Manchmal möchte ich unglaublich gerne wieder Kind sein (eigentlich viel zu oft 🙂 ). Im Vergleich zu meiner Tochter kommt mir mein Oberstübchen wie ein Raum mit geschlossenen Jalousien vor. Bei ihr dagegen sind alle Fenster weit geöffnet, Tageslicht und frische Luft fluten den Raum. Ihre Gedanken sind wie ein buntes Kaleidoskop. Wann ging mir diese Freiheit der Gedanken verloren?

„Denn es sind im Grunde nicht die Ereignisse in der Außenwelt, die uns traurig, wütend, ängstlich oder nervös machen, sondern unsere Gedanken und Bewertungen dieser Ereignisse.“

www.gluecksdetektiv.de

 

Äußerst wirksam, um unsere Gedanken für die Vielfalt und Schönheit der Welt zu öffnen: Tangram – ein uraltes chinesisches Legespiel aus sieben Teilen.

Äußerst wirksam, um unsere Gedanken für die Vielfalt und Schönheit der Welt zu öffnen: Tangram – ein uraltes chinesisches Legespiel aus sieben Teilen.

 

Loslassen mithilfe von Gedankenarbeit

Eigentlich funktioniert es doch so: Unser Geist wird frei – beispielsweise in der Meditation oder indem wir achtsam in die Stille gehen – und in diesem Moment lassen wir endlich los. Das ist genau richtig so. Loslassen durch Loslassen der Gedanken. Doch ich bin über ein Legespiel gestolpert, das von uns kreative Gedankenarbeit erfordert und den Geist gleichzeitig wunderbar entspannt. Plötzlich lassen wir sämtliche Gedanken um Pflichten und Verantwortungen los. Wir laden dabei unsere Gedanken zu einer kreativen Reise ein und erleben so eine unglaubliche Freiheit. Loslassen mithilfe von Fantasie.

In der kreativen Beschäftigung verlassen wir unsere eingefahrenen Gedankenstraßen und öffnen uns für Gedanken, die neue Wege bereiten.

Mit unseren Gedanken die Vielfalt des Lebens genießen

Vielleicht sagt euch der Begriff „Tangram“ wenig. Bekannt ist das uralte chinesische Legespiel auch unter dem Namen „Siebenschlau“. Dabei habt ihr sieben geometrische Figuren zur Auswahl (2 große Dreiecke, 1 mittleres Dreieck, 2 kleine Dreiecke, 1 Quadrat und 1 Parallelogramm). Diese sieben Figuren könnt ihr so zusammenlegen, dass daraus alle möglichen Motive entstehen: Vögel, Häuser, Fische, Katzen, Türme, Brücken, etc. Und wozu das Ganze? Probiert es einmal aus, denn, oh Wunder, dabei reisen wir mir unseren Gedanken zurück in die Kindheit, an Urlaubsorte, zu schönen Erlebnissen und zu unseren geheimen Wünschen und Sehnsüchten. Vor allem aber weiten wir unseren Erlebnisradius und entschlüpfen unserem eingefahrenen Gedankenkonstrukt.

Mit unseren Gedanken schaffen wir unsere Welt

So wie ihr bei dem Spiel mit der Kraft eurer Gedanken eine neue Figur erschaffen könnt, so können wir täglich mithilfe der Kraft unserer Gedanken unser Erleben „formen“. Ein Gedanke ist wie ein Samenkorn. Pflanzt ihr ihn bei euch ein und gießt ihn täglich, so wächst schon bald eine Pflanze daraus.

„Sammelt eure Gedanken. Mit der gleichen Sorgfalt und Anstrengung, mit der man seine Jacke, die auf eine stachlige Pflanze gefallen ist, hochhebt und die Dornen langsam einzeln herauszieht, muss man die zerstreuten Gedanken einsammeln, die sich viele Jahre lang über die Gegenstände sinnlicher Wahrnehmung verstreut hatten.“

www.wiki.yoga-vidya.de

Der Ursprung von der Schönheit des Lebens liegt in unseren Gedanken

Übrigens gibt es zu der Entstehung dieses Legespiels eine schöne Geschichte, die zeigt, wie wertvoll dieses „Kinderspiel“ auch für uns Erwachsene ist. Als ich dieses Spiel neulich in einem Spielzeuggeschäft entdeckte, erinnerte ich mich gleich daran, dass ich es damals auch für meine Kinder gekauft hatte. (Pädagogisch äußerst wertvoll für das Verständnis von Raum und Form 🙂 ). Doch erst nachdem ich irgendwann einmal über die Entstehungsgeschichte gelesen hatte, verstand ich auch den Sinn des Spiels für ubns „große Kinder“. 🙂

Ein Schüler wurde von seinem Lehrmeister in die Welt hinausgeschickt, um den Reichtum, die Schönheit und die Vielfalt der Welt zu entdecken. Der Mönch gab ihm eine Keramiktafel mit, auf der er seine Erlebnisse in Form von Zeichnungen und Bildern festhalten sollte. Leider zerbrach diese Tafel ziemlich schnell in sieben Teile. Vergeblich versuchte der Schüler sie auf seiner Reise wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen. Doch stellte er dabei fest, dass er aus den sieben Scherben alle Schönheiten, die er in den fernen Ländern entdeckte, nachlegen konnte: Häuser, Brücken, Tiere, Wolken und vieles mehr. Am Ende der Reise hatte er verstanden: Man muss gar nicht in die Welt hinausreisen, denn in diesen sieben Scherben liegt der Ursprung für die Schönheit und Vielfalt der Welt.

www.wikipedia.org

 

 

dtmg

  • „Siebenschlau“ liegt jetzt auf meinem Schreibtisch und ich spiele es immer dann, wenn ich gedanklich festsitze.
  • Ich spiele Tangram zusammen mit meinem Mann oder den Kindern. Es ist interessant zu sehen, welche Formen und Figuren sie legen. Das erzählt mir viel über ihre Wahrnehmung der Welt.
  • Welcher Gedanke ist es mir wirklich wert, dass ich ihn wie einen Samenkorn keimen lasse? Mir alleine über diese Frage Gedanken zu machen führt mich näher an das Wesentliche heran.

 


Noch Fragen?

Ihr sucht ausführliche Infos über Achtsamkeit: einfach hier klicken