Ha! Das Leben ist kein Wunschkonzert. Kennt ihr auch diesen blöden Satz? Mich ärgert er, denn warum sollte das Leben nicht ein bunter Wunschreigen sein? Schließlich haben wir nur ein Leben (Das Thema Wiedergeburt lassen wir jetzt mal außen vor😉) und das sollten wir bis zum Anschlag ausschöpfen und beileibe nicht schüchtern sein.

Ein bunter Reigen Wünsche - doch Achtung: Ohne Abgrenzung laufen wir Gefahr, uns zu verzetteln und verlieren unsere wirkliche Wünsche aus den Augen.

Ein bunter Reigen Wünsche – doch Achtung: Ohne Abgrenzung laufen wir Gefahr, uns zu verzetteln und verlieren unsere wirkliche Wünsche aus den Augen.

Abgrenzung von unseren inneren Antreibern

Die Kinder sind nun seit Sonntag auf Sprachreise und im Grunde ist diese kinderfreie Zeit die Gelegenheit, endlich einmal das zu tun, was ich mir wünsche. Nanu? So auf mich selbst zurückgeworfen fühle ich mich leer und richtungslos. Was wünsche ich mir eigentlich?

„Der Fokus auf deinem Bedürfnis, hilft dir deine Gefühle anzunehmen und gibt dir Energie, diese Situationen zu bewältigen und Frust loslassen.

www.no-right-no-wrong.com

Wann spürt ihr im Alltag eure Bedürfnisses? Ist es nicht meist so, dass wir unsere Bedürfnisse gar nicht richtig wahrnehmen? Da sind so viele Verpflichtungen, Termine und Anliegen anderer, wie soll man da bitte schön auf seine eigenen Bedürfnisse achten? Innehalten, achtsam spüren, mit dem Atem verbinden und sich selbst fragen:

„Welches Bedürfnis von mir kommt gerade zu kurz und will beachtet werden?“

www.no-right-no-wrong.com

Das wäre auch jeden Fall ein erster Schritt. Ein wichtiger Schritt, denn erst so fühlen wir, was wir brauchen beziehungsweise was uns fehlt. Un erst über das Spüren kommen wir dann auch unseren wahren Wünschen näher.

Abgrenzung vom Genusszwang

Da es uns im Grunde ja recht gut geht, komme ich mir undankbar und beinahe ein wenig albern vor, wenn ich mit dieser geschenkten Mehrzeit (ohne Sorge und Hege der Kinder) nicht  so recht etwas anzufangen weiß. Genieße es! Jawohl, das sagen alle. Recht haben sie, doch mich setzt es unter Zwang. Ich glaube, es gehört dazu, auch einmal Leere zu spüren und unangenehme Gefühlen der Orientierungslosigkeit auszuhalten beziehungsweise anzunehmen.

„Was ein gutes Leben ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Darüber lässt sich nichts Verallgemeinerbares sagen. Wirklich nicht? Als meine Großmutter im Sterben lag und gefragt wurde, was sie in ihrem Leben anders machen würde, wenn sie es noch einmal leben könnte, meinte sie: Nicht viel. Aber sie hätte nicht mehr so viel Angst. Diese Aussage ist erstaunlich verallgemeinerbar: Sich weniger gesorgt und mehr um die Freunde gekümmert zu haben ist ein Wunsch, den viele Menschen rückblickend für ihr Leben haben.“

Hartmut Rosa in Zeit-Online

Oh ja, sich mehr um die Freude kümmern! Ich finde dieses ist ein wunderbarer Vorsatz für jeden neuen Tag. Und dabei nicht vergessen: Was anderen Menschen Freude bringt muss euch noch lange kein Vergnügen bereiten. Es geht um eure Freude und um nichts anderes!!!

Abgrenzung von der Maßlosigkeit

Alle Wünsche auf einmal und am besten sofort. Und schon sitzt man in der Fall und macht gar nichts, weil man sich überfordert fühlt. Konkret sähe das bei mir jetzt so aus: Ich möchte die kinderfreie Zeit optimal nutzen, sprich mehrere Wünsche drängen sich auf: in Ruhe arbeiten,  Zeit zu zweit mit meinem Mann, Freundinnen treffen, endlich Yoga und meditieren. Um Klarheit in das Wunschkonzert zu bekommen gibt es folgenden Trick: Alle Wünsche untereinander aufschreiben (In der Regel schreibt man bei dieser Übung 32 Wünsche auf!) und dann wie folgt auf den wichtigsten Wunsch herunterbrechen indem ihr von oben nach unten immer zwei Wünsche gegeneinander wertet:

Am Ende angekommen stelle ich zufrieden fest: Ich könnte beispielsweise meinen Mann vorschlagen, dass wir zusammen über einen Antikmarkt bummeln und dabei gleichzeitig die Augen wegen eines neuen Schreibtisches aufhalten. 😀

 

 

dtmg

  • Im Laufe des Tages immer wieder über den Atem spüren: Welches Bedürfnis von mir kommt gerade zu kurz bzw. will beachtet werden.
  • Kritisch hinterfrage ich meine Wünsche: Will ich das wirklich oder versuche ich hier nur vermeintlichen Anforderungen im Außen gerecht zu werden.
  • Ich grenze mich vom „Genusszwang“ ab und gebe auch unangenehmen Gefühlen ihren Raum.

 


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