Bei meinen täglichen Gassigängen mit Hund Henry begegne ich oft einem älteren Herren, der mit einem Transistorradio unter dem Arm spazieren geht. Er hört laute Marschmusik und ist komplett in seiner Welt. Zuerst fand ich ihn schon ziemlich schräg, mittlerweile glaube ich jedoch, dass er auf diese Art und Weise entspannt und ganz bei sich ist – innere Ruhe genießt. Und damit finde ich ihn ziemlich cool. :-)

 

Um zur inneren Ruhe zu finden bedarf es nicht unbedingt absoluter Stille. Musik entspannt uns oft viel mehr.

Um zur inneren Ruhe zu finden bedarf es nicht unbedingt absoluter Stille. Musik entspannt uns oft viel mehr.

Innere Ruhe hat nicht unbedingt mit äußerer Stille zu tun

„Nur weil meine Umwelt laut und hektisch ist, heißt das nicht, dass ich dieses Spiel mitspielen muss. Es gibt immer einen Weg zur Ruhe im Außen, um die Ruhe im Innern zu finden.“

www.lebeblog.de/innere-ruhe-finden

Muss es denn tatsächlich im Außen ruhiger werden, damit wir endlich mehr innere Ruhe finden? Gefühlt ist unser Alltag extrem laut. Doch tatsächlich war es doch schon immer laut. Heute laufen doch sämtliche Maschinen wesentlich leiser als vor beispielsweise fünfzig Jahren. Weder Waschmaschine noch Geschirrspüler machen viel Lärm. Der Punkt ist, dass wir weniger Ruhepausen haben. Pausen, in denen wir nichts tun. Denn die ständige Aktivität vermittelt uns auch das Gefühl akustischer Ansprache. Jedenfalls ergeht es mir so, wenn ich noch am Abend unentwegt Ansprechperson für meine Kinder bin. Dabei geht es nicht unbedingt laut zu, nur dieses ständige Antworten und Reagieren lässt in mir den sehnlichen Wunsch entstehen: Ruhe, bitte Ruhe!

Nicht alle Geräusche stören unsere innere Ruhe

Geräusche sind im Grunde immer da. Selbst bei uns (jetzt sozusagen auf dem Lande) bin ich umgeben vom Schnattern der Gänse gleich hinterm Zaun, höre das Schnauben der Pferde auf der Koppel hinterm Garten und die Hunde vom Nachbarn sind auch am Bellen. Interessant ist es, einmal achtsam zu hören, welche unterschiedlichen Geräusche einen umgeben. Und dann ebenso zu spüren, was welche wir gerne hören und welche nicht: Zum Beispiel war neulich beim Nachbarn Kaffeebesuch auf der Terrasse. Ich hörte das Reden, das Lachen, das Klappern von Geschirr. Das erinnerte mich an Kindheit: Am Wochenende gemütlich mit den Großeltern bei Kaffee und Kuchen im Garten zusammen sitzen. Das „Bolzgeräusch“ meines Sohnes, der mit unserem Hund Fußball spielt, nervt mich dagegen. Warum? Nicht, weil es so laut ist, sondern weil mein Sohn eigentlich Hausaufgaben machen müsste. Das ist der springende Punkt und der stört meine innere Ruhe erheblich. Mit dem Geräusch an sich hat das tatsächlich wenig zu tun.

„Ob ein Geräusch als Lärm empfunden wird, entscheidet oft weniger die Lautstärke, als die Höhe der Frequenz, die Situation, an die das akustische Ereignis gekoppelt ist, und auch die psychische Verfassung des Betroffenen.“

www.tag-der-inneren-balance.de

Musikalisch zur inneren Ruhe finden

Oft ist es ja auch so, dass wir, wenn wir dann endlich nach einem stressigen Tag zur Ruhe kommen, Stille gar nicht aushalten können. Plötzlich spüren wir innere Unruhe und das Bedürfnis, uns irgendwie ablenken zu müssen. Denn plötzlich nehmen wir Gefühle in uns wahr, die während des Tages keinen Raum hatten. Statt nun aber wieder in Aktionismus zu flüchten, tut es gut, sich mit Musik zu umgeben, die dabei hilft, unsere Gefühle sanft anzunehmen. Da hat nun jeder ganz eigene Vorlieben. Einige schwören auf esoterische Klänge oder Meditationsmusik. Andere hören Heavy Metall, Pop, Hip-Hop oder etwas Klassisches. Schaut selbst einmal, welche Musik euch zu eurer inneren Ruhe führt. Ich höre beispielsweise manchmal Klassikradio. Zum Beispiel im Auto nach dem Besuch bei meiner kranken Mutter. Das hilft mir irgendwie. Nach einem Vortrag liebe ich Pop und abends auf dem Sofa genieße ich eine CD mit Naturgeräuschen.

Noch ein letzter Tipp: Am Sonntag ist Mozart-Nacht. Solltet ihr zu den Rheingauer Festival-Fans zählen habt ihr euch natürlich längst einen Platz im Kloster Eberbach gesichert. Ansonsten nehmt diesen Tag doch einmal zum Anlass und hört euch etwas Schönes von Mozart an. Experimentiert ein wenig, um zu erfahren, welche Art Musik euch auf dem Weg zu eurer inneren Ruhe hilft.

 

 

dtmg

  • Achtsam lausche ich den Geräuschen, die mich täglich umgeben. Stört mich ein Geräusch wirklich oder ist das Geräusch lediglich ein Auslöser für störende Gedanken?
  • Geräusche, bei denen ich beim achtsamen Hören spüre, dass sie mir nicht gut tun, versuche ich abzustellen.
  • Ich werde mir eine Playlist erstellen mit Songs für jede Stimmungslage.

 


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