Gastbeitrag von Gabi Raeggel:

Achtsame-Lebenskunst-Bloggerin und Autorin des Buches „Wenig Dinge braucht das Glück“.

 

Ist das Lieblingsfoto, ein vererbtes Schmuckstück oder die Lieblings-DVD plötzlich defekt oder verloren gegangen, kennen wir wohl alle den Schmerz und die Trauer über den erlittenen Verlust. Hingegen übersehen wir oft den Schmerz, der dadurch entsteht, dass wir Dinge behalten. Den eigenen Alltag achtsam gestalten und sich in Selbstfürsorge zu üben, heißt daher auch, wahrzunehmen, wo die Dinge wohltuend wirken und wo nicht (mehr).

 

 

Das schmerzhafte Behalten von unnötigen Dingen

Für den Schmerz, der verursacht wird, wenn wir unnötige Dinge behalten, gibt es vielfältige Beispiele. So können es die Utensilien für die Hobbys sein, die seit Jahren ungenutzt herumliegen, die immer mal wieder ein ungutes Gefühl hervorrufen. Vielleicht ist es das edle Sportzeug, welches für ein Halbmarathon-Training angeschafft wurde, das dem innerlich überzeugten Couch-Potato dann aber nur für eine zweimalige, mühsame Quälerei durch den Stadtpark gereicht hat. Nun reaktiviert das Sportzeug bei jedem Betrachten das schlechte Gewissen angesichts der eigenen Bequemlichkeit. Dann gibt es auch die Dinge, die wir aus einer spontanen Konsumlaune heraus gekauft haben, um dann später festzustellen, dass sie komplett überflüssig sind. Nun steht der Fehlkauf in der Wohnung und uns wird bewusst, was wir mit dem ausgegebenen Geld doch alles hätten unternehmen können. Manchmal ist es auch der ganze Kleinkram, der unsere Wohnung verstopft. Auch „Krimskrams“ in größerer Menge kann unzufrieden machen, weil er immer irgendwo herumliegt, schlussendlich irgendwo untergebracht, abgestaubt und aufgeräumt werden muss. Und wie belastend ist es eigentlich, Stauraum für Dinge zu finden, die man nicht (mehr) mag, die nicht guttun oder überflüssig sind? Manchmal erfährt man durch überflüssige Dinge wortwörtlich einfach „nur“ den banalen physischen Schmerz, wenn man z.B. nachts beim Gang zum WC, über die herumliegenden Dinge stolpert, für die in Regalen und Schränken kein Platz mehr ist.

 

Der achtsame Umgang mit den Dingen ist auch der achtsame Umgang mit sich selbst

Die erste wichtige Grundhaltung im achtsamen Umgang mit den Dingen ist, dass wir das, was überflüssig ist, erst gar nicht mehr in unsere Wohnung hereinlassen. Auf diese Weise können wir dafür sorgen, dass der Schmerz, unnötige Dinge zu behalten, erst gar nicht auftaucht.

Der achtsame Umgang mit den Dingen ist letztlich aber immer auch der achtsame Umgang mit sich selbst. Wie konsumiere, sammle und verwende ich meine Besitztümer? Warum mache ich es so und nicht anders? Welche echten Bedürfnisse habe ich? Gibt es Dinge, die zu einer Art Platzhalter für eigentlich ganz andere Bedürfnisse geworden sind?  Werden Sie sich daher immer wieder bewusst, ob sie an Dingen festhalten, die Sie eigentlich weder brauchen noch mögen. Dies schafft die Voraussetzung, diese letztlich unnötige Form des Leidens loszulassen.

 

 

dtmg

  • Achtsamkeitsübung in der Kassenzone:
    Bevor Sie zur Kasse gehen, halten Sie einen Moment inne. Fragen Sie sich: „Brauche ich diesen Gegenstand wirklich oder will ich ihn einfach nur besitzen?“.
  • Aufregungen loslassen
    Haben Sie sich einmal entschlossen, einen Gegenstand zu kaufen, dann üben Sie sich darin, künftige Aufregungen um Gedanken wie „das war doch mal teuer“ endgültig und für immer loszulassen. Es mag provokant klingen, aber, ob man sich dann einen Tag, eine Woche oder ein Jahr später von genau diesem gekauften Gegenstand wieder verabschiedet, ist letztlich egal. Der Kauf ist Vergangenheit und kann meistens nicht rückgängig gemacht werden, denn sobald Sie an der Kasse bezahlt haben, ist die teure Investition unwiderruflich getätigt.
  • Schadensbegrenzung
    Üben Sie sich in Schadensbegrenzung. Versuchen Sie zu erkennen, ob und wann bestimmte Dinge mit negativen Empfindungen und Erinnerungen verbunden sind. Lassen Sie solche Dinge los, dann haben die negativen Erinnerungen und Empfindungen, die mit diesen Dingen verbunden waren, nun endlich eine Chance, auch innerlich verabschiedet zu werden.

 

 

Wenig Dinge braucht das Glück

Gabi Raeggel zeigt achtsame Wege auf zu einem „entrümpelten“ und entspannteren Alltag mit neuen Freiräumen. Praktische Übungen veranschaulichen, wie man sich von überflüssigen Dingen trennt, die nur noch belasten.

Inspirierende Anregungen, wie wir lernen, loszulassen und ein aufgeräumteres und glücklicheres Leben zu führen.

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