Ich oute mich mal wieder: Ich gehöre auch zu diesen Übermüttern, die alle möglichen Lernhefte zur schulischen Unterstützung kaufen obwohl diese pädagogisch ausgeklügelten Anschaffungen jedes Mal unbearbeitet in irgendwelchen Ecken verschwinden. Ist nur gut gemeint, doch die komplette Ignoranz meiner Kinder treibt mich in den Wahnsinn, so dass ich explodiere. Puff, Knall, Beng – Und danach tut es mir leid 🙁 „Herr, schenk mir die Gelassenheit …“

 

Das Treiben in euren Gedanken zu beobachten ist bereits der erste Schritt dahin, in Zukunft mehr aus der Gelassenheit heraus zu reagieren.

Das Treiben in euren Gedanken zu beobachten ist bereits der erste Schritt dahin, in Zukunft mehr aus der Gelassenheit heraus zu reagieren.

 

Gelassenheit verzeiht

„Wenn wir gestresst sind, kann unser Geist sich nicht mehr in die Lage seines Gegenübers versetzen, also auch nicht in die des Kindes. Darum ist jede Erziehungsmaßnahme, jede Konfliktlösung, die wir unter Stress vornehmen, zum Scheitern verurteilt.“

Susan Bögels

Immerhin erkenne ich im Nachhinein wie albern ich mich aufgeführt habe und wie sinnlos mein Kämpfen war. Und ich denke, nur so, indem wir erkennen, was in unseren Gedanken für ein Zirkus stattfindet beziehungsweise stattfand, nur so können wir uns unseren Stress bewusst machen und einen guten Umgang damit finden. Diese Bewusstwerdung beschenkt uns mit der Gelassenheit des Erkennens. Und aus diesem Erkennen heraus können wir uns selbst verzeihen, uns entschuldigen und unsere Fehler eingestehen und letztendlich eine Basis der Versöhnung schaffen.

Gelassenheit schafft Raum für Neues

Indem ihr achtsam das Wirrwarr in euren Gedanken beobachtet erkennt ihr, wie eure Gedanken irgendwelche Vorstellungen kreieren, die mit der Realität wenig zu tun haben. Jawohl, dann flucht ihr vielleicht erst einmal ordentlich. Doch viel wesentlicher ist doch der Moment danach. Durch das Beobachten eures Geistes, was sich dort alles in kurzer Zeit abgespielt hat, schlüpft ihr in die beobachtende Distanz. Und die ist notwendig, um neue Verhaltensweisen auszuprobieren und sich zu öffnen.

„Im ersten Moment scheint die Erde zu wackeln, aber dann, wenn wir unsere Vorstellung Vorstellung sein lassen und bemerken, wo wir gerade eigentlich sind, dann wachsen erstaunlicherweise auch an anderen orten allerschönste Blumen.“

Julia Gösch, aus: „moment by moment

Mir gefällt der Spruch, den Julia Gösch in ihrer Kolumne in der Zeitschrift „moment by moment“ zitiert:

„Wenn es ein Navi für das Leben als Eltern gäbe, würde es die meiste Zeit sagen: Die Route wird neu berechnet.“

 

Gelassenheit schenkt euch Zeit

Je achtsamer ihr das Treiben in eurem Kopf beobachtet, desto gelassener werdet ihr. Erst, wenn ihr wahrnehmt, wie ihr euch mit euren eigenen Gedanken die Hölle heiß macht, könnt ihr auch dagegen steuern. Ein Kollege schickte mir neulich einen Link zu einem Video auf Youtube. Super interessant, denn dort geht es um eine Schule in Frankfurt, die Achtsamkeit mit in den Unterricht integriert. Ziel ist es unter anderem bei dieser Studie, dass die Kinder lernen, ihre Gedanken achtsamer zu beobachten. Angeblich beträgt die Zeitspane, die man als Gegenwart wahrnimmt nur 3 Sekunden. Durch Achtsamkeit ist diese Zeitspanne dehnbar. Diese Art „Ausdehnung“ gibt uns den Raum, der nötig ist, um Abstand zu den Gedanken zu kriegen und sich bewusst für Gelassenheit zu entscheiden.

                          „Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne.“

Dieses chinesische Sprichwort gebe ich euch heute mit auf den Weg. Bei mir ist die See leider noch sehr oft rau und wellig. Doch immerhin sehe ich klar, wenn sich die Wasserfläche wieder glättet. Und dann bietet sich mir ein Blick bis in die Tiefe.

 

 

dtmg

  • Statt mich selbst zu verurteilen, weil ich mal wieder alles andere als gelassen reagiert habe, reflektiere ich im Nachhinein und nutze mein Erkennen für meinen achtsamen Weg.
  • Ich werde versuchen, täglich näher an meinen Gedanken zu sein und sie achtsamer zu beobachten, um meine Reaktionen besser zu verstehen.
  • Das Erkennen durch ein achtsames Beobachten meiner Gedanken gibt mir die Möglichkeit, mich zu entschuldigen. Die dadurch entstehende Verbundenheit werde ich bewusst in meinem Herzen verankern.

 


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