“.

„Denkt man zum Beispiel an einen Metallstab, den man mit dem Finger anheben möchte, muss man genau den Mittelpunkt (auch Schwerpunkt) treffen, sonst klappt es nicht. So funktioniert das Prinzip Lagom.“

www.elle.de

Vielleicht sollten wir den Monat August nutzen und achtsam schauen, in wie weit wir ein wenig mehr tiefe und anhaltende Freude in unser Leben integrieren.

 

 

dtmg

  • Tatsächlich gibt es mir zu denken, wie achtlos ich täglich Dinge verrichte. Ich werde versuchen, hier bewusster und achtsamer zu sein.
  • Erwischt! Bei Haribo & Co. werde ich maßlos. 🙂 Das muss nicht sein, also werde ich hier für etwas Abwechslung sorgen und bitte schön in Maßen.
  • In welchen anderen Bereichen meines Lebens wäre „Lagom“ – genau die richtige Menge“ – angebracht? Das werde ich mal achtsam unter die Lupe nehmen. 🙂

 


Noch Fragen?

Ihr sucht ausführliche Infos über Achtsamkeit: einfach hier klicken